Hofgut Räder
Getreide "mit Gesicht" und Schweine in ländlicher Idylle

Unser Betrieb liegt im unterfränkischen Landkreis Rhön-Grabfeld. Bastheim hat mit rund 2700 Einwohnern - 63 Einwohnern pro Quadratkilometer - eine recht geringe Bevölkerungsdichte, ist aber nichtsdestotrotz eine regionale Faschingshochburg. Wir gehören zur Vorrhön, mit qualitativ unbeständigen Böden. Die Region wird als Besengau bezeichnet, abgeleitet aus der Tätigkeit des Besenbindens, die aus wirtschaftlicher Not von der Bevölkerung in den Wintern des 18. und 19. Jahrhunderts ausgeübt wurde.
Meine Frau Anja und ich haben vier Kinder. Gemeinsam mit unserem Angestellten, Vladimir Root, bewirtschafte ich unseren Vollerwerbsbetrieb mit dem Schwerpunkt Schweinemast und Ackerbau. Wir bauen Braugerste "mit Gesicht" an; es handelt sich um Sommergerste, die für die Herstellung von Bio-Bier verwendet wird. Als Obmann im Bauernverband bin ich Mitglied im Arbeitskreis Ökologischer Landbau des Bayerischen Bauernverbandes.
Auf unserem Hof finden auf privater Ebene unregelmäßig Jazzfestivals statt, die uns über die Region hinaus einen gewissen Bekanntheitsgrad verschafft haben.
Naturland: Eine starke Gemeinschaft
Aus Überzeugung, zu Gunsten der Wirtschaftlichkeit und für unsere Kinder haben wir 2000 unseren Betrieb auf ökologischen Landbau umgestellt. Mit Naturland haben wir uns für einen Anbauverband entschieden, der uns hinsichtlich der Vermarktung unserer Erzeugnisse unterstützt. Mit dem Naturland Regionalbüro haben wir außerdem einen greifbaren und zuverlässigen Ansprechpartner in unserer Nähe.
Zum Betrieb gehören 105 Hektar landwirtschaftliche Fläche; davon werden 98 Hektar ackerbaulich genutzt. 2007 kamen rund 50 Hektar Ackerfläche hinzu, die von nahe gelegenen Höfen zugepachtet werden konnten. Durch die Beteiligung an einer Maschinengemeinschaft benötigen wir auf unserem Betrieb kaum eigene Maschinen, sondern leihen sie gegen ein Entgelt oder bekommen sie im Austausch gegen eine Dienstleistung zur Verfügung gestellt. So arbeiten wir bespielsweise auch bei der Futtererzeugung eng mit anderen Bio-Betrieben zusammen.
Gemeinsam mit drei Kollegen bauen wir derzeit auf unserem Hof eine Biogasanlage mit einer geplanten jährlichen Leistung von 200 bis 300 Kilowatt.



Hochwertiges Futter und arttypische Haltung zum Nutzen von Tier und Mensch

Neben Getreideschrot aus eigener Erzeugung oder von anderen Naturland Betrieben verfüttern wir an unsere Schweine seit 2007 auch Biomalzkeime und Brotbrösel. Die Qualität des Futters beeinflußt - ebenso wie die Haltung der Tiere - ganz wesentlich die Fleischqualität. Unsere Laufställe sind großzügig angelegt und mit Stroh ausgestreut. Die Tiere haben jederzeit die Möglichkeit, vom Stall in den überdachten Außenbereich überzuwechseln.
Unsere Schweine gehören einer speziellen Rasse an, deren männliche Tiere ein Endgewicht von rund 250 Kilogramm erreichen und erst im Alter von rund einem Jahr geschlachtet werden. Aus ihrem Fleisch läßt sich auf Grund der hochwertigen Fleisch- und Speckqualität unter anderem eine besondere Salamiwurst herstellen.
Die anfallende Gülle bringen wir auf unseren Feldern aus. Sie enthält wichtige Nährstoffe für das Wachstum der Pflanzen, beeinflußt aber auch den Unkrautanteil auf dem Acker positiv. Während des Getreideaufwuchses muß daher mehrmals gahackt werden. Dies erfolgt zwischen den Reihen mit speziellen Geräten; innerhalb der Reihen benutzen wir die Handhacke, um die Getreidepflanze selbst nicht versehentlich in Mitleidenschaft zu ziehen.
Regelmäßige Kontrolle aller Betriebsbereiche
Wie jeder ökologisch wirtschaftende Betrieb wird auch unser Naturland Hof regelmäßig auf die Einhaltung der EG-Öko-Verordnung und der Naturland Verbandsrichtlinien überprüft. Diese Kontrollen führt das IMO (Institut für Marktökologie) durch, bei dem wir unter der Kontrollnummer D-BY-005-2330-AD geführt werden.
Bei Betrieben, die dem Naturland Verband angehören, umfaßt diese Kontrolle den gesamten Betrieb mit allen Betriebsbereichen (Tierhaltung, -ernährung, Pflanzenerzeugung, Zukauf usw.).



