Erzeuger

Heimische Eiweißpflanzen wie Erbsen und Bohnen sind wichtige Bausteine für eine nachhaltige und regionale Nutztierfütterung. Sie ermöglichen es, eine gentechnikfreie Fütterung umzusetzen, die von Seiten der Verbraucher immer stärker nachgefragt wird. Aber auch für die menschliche Ernährung werden die Hülsenfrüchte wieder entdeckt.

Der Bedarf an Eiweißfuttermitteln ist hierzulande deutlich höher als das Angebot und wird durch Importe aus Übersee gedeckt. Das Ziel des modellhaften Demonstrationsnetzwerks Erbse/Bohne ist es, die Ausweitung des Anbaues und der Verarbeitung dieser beider Kulturen in Deutschland zu unterstützen. Für dieses Vorhaben werden noch interessierte Betriebe gesucht!

Idealerweise bauen Sie bereits Erbsen und/oder Bohnen an, produzieren nach guter fachlicher Praxis und sind bereit zu einer dreijährigen Teilnahme. Sie sind aufgeschlossen und stellen im Rahmen von Feldbegehungen oder Betriebsbesichtigungen Interessierten ihre Anbauflächen und/oder ihre betriebliche Verwertung vor. Es werden konventionell als auch ökologisch wirtschaftende Betriebe gesucht, die Erbsen und/oder Bohnen im eigenen Betrieb verfüttern, aufbereiten, vermarkten oder auch als Marktfrucht für den Lebensmittelhandel anbauen. Die teilnehmenden Betriebe erhalten im Netzwerk Unterstützung von den Beratern des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH).

Der Anbau von Erbsen und Bohnen hat in Deutschland sehr gute Bedingungen. Im Rahmen von „Greening“-Maßnahmen werden Leguminosen wie Erbse und Bohne verstärkt angebaut, da sie als ökologische Vorrangfläche mit dem Faktor 0,7 angerechnet werden. So stieg der Anbau im vergangenen Jahr in Deutschland auf 79.100 ha bei den Körnererbsen und 37.700 ha bei den Ackerbohnen. Durch züchterische Aktivitäten wurden tanninfreie Sorten gezüchtet und die Standfestigkeit verbessert. Außerdem werden winterharte Sorten angeboten. Für eine innerbetriebliche Verwertung als hochwertiges, regional erzeugtes, gentechnikfreies Futtermittel sind Erbsen und Bohnen bestens geeignet. Sie haben einen hohen Vorfruchtwert, erweitern die Fruchtfolge, steigern die Biodiversität, hinterlassen eine gute Bodengare und können optimal in die Fruchtfolge integriert werden und dabei betriebliche Arbeitsspitzen entzerren.

Ein zentrales Anliegen des Demonstrationsnetzwerks „Erbse/Bohne“ ist es, die Potenziale in den Wertschöpfungsketten „vom Acker bis zur Verwertung“ der landwirtschaftlichen wie auch verarbeitenden Praxis darzustellen. Positive Beispiele sollen dabei mögliche Perspektiven aufzeigen, Impulse zur besseren Verwertung von Erbse und Bohne geben und die Vermarktungsstrukturen verbessern. Dafür werden über die gesamte Projektlaufzeit von allen Netzwerkpartnern Maßnahmen wie Feldtage, Seminare oder Vortragsveranstaltungen zum Anbau und der Verwertung durchgeführt. Das Netzwerk fördert somit den Wissensaustausch zwischen Beratung, Praxis und Forschung. Dabei sind bundesweit viele Akteure im Netzwerk eingebunden, die in einem intensiven Austausch zur Verbesserung der Wertschöpfung mit Erbse und Bohne stehen.

Im Netzwerk werden rund 75 konventionell und ökologisch wirtschaftende Betriebe aus 10 Bundesländern eingebunden. Auf den Demonstrationsbetrieben werden Fragen zum Anbau über Demonstrationsanlagen oder aber auch zu einer betriebsspezifischen Verwertung im Betrieb bei Zukauf dargestellt. Es werden Daten zum optimalen Anbau, zur Fruchtfolgewirkung, zu Qualitätsparametern und zum Einsatz und den wichtigen betriebswirtschaftlichen Kennzahlen je nach Ausrichtung im Betrieb erhoben. Die Daten werden zentral ausgewertet und informieren über Wirtschaftlichkeit, Vorfruchtwirkung und Ökosystemleistung von Erbse und Bohne, um betriebsspezifisch die Wirtschaftlichkeit der innerbetrieblichen Verwertung wie auch Vermarktung zu analysieren.

Das Modellhafte Demonstrationsnetzwerk Erbse/Bohne – kurz DemoNetErBo - ist Teil der Eiweißpflanzenstrategie des Bundes und wird gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL). Das DemoNetErBo hat seine Arbeit unter der Leitung des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen (LLH) Anfang 2016 aufgenommen.

Sie sind an einem erfolgreichen Erbsen- oder Bohnenanbau sowie an einer weiteren Verwertung entlang verschiedener Wertschöpfungsketten mit Erbse und/oder Bohne interessiert? Sie möchten mehr zur Teilnahme am Netzwerk als Demonstrationsbetrieb erfahren, dann melden Sie sich bitte bei:
Werner Vogt-Kaute, Naturland Fachberatung
Tel.: 09357/99952
email:

Logo DemoNet ErBo rgb ptbleBELV

9357/99952