Erzeuger
Frische Naturland Öko-Kartoffeln

Lange Zeit war der Gemischtbetrieb das Idealbild des ökologischen Landbaus. Seit den 1980er Jahren wirtschaften jedoch immer mehr landwirtschaftliche Öko-Betriebe auch ohne eigene Tierhaltung oder mit geringem Tierbesatz. Überbetriebliche Kooperationen von Naturland Tierhaltern und Pflanzenbauern, der Anbau von Leguminosen und der Einsatz beispielsweise von Kompost bieten alternative Wege, um den Nährstoffkreislauf erfolgreich zu schließen.

Für einen langfristig erfolgreichen Öko-Ackerbau müssen zusammengefasst vor allem folgende Punkte beachtet werden: 

 

Lange Zeit war der Gemischtbetrieb das Idealbild des ökologischen Landbaus. Seit den 1980er Jahren wirtschaften jedoch immer mehr landwirtschaftliche Öko-Betriebe auch ohne eigene Tierhaltung oder mit geringem Tierbesatz. Überbetriebliche Kooperationen von Naturland Tierhaltern und Pflanzenbauern, der Anbau von Leguminosen und der Einsatz beispielsweise von Kompost bieten alternative Wege, um den Nährstoffkreislauf erfolgreich zu schließen.

Für einen langfristig erfolgreichen Öko-Ackerbau müssen zusammengefasst vor allem folgende Punkte beachtet werden: 

 

Fruchtfolge

Auch wenn die Fruchtfolge kurzfristig flexibel gehandhabt wird, muss langfristig auf einen ausreichenden Leguminosenanteil geachtet werden. Leguminosen sind in der Lage mittels ihrer Knöllchenbakterien Luftstickstoff zu fixieren. Da die Stickstoffversorgung im viehlosen Betrieb oft knapp ist, sollte zusätzlich die Fruchtfolge so gestaltet sein, dass die Stickstoffverluste möglichst gering bleiben. Es ist - besonders bei intensiven Fruchtfolgen - wichtig, die Entwicklung der Bodeneigenschaften und des Unkrautdrucks ständig im Blick zu behalten. Die Fruchtfolgen werden oft je nach Bedingungen (z.B. Markt, Unkrautdruck, Stickstoffversorgung) flexibel geändert.

Die Anbausysteme der Betriebsbeispiele sind sehr unterschiedlich. Sie reichen von:
1/3 überjährige Grünbrache, 2/3 Druschfrüchte und Kompostimport über 20 % einjährige Grünbrache, 10 % Körnerleguminosen und 70% Getreide in weiter Reihe mit Untersaaten sowie 20 % mehrjährige Luzerne (unterschiedliche Nutzung), 30 % Getreide und 50 % verschiedene Hackfrüchte und Sonderkulturen bis hin zu einer Fruchtfolgen ohne Grünbrache, mit 20 % Körnerleguminosen, 40 % Hackfrüchten, 40 % Getreide mit Untersaaten und maximaler Zufuhr an organischen Zukaufsdüngern.

 

Unkrautmanagement

Wichtig ist eine ausreichende vorbeugende Unkrautunterdrückung durch Fruchtfolge, Bodenbearbeitung und Bestandesdichte. Ein langfristig aufgebauter erhöhter Unkrautdruck ist nur schwer in den Griff zu bekommen. In der Praxis werden zur Unkrautunterdrückung u.a. spezielle Früchte mit abgestimmter Bodenbearbeitung (z.B. Frühjahrsfurche & Futtererbsen-Gründüngung gegen Disteln) oder eine intensive mechanische Unkrautregulierung (z.B. Hacken bei weitem Reihenabstand in Getreide) durchgeführt. Dabei können mechanische Geräte wie Striegel, Hacke und Bürsten zum Einsatz kommen. Der arbeitsaufwendige Einsatz einer Handhacke sollte eher eine Ausnahme sein.

file ico Vortrag: Optimierung des Striegeleinsatzes zur Unkrautreguliegung von Prof. Dr. agr. Knut Schmidtke, Universität Dresden (PDF, 3,19 MB)

 

Schädlingsbekämpfung

Ein großer Aspekt im Ökologischen Landbau ist der vorbeugende Pflanzenschutz, u.a. mittels Nützlingsförderung, standortgeeigneten Arten und Sorten, Stärkung der pflanzeneigenen Abwehrkräfte, termingerechte Bodenbearbeitung und eine ausgewogene Düngung und Fruchtfolge. Außerdem sind Mittel wie natürliches Pyrethrum oder Bacillus-Thuringiensis-Präparate zugelassen.
file ico Naturland Betriebsmittelliste 2015 (PDF, 3,07 MB)

 

Stickstoffverfügbarkeit

Ohne eigene Wirtschaftsdünger muss die Stickstoffverfügbarkeit vor allem durch Fruchtfolgegestaltung und Bodenbearbeitung gesteuert werden. Der Import von organischen Stickstoffdüngern ist eine weitere Möglichkeit zur gezielten Versorgung von anspruchsvollen Kulturen (z.B. Backweizen, Kartoffeln, Feldgemüse). Mit den organischen Düngern werden i.d.R. auch weitere wichtige Nährstoffe wie Phosphor, Kalium usw. den Pflanzen zur Verfügung gestellt.
Kleegras ist für die meisten viehlosen Betriebe die Grundlage der Stickstoffversorgung und Unkrautregulierung sowie wichtig für den Humushaushalt und die Bodenstruktur. Um den gewünschten Effekt zu erzielen darf dabei nicht vergessen werden, dass der Aufwuchs ca. 3-4x pro Jahr gemulcht oder abgefahren werden sollte. Mineralische Stickstoffdünger dürfen nicht eingesetzt werden.

 

Bodenfruchtbarkeit

Es gibt verschiedene Arten der Bodenzerstörung: Bodenversiegelung, Bodenverdichtung, Überdüngung, Bodenerosion und Verlust an organischer Substanz.
Öko-Bauern erhöhen die Fruchtbarkeit ihrer Böden, indem sie auf Mischfruchtanbau und vielfältige Fruchtfolgen setzen. Durch Gründüngung und Einsatz von Mist wird der Humusaufbau im Boden gefördert und somit auch die Bodenlebewesen. Indem Öko-Bauern ohne chemisch-synthetische Pestizide und leichtlösliche Stickstoffdünger arbeiten, leisten sie einen wichtigen Beitrag zu Wasser-, Klima- und Artenschutz. Gesunde, humusreiche Böden binden große Mengen an CO2.
www.bodenfruchtbarkeit.org/
www.naturland.de/bodensymposium

 

Standort

Die Standorteigenschaften (Boden und Witterung) können einen größeren Einfluss auf das Betriebskonzept haben. So sind auf feuchten Standorten mit schweren Böden die Möglichkeiten der Bodenbearbeitung zur Unkrautregulierung eingeschränkt und die Stickstoffmineralisation ist oft träge. Leichte Standorte können hingegen große Mengen an Stickstoff (z.B. aus der Grünbrache) schlecht speichern und neigen zu hohen Auswaschungsverlusten.

Veranstaltungen und weitere Informationen
Für Naturland Mitglieder und Interessierte finden jährlich die regionalen Naturland Ackerbautagungen statt.

Für weitere Informationen wenden Sie sich an die Geschäftsstelle in Hohenkammer Tel.: 08137-63 72-900.

Berichte von früheren Tagungen finden Sie ›hier.