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Naturland zum Weltbodentag am 5. Dezember

bodenpraktiker 350 2Teilnehmer des Naturland Bodenpraktiker-Seminars 2015 in Bayern (Foto: Naturland Fachberatung)Gesunde Böden sind die Grundlage für eine langfristige Ernährungssicherung, in Deutschland wie auch weltweit. Sie sind weniger betroffen von Erosion, können mehr Wasser und CO2 speichern und sind so besser geeignet, den Herausforderungen des Klimawandels zu trotzen. Der Öko-Landbau leistet durch seine nachhaltige Wirtschaftsweise einen erheblichen Beitrag zum Aufbau und Erhalt gesunder Ackerböden. Um das Wissen über den Boden und seine Pflege bei den Öko-Bauern zu vertiefen, hat Naturland als erster Öko-Verband in Deutschland die Ausbildung zum „Bodenpraktiker“ eingeführt. Dieses Jahr fand das Seminar zum vierten Mal statt.

„Die Teilnehmer erhalten praktisches Wissen, das auf dem eigenen Betrieb angewandt werden kann. Darüber hinaus werden sie aber auch zu Multiplikatoren ausgebildet, die ihr Wissen an andere Landwirte weitergeben“, erläutert Werner Vogt-Kaute, Naturland Fachberater und Organisator der Veranstaltung. Im Rahmen der neun Monate dauernden Weiterbildung wurden Öko-Landwirten von Experten neue Erkenntnisse über nachhaltige Bodenbearbeitung sowie nützliches Wissen über Bodenarten und –eigenschaften vermittelt. Eberhard Räder, Naturland Bauer und Bodenpraktiker aus Bayern, kann seine Böden jetzt besser überwachen: „Durch die Nitratuntersuchung, die ich selbst durchführen kann, habe ich eine Übersicht, wie die Stickstoffdynamik auf meinen Böden im Wasserschutzgebiet ist“.


Zwei Bodenpraktiker-Seminare im „Jahr des Bodens“

Naturland führte 2013 als erster Öko-Verband in Deutschland zusammen mit BioForschung Austria die Ausbildung zum „Bodenpraktiker“ ein. Bei der jährlich stattfindenden Veranstaltungsreihe können sich 20 Öko-Bauern zum Thema nachhaltige Bodenbearbeitung weiterbilden. Im von der UNO ausgerufenen „Internationalen Jahr des Bodens 2015“ wurden von Naturland gleich zwei Bodenpraktiker-Seminare angeboten. Zudem informierte Naturland auf Fach- und Verbrauchermessen die Besucher über die Leistungen des Öko-Landbaus für eine langfristige Sicherung gesunder Böden.

Öko-Bauern verzichten auf mineralische Stickstoffdünger, deren Herstellung große Mengen fossiler Energie verschlingt und dabei Treibhausgase freisetzt. Stattdessen wird die Bodenfruchtbarkeit durch den Einsatz organischen Düngers und den Anbau so genannter Leguminosen gefördert, die Stickstoff aus der Luft im Boden anreichern. Durch gezielten Humusaufbau können ökologisch bewirtschaftete Ackerflächen überdies CO2 langfristig im Boden binden. Gesunde Böden sind weniger betroffen von Erosion, können Wasser besser speichern und können so Extremwetterereignissen wie langen Trockenperioden besser trotzen. Die Tierhaltung ist im Öko-Landbau direkt an die zur Verfügung stehende landwirtschaftliche Nutzfläche gebunden. Öko-Bauern halten weniger Tiere, was eine Überdüngung der Böden verhindert und zugleich weniger Treibhausgase verursacht.

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