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Naturland Fair

Kassel ist eine grüne Stadt mit vielen Parks, Balkonen, Gärten, Verkehrsinseln und Co. In den unterschiedlichen Stadtvierteln bieten sich verschiedene Pollenspektren, die jeweils einen ganz eigenen Geschmack erzeugen. Um diese feinen Noten zu erhalten, mischt Hernández den Honig nicht, sondern füllt den Honig aus jedem Stadtteil einzeln ab – ähnlich wie bei besonderen Weinen. So sorgfältig, wie Hernández mit dem Lebensmittel Honig umgeht, so wertschätzend behandelt er auch seine Bienen und seine Handelspartner. Im Herbst 2016 erhielt er die Naturland Fair Zertifizierung.

 

Auf den Dächern Kassels brummt es. Das Kurpark Hotel Wilhelmshöhe, das Staatstheater, die Kurfürsten Galerie, das Ramada-Hotel an der Stadthalle, ein Mehrfamilienhaus: Sie alle beherbergen Bienen von Victor Hernández. Weitere Völker stehen im Botanischen Garten, in einem privaten Garten und im Naturschutzgebiet Fulda-Auen. Von dort aus machen sich die über 70 Bienenvölker auf die Suche nach Nektarquellen und Honigtau.

Abgase im Honig? – Fehlanzeige

Imker auf dem theaterdachBei Stadthonig denken immer noch viele an Schadstoffe aus Abgasen. Tatsächlich ist Stadthonig keineswegs belastet. Die Bienen sammeln Nektar aus frisch aufgegangenen Blüten, die noch kaum Schadstoffe abgekommen haben. Sollte doch etwas in den Nektar gelangen, filtern die Bienen die Schadstoffe heraus. Das weiß Hernández und lässt seinen Honig auch regelmäßig analysieren. Dabei wurde die Qualität und somit auch Schadstofffreiheit des Produktes wiederholt als überdurchschnittlich eingestuft. Bereits in 2012 wurde der Kasseler Stadthonig vom hessischen Imkerverband mit GOLD prämiert! Auch die Laborproben bestätigten einen geringen Wassergehalt und einen erstaunlich hohen Wert an Enzymaktivität, was für einen guten Honig spricht. Im Oktober 2014 wurde Hernández der hessische Staatspreis als Ehrenmedaille für den besten Honig des Landes und etwas später der Naturschutzpreis der documenta-Stadt Kassel verliehen.

Die Stadt bietet gegenüber dem Land sogar einige Vorteile: Hier ist das Blütenangebot inzwischen oft größer und vielfältiger, als in ländlichen Gebieten. Während in der konventionellen Landschaft außer Raps nur wenige blühende Pflanzen angebaut werden, Wiesen vor der Blüte gemäht und Beikräuter bekämpft werden, bieten Stadtparks, Friedhöfe sowie private Balkone und Gärten einen reich gedeckten Blütentisch.

Nicht nur der Inhalt, auch das „Drumherum“ ist vielversprechend.

Imker Victor Foto EhringVictor Hernández vor seinem Laden in der Holländischen Straße (Foto: Marcel Ehrig/Extra Tip)Wenn Victor Hernández davon spricht, dass sein Honig öko und fair ist, dann meint er zum einen, dass er die Vorgaben für die Ökologische Imkerei umsetzt, wie etwa ein schonender Umgang mit den Bienen, die Verwendung natürlicher Materialien für den Bau der Beuten und den Verzicht auf chemisch-synthetische Mittel bei Behandlungen. Wenn er von Fair gemäß den Naturland Fair Richtlinien spricht dann bedeutet das, dass er seinen Imkereibedarf regional bezieht, dass er Transparenz in der Weise lebt, dass er mit seinen Händlern in intensivem Austausch über Betriebsweise, Produktionsschritte und Qualitätssicherung ist und seine Handelspartner sowie Interessierte in seinen Laden einlädt, wo er den Honig auch schleudert und abfüllt. Und es heißt für ihn ein gesellschaftliches Engagement, das noch über die Fördermitgliederschaften hinausgeht, die er in einigen regionalen Vereinen pflegt.

„Imkern ist ein gesamtgesellschaftlicher Auftrag“

Fair heißt aber auch, sich für die Gesellschaft einzusetzen. Und da ist Hernández bienenfleißig. Als ehemaliger Tageszeitungsjournalist und Kommunikations-Berater kann er sich ausdrücken und schafft es, Bienen eine Stimme zu geben. Das macht er in Schulen und Kindergärten und in der Arbeit mit Insassen der Justizvollzugsanstalt (JVA) oder im Rahmen seiner Tätigkeit als Berater und als 1. Vorsitzender des Imkervereins Kassel – dem größten in Hessen. Auf sein Engagement als kommunikativer Imker ist auch der Hessische Rundfunk aufmerksam geworden, der Hernández in verschiedenen Sendungen begleitet hat.

Hernández geht es unter anderem darum, ein Bewusstsein zu schaffen und Menschen in seinem Umfeld die Wunderwelt der Honig-Biene vorzustellen. Sein Engagement beschreibt er so: „Ich möchte mit ihnen meine Begeisterung für dieses besondere Naturerlebnis teilen, damit beispielsweise Kinder früh verstehen, dass Natur, Umwelt, Tiere, Menschen, Lebensmittel und Region in einem engem Zusammenhang stehen. Wenn es mir dann noch gelingt, das Licht der Öffentlichkeit auf die kleinen, aber wertvollen Bienen zu lenken, fühle ich mich meinem Ziel etwas näher.“

Mehr unter www.kassel-stadthonig.de