Naturland Fair auf der Fair Handels Messe Bayern in Augsburg

BGL MilchbauerNaturland Bauer Sulzauer (Foto: Milchwerke Berchtesgadener Land)Naturland und Misereor kritisieren die EU-Milchpolitik. Die auf Masse und Weltmarkt ausgerichtete Politik führt in Deutschland zu Preisverfall und Höfesterben. Darüber hinaus raubt das überschüssige Milchpulver, das zu Dumpingpreisen in afrikanische Länder exportiert wird, den dortigen Milchbauern die Lebensgrundlage. Im Rahmen der Fair Handels Messe Bayern zeigen Agnes Bergmeister von Naturland und Eva-Maria Heerde-Hinojosa von Misereor in einem Workshop Probleme und Auswege aus der globalen Milchkrise.

Auch in diesem Jahr droht wieder Tausenden Milchbetrieben das Aus. Andere nehmen den Preiskampf auf und setzen auf Wachstum. Sie verschulden sich, ihre Ställe werden immer größer und die damit verbundenen Probleme auch. Das Tierwohl bleibt auf der Strecke. Gentechnikfutter aus Übersee, Gülleschwemme, Trinkwasserbelastung, etc. werden der Allgemeinheit aufgebürdet.

Naturland steht für eine alternative und zukunftsfähige Wirtschaftsform. Diese baut auf nachhaltig erzeugte Milch aus überschaubaren regionalen Zusammenhängen. Und das zu fairen Preisen: Denn die Leistungen, die ökologisch wirtschaftende Familienbetriebe für die ganze Gesellschaft erbringen, z.B. in Punkto Artenvielfalt, Kulturlandschaft und tiergerechte Weidehaltung, müssen honoriert werden genauso wie die damit einhergehende Umweltentlastung. Das sichert nicht nur bäuerliche Existenzen, sondern schafft auch Arbeitsplätze in der Region.

„Bäuerinnen und Bauern weltweit müssen von ihrer Arbeit leben können“, sagt Agnes Bergmeister vom Team Naturland Fair und Soziale Verantwortung. „Mit Naturland Fair bringen wir die Vorteile von Ökologischem Landbau und Fairem Handel zusammen. Denn gute Erzeugerpreise und verlässliche Handelsbeziehungen geben Milchbauern wieder eine Zukunft.“

Nicht nur in Deutschland können immer weniger Bauern von der Milchproduktion leben. Auch in Burkina Faso beispielsweise müssen immer mehr Milcherzeuger aufgeben, weil das aus Europa kommende Milchpulver den heimischen Milchmarkt mit Dumpingpreisen zerstört. „In einem Land mit 10 Millionen Kühen bei rund 17 Millionen Einwohnern hat das dramatische Folgen für tausende Bauernfamilien“, mahnt Eva-Maria Heerde-Hinojosa vom Bischöflichen Hilfswerk Misereor, das sich weltweit für die Rechte der Ärmsten einsetzt. „Dabei hat die eigene, lokale Milchproduktion das größte Potenzial zur Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern.“

Naturland auf der Fair Handels Messe Bayern

Die Wirkungen des Fairen Handels sind auch Gegenstand des Naturland Auftritts bei der Fair Handels Messe Bayern am 23. und 24. Juni im Kongress am Park in Augsburg. Dort zeigt Naturland die große Vielfalt öko-fairer Produkte aus Nord und Süd und erklärt, welche Vorteile die Zertifizierung von Öko und Fair aus einer Hand für Kleinbauern weltweit bietet. Treffen Sie uns am Naturland Stand im Foyer Klassik Radio oder besuchen Sie den gemeinsamen Beitrag mit Misereor im Kongressprogramm:

Freitag, 23. Juni 2017

Workshop Milch reist nicht gerne, Milchpulver schon - Die Exportorientierung und die Folgen für Milchbauern in Burkina Faso und Deutschland
15.00 – 15.45 Uhr, Raum „Mercedes Benz“

Der Eintritt ist frei.

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