Neue Gentechnik-Verfahren wie CRISPR*, mit denen in die Genetik von Pflanzen und Tieren eingegriffen wird, müssen als Gentechnik eingestuft werden und gemäß dem Vorsorgeprinzip einer Risikoprüfung und Kennzeichnung unterliegen. Das fordert ein breites Bündnis von Verbänden sowie die 67.000 UnterzeichnerInnen des Aufrufs „Freifahrtschein für neue Gentechnik-Verfahren? Das machen wir nicht mit, Herr Minister Schmidt!“

Staatssekretär Robert Kloos nahm die Unterschriften am 17. März in Berlin entgegen. Der Appell wurde von 27 Verbänden aus der konventionellen und ökologischen Landwirtschaft, Pflanzenzüchtern, Lebensmittelhandwerk, Umwelt- und Verbraucherschutz unterstützt.

Heimische Eiweißpflanzen wie Erbsen und Bohnen sind wichtige Bausteine für eine nachhaltige und regionale Nutztierfütterung. Sie ermöglichen es, eine gentechnikfreie Fütterung umzusetzen, die von Seiten der Verbraucher immer stärker nachgefragt wird. Aber auch für die menschliche Ernährung werden die Hülsenfrüchte wieder entdeckt.

Der Bedarf an Eiweißfuttermitteln ist hierzulande deutlich höher als das Angebot und wird durch Importe aus Übersee gedeckt. Das Ziel des modellhaften Demonstrationsnetzwerks Erbse/Bohne ist es, die Ausweitung des Anbaues und der Verarbeitung dieser beider Kulturen in Deutschland zu unterstützen. Für dieses Vorhaben werden noch interessierte Betriebe gesucht!

Kampagne www.oekobauer-gesucht.de soll weitere Umsteller für Öko-Landbau gewinnen

2000 nl bayern 250Ergolding – Die große Nachfrage nach regionalen Bio-Produkten bewegt immer mehr Bauern zur Umstellung auf ökologischen Landbau. 2015 kamen allein in Bayern 147 neue Naturland Betriebe hinzu, darunter auch der Betrieb von Bernhard Pollner. Bei einem Fototermin auf dem Hof in Ergolding begrüßte der Naturland Landesvorsitzende Hubert Heigl Pollner am Dienstag als 2000. Naturland Mitglied in Bayern. Zugleich stellte Heigl die Kampagne www.oekobauer-gesucht.de vor, deren Ziel es ist, weitere Bauern für eine Umstellung auf ökologischen Landbau zu gewinnen.

„Die Rahmenbedingungen für eine Umstellung sind derzeit so gut wie lange nicht, gerade hier bei uns in Bayern”, sagte Heigl bei der Übergabe des Naturland Hofschilds an den neuen Mitgliedsbetrieb.

Seit vielen Jahren bauen in Südafrika Kleinbauern der Kooperative Heiveld Rooibos-Tee nach Naturland Richtlinien an. Der Export des ökologisch angebauten und fair gehandelten Tees verschafft den Kooperativen-Mitgliedern die Chance auf mehr Unabhängigkeit.

Aber auch heute noch, 20 Jahre nach dem Ende der Apartheid ist das meiste kultivierbare Land in den Händen weißer Groß-Farmer. Viele Kleinbauern haben daher nicht genug Land um sich davon zu ernähren. Für die Rooibosbauern von Heiveld ist es daher eine große Chance, in diesem Jahr die 2.549 ha große Blomfontein-Farm kaufen zu können.

Ökolandbau zeigt, wie Landwirtschaft ohne Herbizide funktioniert

Felix Loewenstein 250Der umstrittene Herbizidwirkstoff Glyphosat soll nach Willen der EU-Kommission weitere 15 Jahre zugelassen werden. Auch die Abgeordneten von CDU/CSU und SPD im Bundestag sprachen sich nicht gegen Glyphosat aus. Kommende Woche sollen die EU-Mitgliedsstaaten über eine Zulassungsverlängerung entscheiden – weitgehend ohne Mengen- oder Anwendungsbeschränkung. „Wer für Glyphosat stimmt, torpediert den notwendigen Umbau der Landwirtschaft Richtung Nachhaltigkeit“, kommentierte Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und langjähriges Naturland Präsidiumsmitglied, diese sich abzeichnende Entwicklung am Freitag (4.3.) in Berlin.

Im Koalitionsvertrag hatten CDU/CSU und SPD noch angekündigt, nachhaltige Pflanzenschutzverfahren zu stärken. „Wir erwarten deshalb von Landwirtschaftsminister Schmidt sich im Sinne des Vorsorgeprinzips gegen weitere 15 Jahre Glyphosat auf den Äckern auszusprechen“, unterstrich der BÖLW-Vorsitzende.

Am 22.02. besuchte Elizabeth C. Mondejar, Marketingbeauftragte der Alter Trade Corporation (ATC) aus den Philippinen, die Geschäftsstelle des Naturland Verbandes in Gräfelfing. Die Vertreterin der Zuckerrohrgenossenschaft wurde von Naturland Geschäftsführer Steffen Reese und Friedrun Sachs von der Internationalen Abteilung herzlich empfangen. Alter Trade Corporation und Naturland verbindet eine über 20 jährige Kooperation.

Der Kontakt zwischen Alter Trade und Naturland kam in den 90er-Jahren über das Fairhandelshaus GEPA zustande. Naturland stand den Zuckerrohrbauern bei der Umstellung auf ökologsichen Landbau beratend zur Seite. 1997 war es dann soweit. Die GEPA brachte den ersten Naturland zertifizierten Bio-Mascobado-Vollrohrzucker auf den deutschen Markt.