Naturland Delegierte fordern Erhalt des Vorsorgeprinzips in Umwelt- und Verbraucherschutz

Hans Hohenester 250Naturland sieht sich durch die von Greenpeace veröffentlichten TTIP-Dokumente in der Befürchtung bestätigt, dass das geplante Freihandelsabkommen den Umwelt- und Verbraucherschutz in Europa auf lange Sicht erheblich gefährdet. Dies wird vor allem deutlich im offenbar massiven Drängen der USA, das europäische Vorsorgeprinzip auszuhöhlen und durch das amerikanische Risikoprinzip zu ersetzen, welches in erster Linie den Interessen der Industrie dient.

„Das Vorsorgeprinzip muss der Maßstab bleiben! Nur unsere heutigen Standards in Sachen Umwelt- und Verbraucherschutz festzuschreiben, wie Politiker von Schwarz-Rot in Berlin inzwischen eilfertig versprechen, reicht nicht. Wir müssen vielmehr auch in Zukunft noch in der Lage sein, diese Standards weiterzuentwickeln”, sagte Hans Hohenester, Öko-Bauer und Naturland Präsidiumsvorsitzender, auf der Delegiertenversammlung des Öko-Verbands am Dienstag in Gräfelfing.

Naturland Fair Sieger bei Stiftung Warentest

StiWa Naturland Fair 250Kann der Kauf von fair gelabelten Produkten die Situation der Bauern verbessern? Dieser Frage geht die Stiftung Warentest in ihrer aktuellen Ausgabe nach und stellt dafür sechs Siegel auf den Prüfstand. Das Fazit der Prüfer: „Ja, am meisten bei Naturland Fair.“

Ganz besonders überzeugte die Tester die „starke ökologische und sehr starke soziale Ausrichtung“ von Naturland Fair sowie die problemlose Rückverfolgbarkeit der zertifizierten Produkte. Mit im Test waren außerdem die Zertifizierungen von Fairtrade, Hand in Hand (Rapunzel), Utz Certified, Rainforest Alliance Certified und GEPA fair+. „Den höchsten Standard setzt das Siegel Naturland Fair“, urteilen die Tester.

Im April trafen sich ein Netzwerk (Leading Organic Alliance; AG Soziale Verantwortung) verschiedener europäischer Öko-Verbände, Kontrollstellen und Zertifizierer in Sant’Onofrio, Kalabrien um gemeinsam zum Thema Sozialrichtlinien und Sozialaudits zu arbeiten.

Das Treffen war Teil eines inzwischen zweijährigen Arbeitsprozesses zu der Thematik. Naturland bringt dabei seine mittlerweile über zehnjährige Erfahrung in der Abprüfung von Sozialkriterien ein.

Anlässlich der Unterzeichnung des Pariser Klimaabkommens in New York appellieren über 40 Organisationen, darunter auch Naturland, an die Bundesregierung, die nationalen Klimaschutzziele zu verschärfen und dies gesetzlich festzuschreiben. Für das Jahr 2050 müsse das deutsche Klimaschutzziel auf mindestens 95 Prozent weniger CO2 im Vergleich zu 1990 angehoben werden.

Der vorgestellte Klimaschutzplan 2050 beinhaltet einen Maßnahmen-Katalog zur CO2-Reduzierung, der auch die Landwirtschaft mit einbezieht. Zu den geforderten Maßnahmen gehören unter anderem die Förderung des ökologischen Landbaus und eine Reduzierung der Tierbestände.

Essen aus artgerechter Tierhaltung für München, dafür setzt sich das Aktionsbündnis „Artgerechtes München“ ein. Vom 10. - 12. April machte das Aktionsbündnis mit der Kunstinstallation „Alles hat ein Ende… (nur die Wurst hat keins)“ mitten auf dem Münchener Marienplatz auf sich aufmerksam. Anlass der Aktion war eine Sitzung des Gesundheitsausschusses des Stadtparlaments zum Thema „Artgerechte Tierhaltung“. 

Ziel des Bündnisses ist, dass sich die Landeshauptstadt München per Stadtratsbeschluss dazu verpflichtet, zukünftig nur noch Produkte einzusetzen bzw. zuzulassen, die nachweislich aus artgerechter Tierhaltung stammen.

Großer Bahnhof auf dem Naturland Hofgut Habitzheim: Die hessische Landwirtschaftsministerin Priska Hinz überreichte am Dienstag (12. April) das Bundesverdienstkreuz am Bande an Dr. Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Branchenverbands BÖLW und langjähriges Naturland Präsidiumsmitglied. Die Ministerin, die das Bundesverdienstkreuz in Vertretung von Bundespräsident Joachim Gauck überreichte, würdigte Löwenstein als „die deutsche Stimme des ökologischen Landbaus“.

Daneben hob Hinz das vielfältige weitere Engagement Löwensteins hervor, etwa als Entwicklungshelfer und als Autor von Büchern zum Thema Öko-Landbau und Welternährung. Löwenstein selbst betonte in seiner Dankesrede, die Auszeichnung zeige, dass der Öko-Landbau in der Gesellschaft angekommen sei und als wertvoller Impulsgeber für die Zukunftsfähigkeit der Landwirtschaft breite Anerkennung finde.