276 neue Betriebe allein in Deutschland

Hans Hohenester 250Gräfelfing/Berlin – Nach zwei eher verhaltenen Jahren kann Naturland wieder ein deutliches Betriebs- und Flächenwachstum verzeichnen. In Deutschland liegen die Zuwächse prozentual sogar im zweistelligen Bereich. 2015 stieg die Zahl der deutschen Naturland Betriebe gegenüber dem Vorjahr um 10,5 Prozent auf über 2.900 Bauernhöfe, wie der Öko-Verband im Vorfeld der Internationalen Grünen Woche (IGW) mitteilte. Bei der Fläche betrug das Wachstum knapp elf Prozent auf gut 150.000 Hektar. Dazu kommen noch etwa 54.000 Hektar nach Naturland Richtlinien bewirtschafteter Waldfläche.

„Neben der aktuellen Krise im konventionellen Milchmarkt, die viele Bauern zum Umstellen bewogen hat, ist diese positive Trendwende auch ein Ergebnis der verbesserten Förderbedingungen in den Bundesländern“, kommentierte der Öko-Bauer und Naturland Präsidiumsvorsitzende Hans Hohenester die Zahlen.

Auf der Internationalen Grünen Woche vom 15. bis 24. Januar in Berlin können sich die Messebesucher bei Naturland in der Biohalle (1.2b) darüber informieren, was gesunde Böden alles leisten und was Öko-Bauern tun, um diese lebenswichtige Ressource zu schützen. Naturland wird mit einer Aktionsfläche sowie einem Gemeinschaftsstand mit mehreren Naturland Partnern präsent sein. Dabei wird vor allem für Kinder und Jugendliche viel geboten.

Auf der Aktionsfläche (Stand 230) des Naturland e.V. wird unter der Leitung unseres Kooperationspartners „Wissenschaft für Kids mit Tüftelfaktor“ die Grundlage des Öko-Landbaus, der Boden, genauer betrachtet. Wochentags testen Schüler Leguminosen wie Klee oder Lupinen auf ihre Kräfte und Besonderheiten. Am Pigmentetisch wird Erde gesiebt, gemörsert, gemischt und eine selbstgestaltete „Höhlen“- Tapete zeigt, wie bunt die Welt unter Tage sein kann.

Die Sieger im bundesweiten Wettbewerb „BodenWertSchätzen“ stehen fest. 19 „Leuchtturmprojekte“ sind von einer Fachjury aus den insgesamt knapp 160 Bewerbungen für das Finale in der Deutschen Bundesstiftung Umwelt in Osnabrück nominiert worden. Im Themenfeld „Landbewirtschaftung“ fiel der mit 5000 € dotierte 1. Platz auf den Naturland Betrieb der Familie Lex im bayerischen Bockhorn, die ihren Hof seit 35 Jahren nach ökologischen Richtlinien bewirtschaften.

Die Jury überzeugte vor allem die funktionierende Vermarktung und die Veranstaltung des Schulklassenprogramms "Erforsche die VIELFALT auf einem Biohof". Darin werden Schüler spielerisch an das Thema "biologische Vielfalt" in Verbindung mit Ökolandbau und gesunder Ernährung herangeführt.

Am kommenden Montag, den 14. Dezember 2015, wird sich beim ARD um 20.15 Uhr Tim Mälzers „Lebensmittel-Check“ rund um das Ei drehen. Auf der Suche nach dem perfekten Ei wird der TV-Koch und Ernährungsexperte auf Gut Thurbruch fündig. Der Usedomer Naturland Betrieb ist Teil der ei care-Initiative und zieht sowohl Henne als auch Hahn auf.

Auf Gut Thurbruch sowie weiteren sieben ei care-Höfen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern wird die traditionelle Hühnerrasse „Les Bleues“ groß. Dabei handelt es sich um eine Zweinutzungsrasse, deren Hühner genug Eier legen und deren Hähne genug Fleisch ansetzen, um für den Bio-Markt interessant zu sein.

LaSelva Gründer und Naturland Mitbegründer Karl Egger überträgt nach 35 Jahren seine Geschäftsführung dem Dipl.-Ing. der Lebensmitteltechnologie Christian Stivaletti. Bereits seit zwei Jahren bringe der aus Grosseto stammende Toskaner seine Erfahrungen aus dem Qualitäts- und Umweltmanagement sowie aus dem Arbeitsschutz auf dem Öko-Landgut und in der Verarbeitung mit ein.

Der in Italien lebende ehemalige Münchner Karl Egger hat in den vergangenen drei Jahrzehnten langjährige Partnerschaften für LaSelva aufgebaut. Stivaletti werde nun die Kommunikation mit dem Gründer-Netzwerk für das deutsch-italienische bzw. internationale Team weiterführen.

Kakaobohnen 250Und täglich grüßt ein Täfelchen im Adventskalender. Zur Adventszeit hat Schokolade wieder Hochkonjunktur. Aber auch sonst ist sie bei uns äußerst beliebt. Umgerechnet wird  ca. jede achte weltweit geerntete Kakaobohne in Deutschland verzehrt. Was für uns ein süßes Extra bedeutet, ist für viele Kleinbauern die Lebensgrundlage. Doch die meisten Kakaobauern leben in bitterer Armut.

Der Faire Handel bietet hier eine gute Alternative. Die Kombination aus ökologischem Anbau und fairem Handel sowie die technische Unterstützung der einzelnen Bauern ermöglicht es vielen, ihre Situation zu verbessern. Diverse Naturland Kleinbauern-Kooperativen arbeiten mit Fair-Handelshäusern zusammen.