Naturland fordert eine Ausweitung des Fruchtfolgeprogramms für Hessen

Ferber Hinz Foerster 250Christoph Förster (r.) und Umweltministerin Priska Hinz 2014 auf der Hessischen Staatsdomäne Marienborn (Quelle: Naturland)„Je mehr Wetterextreme wir erleben, umso mehr müssen wir auf unsere Böden achten“, kommentiert Rainer Vogel, Naturland Landwirt aus Nidderau, das trockenste Frühjahr in der Wetterau seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen. Kombiniert mit dem heißen Juli 2015 lässt sich aktuell bei der Ernte sehr gut beobachten, dass je nach Bodenqualität und Bodenverdichtung die Erträge von gut durchschnittlich bis zum Totalausfall variieren können.

Ein ausgeklügeltes Fruchtfolgesystem und der Einsatz bodenschonender Technik baut Humus auf und gibt den Pflanzen die Chance, auch aus tieferen Bodenschichten Wasserreserven zu erreichen. Naturland fordert deshalb eine Neuauflage des Fruchtfolgeprogramms in Hessen, um alle Landwirte zu mehr Vielfalt auf dem Acker zu bewegen.

maurer landschaftspflegepreis 250Hans Maurer (r.) bei der Preisverleihung des Deutschen Landschaftpflegepreis (Quelle: Dagmar Rittner)Den diesjährigen Deutschen Landschaftspflegepreis erhielt Naturland Bauer Hans Maurer für seine technischen Innovationen zur Bewirtschaftung schwer zugänglicher, naturschutzfachlich wertvoller Flächen. Mit dem Landschaftspflegepreis würdigt der Deutsche Verband für Landschaftspflege alljährlich herausragende Leistungen zum Erhalt und Entwicklung unserer Kulturlandschaften.

"Hans Maurer ist Vorreiter und führender Spezialist für Landschaftspflege und Biotopgestaltung in Oberbayern. In Eigenregie entwickelt er seit 30 Jahren zahlreiche Spezialfahrzeuge zur schonenden Bearbeitung nasser und steiler Flächen. Diese Innovationsfreude und sein umfangreiches Wissen über gefährdete Arten und deren Lebensräume machen ihn zu einem verlässlichen Partner für die Landschaftspflege", so die Begründung der Jury.

Grünland umfasst ca. ein Drittel der landwirtschaftlich genutzten Fläche Bayerns und kann zur Schnittnutzung oder in Form von Weidehaltung dienen. Es stellt jedoch immer die Futtergrundlage von Wiederkäuern dar. Ökologisch bewirtschaftete Flächen sind reich an verschiedenen Pflanzenarten und bieten damit auch vielen Tieren Anreize, sich anzusiedeln.                        

Auf einer Fortbildungsveranstaltung zum Thema Grünland konnten Landwirte erfahren, wie sie ihre Grünlandnutzung verbessern können. Mehr als 100 interessierte Landwirte lockte der Naturland Grünlandtag bei schönstem Sonnenschein auf den Attler Hof in der Nähe von Wasserburg am Inn. Nach der Begrüßung durch Martin Posch von der Stiftung Attl und Anton Elsasser von der Naturland Fachberatung erfuhren die Besucher in zwei Fachvorträgen mehr zum Thema Grünlandoptimierung .

2015 07 10 Saarland Treffen 250Minister Jost (3.v.l.) mit Naturland Vertretern (Quelle: Naturland)Eine Revision der EU-Öko-Verordnung darf nur dann beschlossen werden, wenn sie tatsächlich eine Verbesserungen gegenüber dem Status quo mit sich bringt. So müsse die Bundesregierung sich beispielsweise für eine pragmatische Lösung der Importregelung von Öko-Produkten einsetzen, betonten der saarländische Umweltminister Reinhold Jost und Naturland Präsidiumsmitglied Hans Bartelme im Anschluss an ein gemeinsames Treffen am Freitag (10. Juli) im Saarbrücker Ministerium.

Mit Blick auf die Entwicklung des heimischen Öko-Landbaus hob der Naturland Landesvorsitzende in Rheinland-Pfalz/Saarland, Michael Lahnert, die Bedeutung der Ausbildung in den Landwirtschaftsschulen hervor. An dem Meinungsaustausch im saarländischen Umweltministerium nahmen außerdem der agrarpolitische Referent von Naturland, Sebastian Mittermeier, sowie der der für das kleinste deutsche Flächenland zuständige Naturland Fachberater, Michael Morawietz, teil.

Felix Loewenstein 250Felix Löwenstein (Quelle: Heeremann)

Hoffnungsschimmer im Gentechnik-Streit: Über den Bundesrat wollen die fünf grünen Landwirtschaftsminister erreichen, dass Anbauverbote für gentechnisch veränderte Pflanzen (Opt-out) künftig doch flächendeckend auf Bundesebene ausgesprochen werden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf bringen die Länder Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein in den Bundesrat ein, wie der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) am Mittwoch (1.7.) in Berlin mitteilte. Der Gesetzentwurf soll am 10. Juli zur Abstimmung stehen.

Felix Prinz zu Löwenstein, BÖLW-Vorsitzender und langjähriges Naturland Präsidiumsmitglied, begrüßte die Bundesländer-Initiative für bundesweite Gentechnik-Anbauverbote. „Mit einem Opt-out auf Grundlage des Gesetzentwurfs würde die Gefahr eines chaotischen und kostspieligen Flickenteppichs aus unterschiedlichen Länder-Regelungen gebannt", sagte Löwenstein.

Brief aus Brüssel weist Bundesamt in die Schranken

KeineGentechnik 0126. Juni 2015 / Die EU-Kommission stellt in einem aktuellen Schreiben an die Behörden der EU-Mitgliedsstaaten klar, dass ein umstrittener Bescheid des Bundesamtes für Verbraucher­schutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zum Gentechnik-Raps der US-Firma Cibus nicht umgesetzt werden darf. Noch im Februar hatte das BVL der Firma Cibus versichert, dass ihr Raps nicht dem Gentechnikgesetz unterliege und daher ab sofort ohne Genehmi­gungs­verfahren und ohne Kennzeichnung freigesetzt werden dürfe.

Der Raps wurde mithilfe sogenannter Oligonukleotide, kurzer synthetischer DNA-Sequenzen, genetisch verändert. Die EU-Kommission schreibt jetzt, dass die Freisetzung von Pflanzen, die mithilfe von Oligonukleotiden hergestellt wurden, bis auf Weiteres möglichst zu unterlassen sei.