Öko und Fair aus einer Hand

"Ökologischer Landbau hat nur dann eine Zukunft, wenn die Bauern von ihrer Arbeit leben können. Sonst passiert, was in der konventionellen Landwirtschaft immer häufiger zu beobachten ist: Zahlreiche Höfe sterben, weil Erzeuger durch Preisverfall die Existenzgrundlage verlieren.In den Ländern des Südens und auch hier bei uns müssen Faire Partnerschaften entstehen, damit die Basis unserer Ernährung fortbestehen kann. Viele Naturland Partner haben diesen Weg bereits eingeschlagen, aber bisher nicht nach außen kommunizieren können. Nun sind sie in der Lage, sich in Deutschland und in aller Welt aus einer Hand zertifizieren zu lassen:
Mit Öko, Sozial und jetzt auch Fair Richtlinien deckt Naturland damit alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit ab. Ich bin stolz darauf, dass wir erneut Pionierarbeit leisten. Gemeinsam wollen wir mehr Erzeugern den Weg zu einem fairen Markt ebnen, Verarbeiter zu fairen Partnerschaften inspirieren und nicht zuletzt die Verbraucher für öko und faire Produkte begeistern."
Hans Hohenester
Vorsitzender des Naturland Präsidiums
Geschichte und Ziele der Naturland Fair Zertifizierung
1986 begann die internationale Arbeit von Naturland in Zusammenarbeit mit der GEPA. In den folgenden Jahren wurden die Fair-Handels-Organisationen dwp und BanaFair Naturland Partner. Die sich damit stellenden Themen und Herausforderungen fanden ihren Niederschlag in vielen Bereichen der Naturland Arbeit. Die Verankerung deutlich erweiterter Sozial Standards in den Naturland Richtlinien sowie schließlich auch die Anpassung von Fair Kriterien auf die heimischen Gegebenheiten waren eine logische Konsequenz aus der Zusammenarbeit. 2006 wurden die ersten deutschen Verarbeiter mit regionalem Rohstoffbezug nach „Naturland Kriterien Faire Partnerschaften“ geprüft und für ihre faire Wirtschaftsweise ausgezeichnet.
Gemeinsam mit den Fair-Handels-Organisationen arbeitete Naturland stetig an der Weiterentwicklung. Die nun vorliegenden Naturland Fair Richtlinien bauen zum einen auf der Naturland Geschichte auf und stellen ein konsequentes Ergebnis eines lange gewachsenen Prozesses dar. Sie präzisieren und erweitern die „Naturland Kriterien Faire Partnerschaften“. Anderseits beruhen sie auf der Definition von FINE und den Kerngrundsätzen der Fair-Handels-Organisationen, die in der Grundsatz-Charta für den Fairen Handel (WFTO und FLO 2009) beschrieben sind.
Diese weitreichende Entscheidung einer Naturland Fair Zertifizierung beruht auf dem deutlichen Willen von Naturland der Gesellschaft – und dem Handel – ein klares Signal zu geben. Die Arbeit der Landwirte hat einen sehr hohen Wert. Mit der Naturland Fair Zertifizierung will Naturland Verarbeiter und Händler motivieren die Werte der Richtlinien zu leben und dies entsprechend seinen Kunden kommunizieren zu können. Der Faire Handel bezieht sich nach Naturland nicht nur auf den Preis, sondern auch auf das Wirken und die Motivation eines Unternehmens gegenüber seinen Lieferanten - den Bauern -, den Handelspartnern, den eigenen Mitarbeitern sowie der Gesellschaft.
Pressemitteilung Fair Zertifizierung (pdf-Datei, 77 KB)
Naturland Fair News (pdf-Datei, 1,4 MB)
