Infotage für umstellungsinteressierte Landwirte – Delegiertenversammlung in Gräfelfing

DV0 05.2015 250Gräfelfing – Die Rahmenbedingungen für Öko-Bauern sind derzeit so gut wie lange nicht. „Während die Nachfrage nach regionaler Öko-Ware ungebrochen hoch ist, haben die meisten Bundesländer ihre Öko-Förderung deutlich erhöht. Diese Chance müssen wir nutzen, um weitere Betriebe für eine Umstellung zu gewinnen“, sagte der Naturland Präsidiumsvorsitzende Hans Hohenester auf der Delegiertenversammlung der Naturland Bauern am Donnerstag in Gräfelfing.

Unter dem Motto „Öko jetzt!“ bietet Naturland deshalb auf Mitgliedsbetrieben in verschiedenen Regionen Infotage an, um umstellungsinteressierte Landwirte praxisnah über den Öko-Landbau zu informieren.

Einmal im Jahr trifft sich der Internationale Beirat von Naturland im Vorfeld der Naturland Delegiertenversammlung in Gräfelfing. In diesem Jahr diskutierte er vom 19. bis 20. Mai gemeinsam mit dem Naturland Team Herausforderungen und Chancen für den Ökologischen Landbau in verschiedenen Regionen der Welt.

Es wurde berichtet aus Südamerika, Afrika, Indien, Süd-Ostasien und Europa. Auch die Situationen auf dem deutschen, europäischen und den jeweiligen heimischen Öko-Märkten wurden beleuchtet. Leitfaden aller Berichte war die Frage der Ökologischen Intensivierung.

Startschuss für „Zukunftsstrategie Öko-Landbau“ - Hohenester: Zeitplan zu wenig ambitioniert

Hans Hohenester 250Naturland begrüßt die geplante „Zukunftsstrategie Öko-Landbau“ der Bundesregierung als eine lange überfällige Initiative, die nun auch mit dem notwendigen Nachdruck vorangetrieben werden müsse. „Es ist gut, dass Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt mit dieser Zukunftsstrategie das bereits vor Jahren formulierte Ziel der Bundesregierung von mindestens 20 Prozent Öko-Landbau nun endlich ernsthaft aufgreift“, sagte der Öko-Bauer und Naturland Präsidiumsvorsitzende Hans Hohenester am Rande der Kick-off-Veranstaltung am Dienstag (19.5.) im Berliner Agrarministerium.

„Es braucht aber eine klare Festlegung, bis wann dieses Ziel erreicht werden soll. Nur so bekommt die Strategie eine Verbindlichkeit, die über das Ende dieser Legislaturperiode hinaus trägt“, unterstrich Hohenester.

Klimaschutz ist die zentrale Aufgabe unserer und nachfolgender Generationen. Der Klimawandel ist eine Bedrohung für die gesamte Weltbevölkerung und nicht nur in den Regionen, in denen er bereits jetzt  – in zum Teil verheerendem Ausmaß zu spüren ist .

Vielerorts kommt es zu Extremwetterlagen, Unwettern und Dürren, die als direkte Folge des Klimawandels zu betrachten sind - mit gravierenden Auswirkungen auf die Lebensmittelproduktion. Somit bedroht der Klimawandel direkt die politische Stabilität und den Frieden von ganzen Ländern und Regionen. Klimawandel betrifft uns alle. Er ist jetzt und nur durch gemeinsame Lösungsansätze lässt sich anhaltend etwas ändern.

Nürnberg – Mit Öko und Direktvermarktung in die Zukunft: So könnte man das Betriebskonzept des Naturland Hofs der Familie Froschhammer im oberpfälzischen Thalmassing umschreiben. Klar, dass zu einer gelungenen Direktvermarktung auch ein Hoffest für die Kunden gehört.

Die Veranstaltung im September 2013 war für Betriebsleiter Ludwig Froschhammer und seine Familie Premiere und Riesenerfolg zugleich: Fast 1.000 Besucher kamen, um bei Betriebsführungen einen Blick hinter die Kulissen des Hofs zu werfen und Leckeres vom Bunten Bentheimer Landschwein sowie andere ökologische Köstlichkeiten zu probieren. Zahlreiche Marktstände boten allerlei Selbstgemachtes an, und der örtliche Landmaschinenhändler stellte seine neuesten Schlepper aus.

Naturland fordert Nein zum Merkel-Mais von neuem Agrarminister Schmidt

Gräfelfing – Der Öko-Verband Naturland begrüßt die schnelle Regelung der Ministernachfolge im Bundeslandwirtschaftsministerium. „Der überraschende Rücktritt von Hans-Peter Friedrich darf nicht dazu führen, dass wichtige Entscheidungen aufgeschoben werden. Darum ist es gut, dass mit Christian Schmidt so schnell ein Nachfolger für das Amt des Bundeslandwirtschaftsministers gefunden wurde“, sagte Hans Hohenester, Öko-Bauer und Naturland Präsidiumsvorsitzender, am Montag in Gräfelfing.
Zugleich forderte Hohenester den designierten CSU-Agrarminister auf, das noch von seinem Amtsvorgänger Friedrich angekündigte nationale Anbauverbot für den Gentech-Mais „1507“ möglichst rasch in die Tat umzusetzen. Dabei gehe es nicht nur um die Zukunft des Öko-Landbaus in Deutschland. „Es geht auch um die Zukunft der konventionell wirtschaftenden Bauern in Deutschland, für die Gentechnik-Freiheit ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal im Export darstellt“, unterstrich Hohenester. Zudem lehne die große Mehrheit der Bevölkerung die Agro-Gentechnik klar ab.