Forelle 350Forellen in ökologischer Aquakultur

Fische, Krebstiere, Muscheln und Algen - Seit dem 4. Mai gibt es sie bei uns nur noch aus dem Ausland – rechnerisch. Denn mit diesem Freitag sind die Fischereierzeugnisse aus Nord- und Ostsee sowie aus heimischer Aquakultur für dieses Jahr aufgebraucht. Nach Berechnungen der britischen New Economics Foundation muss alles, was danach an Fisch und Fischprodukten in Deutschland verzehrt wird,– rechnerisch – importiert werden.

Das offenbart zwei große Probleme. Zum einen gehen wir immer noch nicht verantwortungsvoll mit den Fischbeständen und dem Ökosystem Meer um. Der fischereiliche Druck auf viele Bestände ist zu hoch, es werden zu wenige Fische groß und können sich ausreichend oft fortpflanzen. Dazu kommt der Beifang - Fische und andere Meeresbewohner, die unerwünschter Weise ins Netz gehen und ungenutzt und meist tot zurück ins Meer geworfen werden.

Das andere Problem ist, dass unser Fischbedarf zum Teil durch nicht nachhaltigen Fischfang in anderen Regionen der Welt gestillt wird. Francisco Mari, Referent für Agrarhandel und Fischerei bei Brot für die Welt fordert: „Fangschiffe aus der EU müssen auch in internationalen Gewässern und den Fanggebieten von Drittländern nachhaltig fischen. Die EU- Regelungen dazu gibt es längst[…]. Die Folgen der Überfischung vor den Küsten Afrikas und Asiens sind Hunger und Mangelernährung in Entwicklungsländern, denn für die Menschen dort ist Fisch oft der einzige Lieferant von tierischem Eiweiß.“

 

SDG 14 komplPolitik ist gefordert

Die Vereinten Nationen (UN) haben sich dem Thema Überfischung schon länger angenommen und formulieren mit ihrem nachhaltigen Entwicklungsziel SDG 14 – life below water einen klaren Anspruch: „Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen.“
Die Politik muss klare Vorgaben machen und diese konsequent umsetzen bzw. deren Umsetzung kontrollieren.

 

Wir haben schon jetzt die Wahl:

Fisch aus Wildfang muss aus nachhaltigen Quellen stammen. Siegel wie das Naturland Wildfisch Zeichen weisen auf Produkte aus nachhaltigen Fischereiprojekten hin.
Wer gezüchteten Fisch wie z.B. Lachs oder Meeresfrüchte kauft, sollte zu Produkten aus ökologischer Zucht greifen. Denn Aquakultur leistet nur dann einen wirklichen Beitrag zur Schonung unserer marinen Ressourcen, wenn sie ökologisch ist. Entscheidend ist die Herkunft des Futters: Bei Naturland stammen Fischmehl und Fischöl im Futter aus Resten der Verarbeitung von Speisefischen und nicht, wie sonst üblich, aus industrieller Fischerei eigens zur Futterproduktion.

Weitere Informationen zur ökologischen Aquakultur und den Naturland Fischereiprojekten finden Sie hier sowie zu den nachhaltigen Entwicklungszielen hier.
Weitere Informationen zum Fish Dependence Day finden Sie in der gemeinsamen Pressemeldung von Slow Food Deutschland, Brot für die Welt, fair oceans und der Deutschen Umwelthilfe.