Naturland Online-Delegiertenversammlung: Löwenstein und Heigl fordern mehr Flexibilität in der GAP statt Bindung von Mitteln an die Flächenförderung

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Gräfelfing – Die Umsetzung des Green Deals der EU-Kommission muss ins Zentrum der weiteren Verhandlungen über die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) rücken. „Wir brauchen eine enkeltaugliche Landwirtschaft, die Umwelt, Artenvielfalt und den bäuerlichen Betrieben in Europa gleichermaßen eine Zukunft gibt. Dafür ist das, was bisher an Vorschlägen auf dem Tisch liegt, viel zu wenig“, sagte Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Öko-Dachverbands Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), am Mittwoch zum Auftakt der zweitägigen Naturland Delegiertenversammlung.

„Wir haben ein ehrgeiziges Ziel beim Ausbau des Öko-Landbaus. Dafür müssen wir alle Spielräume nutzen, die die GAP bietet, um die Finanzierung dieses Ausbaus zu gewährleisten“, sagte Löwenstein.

Naturland und LBV zum Treffen der EU-Agrarminister*innen: nachhaltige Landwirtschaft stärken

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Gräfelfing/Hilpoltstein – GAP-Gelder sind Steuergelder. In den nächsten sieben Jahren gibt jeder EU-Bürger pro Jahr 124 Euro Steuergelder für die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP) aus. „Das Geld der europäischen Steuerzahler sollte effektiv für die Umwelt und eine enkeltaugliche Landwirtschaft ausgegeben werden“, fordern der LBV-Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer und Naturland Präsident Hubert Heigl gemeinsam mit Blick auf die an diesem Montag stattfindende Videokonferenz der europäischen Agrarminister*innen.

Naturland und LBV zum Start der Trilog-Verhandlungen zur GAP in Brüssel

Dr Norbert Schaeffer pm klein10.11.20 – Natur und Landwirtschaft stecken in Deutschland und Europa in einer tiefen Krise. Das massive Artensterben von Feldvögeln, Insekten und Ackerwildkräutern geht ungemindert weiter und zugleich kämpfen viele Landwirt*innen um ihre wirtschaftliche Existenz. „Mit der zukünftigen GAP muss dem Artensterben endlich Einhalt geboten und die Zukunft einer bäuerlich-ökologischen europäischen Landwirtschaft gesichert werden“, fordern LBV-Vorsitzender Dr. Norbert Schäffer und Naturland Präsident Hubert Heigl.

„Die derzeitigen Vorschläge des EU-Parlaments und der EU-Agrarminister sind nur bedingt geeignet, um die Grundlage für eine enkeltaugliche Landwirtschaft darzustellen“, sind sich Schäffer und Heigl einig.

Naturland zu GAP-Richtungsbeschlüssen in Europäischem Rat und Parlament

hubert heigl 250Gräfelfing, 21.10.2020 – Als Verrat an Umwelt- und Klimaschutz kritisiert der Öko-Verband Naturland die Beschlüsse von EU-Agrarrat und EU-Parlament zur Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP). „Mit diesem Anti-Reform-Deal wird nicht die Zukunft der europäischen Landwirtschaft gestaltet, sondern ihre Vergangenheit auf Jahre hinaus festgeschrieben“, sagte Naturland Präsident Hubert Heigl am Mittwoch in Gräfelfing.

Wie Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner die Beschlüsse der Mitgliedsländer dabei auch noch als „Meilenstein für einen Systemwechsel“ verkaufen könne, sei ihm völlig schleierhaft. „Tatsächlich erleben wir hier einen Frontalangriff auf den Green Deal der EU-Kommission", sagte Heigl. 

Staatsminister Glauber zeichnet Öko-Ochsenmäster mit Ammenaufzucht für besonders hohes Tierwohl-Engagement aus

tierschutzpreis mayr 250München – Der Naturland Betrieb von Familie Mayr aus Riegsee im Landkreis Garmisch-Partenkirchen erhält den diesjährigen Tierschutzpreis der Bayerischen Staatsregierung. Der Öko-Betrieb wird damit für seine besonderen Verdienste um den Tierschutz in der Nutztierhaltung geehrt.

Auf dem Öko-Betrieb werden die Kälber von Ammenkühen auf der Weide aufgezogen, dabei setzen Mayrs auf regionale Rassen wie Fleckvieh und die vom Aussterben bedrohte Nutztierrasse Murnau-Werdenfelser. Das Bio-Ochsenfleisch wird unter der Marke "Riegseer Weideochse" an die regionale Gastronomie vermarktet.

Zusammen mit seinen Partnern Fairtrade International und dem Forum Fairer Handel, in dem auch Naturland Mitglied ist, investiert das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in einen Hilfsfonds. Mit über 13 Millionen Euro werden nachhaltig produzierende kleinbäuerliche Betriebe in Entwicklungsländern unterstützt, um in der Corona-Krise Jobs zu erhalten.

Die Initiative ist ein wichtiges Beispiel für eine gelungene Kooperation von zivilgesellschaftlichen Akteuren und dem BMZ. Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller: „Corona macht deutlich, wie eng wir auf der Welt verbunden und wie verwundbar wir sind. Die Ärmsten in den Entwicklungs- und Schwellenländern brauchen unsere Solidarität – erst recht in Krisenzeiten. Ich bin dankbar, dass es uns gemeinsam mit unseren langjährigen Partnern im Fairen Handel gelungen ist, nachhaltig produzierende kleinbäuerliche Betriebe schnell zu unterstützen.“