Vor genau fünf Jahren haben nahezu alle Länder der Erde das Pariser Klimaabkommen unterzeichnet, um die Klimakrise aufzuhalten. Im Rahmen des UN-Ambitionsgipfels am 12. Dezember sollen nun alle Vertragsparteien der Klimarahmenkonvention UNFCCC ihre neuen Klimapläne präsentieren. Die internationale Fair-Trade-Bewegung, zu der auch Naturland gehört, fordert die Staaten auf, ihren Verpflichtungen nachzukommen und faire Handelspraktiken in den globalen Lieferketten als unverzichtbar für Klimagerechtigkeit anzuerkennen.

In ihrer gemeinsamen Stellungnahme „Keine Klimagerechtigkeit ohne Handelsgerechtigkeit“ verdeutlichen die Fair-Handels-Organisationen, wie ungerecht die Auswirkungen der Klimakrise sind. Sie treffen vor allem Menschen im Globalen Süden, die am wenigsten dafür verantwortlich sind. Die COVID-19-Pandemie potenziert diese Ungerechtigkeit. In ihrer Erklärung betonen die Fair-Handels-Akteure, wie eng die aktuellen Gesundheits- und Umweltkrisen mit den ungerechten Machtverhältnissen entlang globaler Lieferketten zusammenhängen.

Naturland Agrarpolitiktag mit hochrangigen Expert:innen aus Wissenschaft und Medien

Loewenstein Agrarpolitiktag 250Gräfelfing, 03.12.2020 - Wie wird die Landwirtschaft im Jahr 2030 aussehen und welche Möglichkeiten hat der Ökolandbau, diese Zukunft mitzugestalten? Das waren die Leitfragen, die ein prominent besetztes Podium beim Naturland Agrarpolitiktag 2020 aus verschiedenen Blickwinkeln heraus diskutierte. Knapp 80 Naturland Landwirt:innen und Gäste nahmen an der zweistündigen Veranstaltung teil, die Corona-bedingt als Web-Konferenz stattfand.

Die Auswahl der Redner:innen sorgte dabei dafür, dass der Blick weit über die landwirtschaftliche Praxis im engeren Sinne hinausging auf die gesellschaftlichen Bedingungen unseres Ernährungssystems.

Rund 28 Millionen Weihnachtsbäume werden jährlich in Deutschland verkauft. Der allergrößte Teil stammt aus Weihnachtsbaumkulturen. Nur etwa 15 Prozent aller in Deutschland gehandelten Weihnachtsbäume werden noch von Waldbetrieben verkauft, der Rest kommt von Plantagen. Was viele nicht wissen: Konventionelle Christbaum-Plantagen bedeuten auch Pestizide und viel Mineraldünger und damit eine Belastung von Böden sowie von Grund- und Oberflächengewässern.

Die Alternative sind Weihnachtsbäume aus ökologischer Erzeugung. Sie werden ohne jeglichen Mineraldünger- und Pestizideinsatz angebaut. Erfreulich ist, dass die Zahl der Verkaufsplätze für Öko-Weihnachtsbäume stark gewachsen ist: von etwa 50 vor zehn Jahren auf heute über 800.

Böden zentral für Klimaschutz und Artenvielfalt – Naturland und LBV fordern echten Systemwechsel in der Agrarpolitik

Erde 350 iStock 000010068472SmallGesunde Böden sind die Grundlage unseres Lebens. Sie spielen eine entscheidende Rolle für unsere Ernährung, für den Klimaschutz und auch für die Sicherung der Artenvielfalt. Daher fordern Naturland und LBV zum Weltbodentag am 5. Dezember dazu auf, die Bewahrung und Förderung gesunder Böden zu einer zentralen Aufgabe der europäischen Agrarpolitik zu machen.
Mit der gemeinsamen bundesweiten Kampagne #wirlebenArtenvielfalt auf der Seite www.wirsindzukunft.earth laden Naturland und der LBV die Verbraucher*innen ein, das dringend notwendige, grundlegende Umsteuern in der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP) direkt bei Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner einzufordern.

Gemeinsame Kampagne von Naturland und LBV bindet Verbraucher:innen in die Rettung der Artenvielfalt und einer enkeltauglichen Landwirtschaft ein

artenvielfalt button 25026.11.2020 Gräfelfing/Hilpoltstein – Intakte Ökosysteme sind mehr als schöne Landschaften. Sie versorgen uns mit sauberem Trinkwasser, gesunden Böden und Räumen zur Entspannung. Ihre natürliche Vielfalt bildet die Grundlage unseres Lebens. Sie zu erhalten und dem dramatischen Artensterben vor unserer eigenen Haustür etwas entgegenzusetzen, ist eine dringliche Aufgabe, die Landwirtschaft und Naturschutz, Politik und Gesellschaft nur gemeinsam bewältigen können und müssen.

„Dem Artensterben muss endlich Einhalt geboten und die Zukunft einer bäuerlich-ökologischen Landwirtschaft in Europa gesichert werden. Dafür braucht es ein grundlegendes Umsteuern der Politik“, fordern Naturland Präsident Hubert Heigl und Dr. Norbert Schäffer, Vorsitzender des Landesbund für Vogelschutz (LBV).

Hahnenaufzucht statt „In Ovo“-Selektion - Delegiertenversammlung beschließt Fahrplan für Komplettausstieg aus dem Kükentöten

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Gräfelfing – Bei Naturland soll in Zukunft zu jeder Legehenne auch der dazugehörige Bruder aufgezogen werden. Mit einem entsprechenden Beschluss hat die Naturland Delegiertenversammlung ein klares Signal gegen das Kükentöten und die „In Ovo“-Selektion und für eine ganzheitliche Öko-Hühnerhaltung nach Naturland Richtlinien gesetzt. „Als Öko-Verband ist es unser Anspruch, ganzheitliche Lösungen für das Problem des Kükentötens zu entwickeln. Diese Lösungen, an denen Naturland auch schon lange arbeitet, heißen Zweinutzungshuhn und Bruderhahn“, sagte Naturland Präsident Hubert Heigl.

„Jedes Tier hat einen Wert und deshalb wollen wir auf unseren Betrieben auch jedem Hahn seinen Platz geben“, unterstrich Heigl.