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Naturland Hof Holm

Hamburgs grüne Seite

Hofstelle
Für die Region typisch, aber ökologisch: das 1903 erbaute Wohn- und Wirtschaftsgebäude der Familie Holm.

Das Bauernhaus der Familie Holm ist in der für die Vierlande um die Jahrhundertwende (1903 erbaut) typischen Bauweise gebaut. Hier wirtschaften Jens-Peter und Ellen Holm mit ihrem Sohn.

Die Vierlande bestehen aus den vier Hamburger Stadtteilen Altengamme, Neuengamme, Curslack und Kirchwerder und sind in den Niederungen des Elbe-Urstromtales entstanden. Erste Eindeichungen wurden im Zuge der Urbarmachung im 12. Jahrhundert vorgenommen.

Die Bauern der Vierlande sind bekannt für ihren Gemüse- und Getreideanbau. Auch einige Sonderkulturen wie Blumen wachsen hier besonders gut. Die Vierlande werden auf der einen Seite durch die Elbe mit ihren Hochwasserschutzdeichen und auf der anderen Seite durch das steile Ufer des Elbe-Urstromtales begrenzt. Die Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen ist nur durch ein umfangreiches Grabensystem zur Entwässerung möglich; deshalb sind sie in schmale Parzellen untergliedert.

"Die Böden sind echte Marschböden, also besonders fruchtbar", erläutert Jens-Peter Holm, der Leiter des Naturland Betriebes. Sein Sohn und Hofnachfolger Frank ergänzt: "In der Bewirtschaftung sind sie allerdings nicht leicht".

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Hinter jedem Mann...

Landmaschine in Getreidehalle
Auf den schweren Marschböden wird zur Beikrautregulierung und Bodenlockerung ein spezieller Striegel mit "auf Griff" stehenden Zinken eingesetzt.

Unterstützt von ihren Frauen wirtschaften Vater und Sohn bereits seit 1994 nach den Naturland Richtlinien ökologisch.

"Wir können uns nichts anderes mehr vorstellen", meint Ellen Holm. Durch Gespräche mit Berufskollegen entstand das Interesse an ökologischer Landwirtschaft. "Wir haben uns damals bei allen Anbauverbänden über Öko-Landbau informiert. Letztlich hat uns die Beratung des Beratungsringes für naturgemäßen Landbau besonders zugesagt", erklärt Jens-Peter Holm. Das führte dann zur Mitgliedschaft bei Naturland.

Überzeugt ist der Landwirt auch von der Notwendigkeit einer internationalen Ausrichtung der Verbandsarbeit im ökologischen Landbau. "Tatsächlich hat ja mein Handeln eine konkrete Auswirkung in meinem Umfeld; ebenso wie die Landwirtschaft insgesamt im ganzheitlichen globalen Kontext", philosophiert Holm.

Mähdrescher
Im Ökö- Getreideanbau darf die Pflanzengesellschaft aus bis zu 20 Prozent Beikräutern bestehen.
Betriebsleiter mit Kindern im Kuhstall
Jonas und Lasse helfen Opa Jens-Peter beim Füttern der Rinder - und fragen ihm Löcher in den Bauch.
Betriebsleiterin mit Kälbern
Bäuerin Ellen Holm ist für die Kälber zuständig und gibt manchmal nach deren Geburt etwas "Starthilfe".

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Leben ist Bewegung

Betriebsleiter mit Sohn und Enkeln vor Photovoltaikanlage
Holm engagiert sich auf dem eigenen Hof ebenso wie darüber hinaus für ökologische Belange.

Die Holms bewirtschaften knapp 30 Hektar Grünland und 19 Hektar Ackerland.

Das Grünland wird von einer Mutterkuhherde beweidet und zur Heugewinnung genutzt. Die Rinder grasen im Sommerhalbjahr von April bis November auf den Weiden. Hier werden auch die Kälber geboren. Im Winter stehen alle Tiere zur Schonung der Grasnarbe im Stall und werden mit dem selbsterzeugten Heu sowie eigenem Getreideschrot gefüttert. Lediglich eine Mineralstoff-Mischung wird dazugekauft und zur sicheren Versorgung aller Tiere verfüttert.

Der Mist in den Tretmist- und Tieflaufställen wird wöchentlich zwei mal mit effektiven Mikroorganismen (Proplantan) behandelt. Dieses Verfahren bindet den leicht flüchtigen Ammoniak und verbessert gleichzeitig das Stallklima wesentlich, so dass es in den Ställen nicht mehr "nach Mist riecht". Der anfallende Mist wird unter einer Überdachung gelagert, damit die Nährstoffe durch Regenwasser nicht ausgeschwemmt werden können.

Auf den Feldern wachsen verschiedene Getreidearten sowie Körnerleguminosen. Der Anbau von Leguminosen (Hülsenfrüchte) dient nicht zuletzt dem Erhalt der Bodenfruchtbarkeit; indem sie aus der Luft Stickstoff binden können, sorgen sie im Boden für eine natürliche Nährstoffzufuhr. Zusätzlich werden zur Zeit Versuche mit Proplantan und Lavamehl auf den Ackerflächen durchgeführt, um die Wirkung auf die Verbesserung des Bodenlebens zu untersuchen.

Der Anbau von Hafer mit Leindotter zur Gewinnung von Öl als Treibstoff ist noch in der Versuchsphase.

Ehrenamtlich setzt sich der Betriebsleiter in seiner freien Zeit gegen Gentechnik in der Landwirtschaft ein. Konkret bedeutet das die Schaffung einer gentechnikfreien Metropolregion Hamburg. Aber auch vor der eigenen Haustür wird weiter gekehrt. So betreibt der Hof seit 1995 eine Windkraftanlage und seit 2003 eine Photovoltaikanlage.

Um Kräfte zu bündeln, haben sich die Naturland Mitglieder der Länder Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern in der Naturland Organisation mit Hamburg vereinigt. Landwirt Holm ist Mitglied des Vorstands der Ländervereinigung und seit einigen Jahren Vorsitzender von Naturland für die Hansestadt Hamburg.

Kühe auf der Weide
Die Jungtiere erhalten den Sommer über zweimal wöchentlich Schrot, damit sie den Kontakt zum Menschen nicht verlieren.
Betriebsleiter mit Sohn
Sohn Frank hat ein gutes Gespür für den Umgang mit Maschinen und entlastet seinen Vater.
Betriebsleiter mit Enkel an Sämaschine
Ein Vorteil für Jung und Alt: Öko- Saatgut ist nicht chemisch behandelt und darf jederzeit angefasst werden.

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Kontrolle und Transparenz

Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch der Naturland Hof von Familie Holm mindestens einmal jährlich auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und zusätzlich der Naturland Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt eine unabhängige, staatlich zugelassene Kontrollstelle durch, bei der dieser Betrieb unter der Kontrollnummer D-HH-039-0813-AD geführt wird.

Weitere Informationen:


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