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Was heißt "öko" oder "bio" nach Naturland Richtlinien?


Wie erkenne ich Öko-Lebensmittel nach Naturland Richtlinien?

Produktpackung mit Naturland Zeichen, Bio-Siegel und Öko-Kontrollnummer

Für alle Lebensmittel gilt: Dort wo Bio/Öko drauf steht, ist auch Bio/Öko drin. Diese Begriffe sind bei Öko-Lebensmitteln gesetzlich nach der EG-Bio-Verordnung geschützt. Diese Produkte müssen die Code-Nummer der Öko-Kontrollstelle des letzten kontrollpflichtigen Vorgangs (z.B. DE-005-Öko-Kontrollstelle) auf der Verpackung nennen. Die hochwertige Öko-Qualität nach Naturland Richtlinien, die über den gesetzlichen Standard hinausgeht, ist am Naturland Zeichen zu erkennen.

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Was sind die Unterschiede zwischen Naturland und Bio-Siegel?

Die Naturland Richtlinien sind strenger als die Kriterien der EG-Bio-Verordnung. Naturland steht für geprüfte Öko-Qualität weit über das Bio-Siegel hinaus:

  • Naturland fördert ökologischen Anbau weltweit
  • Naturland Betriebe müssen ihren gesamten Betrieb auf Öko-Landwirtschaft umstellen
  • Naturland fordert strengere Richtlinienvorgaben im Bereich Futter- und Düngerzukauf
  • Naturland schreibt eine flächengebundene Tierhaltung vor, 50 Prozent des Futters muss vom eigenen Betrieb stammen
  • Naturland verankert die soziale Verantwortung in seinen Richtlinien
  • Naturland unterstützt international vor allem Kleinbauernkooperativen
  • Naturland kennt seine Betriebe und schafft mehr Transparenz durch lückenlose Warenrückverfolgbarkeit. Naturland initiierte mit Partnern  www.bio-mit-gesicht.de

Zudem hat Naturland Richtlinien für Bereiche entwickelt, die im Rahmen der EG-Bio-Verordnung bislang nicht berücksichtigt werden:

  • Sozialrichtlinien
  • NEU: Fair Richtlinien (mehr Infos finden Sie  hier)
  • Richtlinien für Ökologische Aquakultur
  • Richtlinien für Ökologische Waldnutzung
  • Richtlinien für Öko-Textilien
  • Detaillierte Verarbeitungsrichtlinien

Die Naturland Richtlinien waren, zusammen mit den Richtlinien anderer  Öko-Anbauverbände, Grundlage für die Entwicklung der EG-Bio-Verordnung. Naturland ist Mitglied in der Arbeitsgruppe zur Erweiterung der EU-Verordnung zum Thema Aquakultur. Ohne die Kompetenz der privatrechtlichen Verbände sind die gesetzlichen Grundlagen nicht denkbar.

Lesen Sie mehr in unserem Richtlinienvergleich ( Vergleich Naturland und Bio-Siegel, pdf-Datei, 178 KB )

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Wie wird kontrolliert?

Kontrolleure bei der Auswertung ihrer Papiere

Die Kontrolle, dass „Naturland drin ist, wo Naturland drauf steht“, wird von unabhängigen staatlich zugelassenen Kontrollinstituten durchgeführt, die von Naturland beauftragt werden. Die Kontrollstellen, die mit Naturland zusammenarbeiten sind weltweit tätig. Ein peruanischer Kaffeebauer wird genauso kontrolliert wie ein Milchviehbauer im Allgäu.

Zu der Kontrolle dürfen die Kontrolleure jederzeit und unangemeldet kommen. Dann wird der Warenein- und –ausgang, das heißt jede Rechnung, jeder Lieferschein, überprüft. So wird sichergestellt, dass nichts Unerlaubtes, wie chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel oder leichtlösliche Mineraldünger, eingekauft wurde, und dass die Erntemengen genau der Größe des Betriebes und den Erträgen im ökologischen Landbau entsprechen.

Der Inspektionsrundgang über den Betrieb kann je nach Betriebsgröße mehrere Stunden dauern. Felder, Teiche, Grünland, Wald, Weinberge, Stallungen, Wirtschaftsgebäude, die Gesundheit der Tiere, Wachstum und Qualität der Feldfrüchte, Futter und Düngung werden ausführlich überprüft. Alle Betriebe müssen genau darüber Buch führen, was und wie viel sie verkaufen. Der Kontrollbericht geht an die unabhängige Naturland Anerkennungskommission, die abprüft, ob der Betrieb weiter das Naturland Zeichen verwenden darf. Das Naturland Zertifikat wird nur für ein Jahr bis zur nächsten Kontrolle ausgestellt.

Und nur, wenn alles in Ordnung ist, darf ein Betrieb seine Erzeugnisse als Bio- bzw. Naturland zertifiziertes Lebensmittel vermarkten.

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Schützt der "Naturlandbau" unser Klima?

Öko-Landbau ist ein modernes Agrarsystem, das von allen wichtigen Klimaexperten als die klimaschonendste Art der Landbewirtschaftung anerkannt ist. Klimaschutz durch ökologischen Landbau nach Naturland Richtlinien hat seine Wurzeln darin, dass dieser den Betriebsorganismus und seine Kreisläufe ganzheitlich und als möglichst geschlossenes System betrachtet. Die nachhaltige Gesundheit und Fruchtbarkeit dieses Organismus wird - anders als in der konventionellen Landwirtschaft - durch ein vielseitiges System von umweltverträglichen Maßnahmen sichergestellt. Diese Maßnahmen ergänzen sich gegenseitig. Energiesparendes Arbeiten ist ein wichtiger Grundsatz, auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pestiziden und leichtlöslichen Mineraldüngern wird verzichtet. Diese sind sehr energieintensiv in der Herstellung. Eine Studie der TU München belegt, dass die Emission von Treibhausgasen auf Öko-Flächen auf ein Drittel verringert würden. Der höhere Humus-Gehalt in den Böden der Öko-Bauern bindet langfristig CO2 aus der Luft.

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Warum sind Öko-Lebensmittel teurer?

Kuh auf Weide

Naturland Bauern düngen organisch mit hofeigenem Dünger und verzichten auf chemisch-synthetischen Pflanzenschutz. Sie ernten deshalb weniger als konventionell arbeitende Bauern - je nach Kultur bis zu 30 Prozent. Öko-Bauern arbeiten heute zwar mit modernen Maschinen. Dennoch haben sie immer noch mehr Handarbeit als ihre konventionellen Kollegen, besonders im Bereich der Tierhaltung. Auch die Verarbeitung ökologischer Rohstoffe ist sehr aufwändig, weil viel weniger Zusatzstoffe zugelassen sind.

Die Tierhaltung erfolgt artgerecht mit Einstreu, mehr Platz und Auslauf für die Tiere.

Die geringere Produktionsmenge, viel Handarbeit und die aufwändige Verarbeitung machen die Produkte besonders hochwertig, aber auch etwas teurer.

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Letzte Änderung 26.01.09

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