Blühende Christbaumkulturen auf Naturland Gut Mergenthau – Kooperation mit Bio-Imkern

Oeko Bienen Christbaeume 350Bienenstöcke in der Öko-Chrstbaumkultur auf Gut MergenthauWas haben Weihnachtsbäume mit summenden Bienen und prächtig blühender Artenvielfalt zu tun? In den blühenden Christbaumkulturen von Naturland Gut Mergenthau nahe Augsburg kann man das jetzt im Sommer beobachten. Seit fünf Jahren bauen Monika Fottner und Ulrich Resele auf zehn Hektar Bio-Weihnachtsbäume nach Naturland Richtlinien an. Und das bedeutet: bunte Artenvielfalt statt intensive Monokultur, Nützlinge und natürliche Gründüngung statt massiver Einsatz von chemischen Spritz- und Düngemitteln.

Auf Gut Mergenthau sorgen Untersaaten aus Rot- und Weißklee für die Versorgung der Nordmanntannen mit Stickstoff, während zwischen den Reihen breite, artenreiche Blühstreifen ein großes Nahrungsangebot für Bienen und andere Insekten bereithalten. „Wir zeigen, dass es kein Widerspruch ist, die Natur zu erhalten, die Biodiversität sogar noch zu steigern und zugleich auch ökonomisch gut zu wirtschaften“, erläutert Naturland Bäuerin Monika Fottner ihr Anbauprinzip.

Sonderpreis im Rahmen des Landeswettbewerbs „Landwirt.Imker.Miteinander“

Unter dem Projektnamen „Bienen, Bäume, Blütenträume“ kooperiert der Naturland Betrieb dabei mit zwei Bio-Imkereien aus der Region, die ihre Bienenvölker gezielt in den Christbaumkulturen platzieren: der Bioland-Imkerei „Honiglandschaften“ von Ursula Bienen Baeume Bluetentraeume 350Imker und Landwirte gemeinsam (v.l.n.r.): Bader, Fottner, Resele, Lenzing, Watzke.Lenzing und Steffen Watzke und dem Biokreis-Imker Werner Bader. „Einmalig, innovativ und sehr kreativ“ sei dieses Konzept, befand eine Jury des bayerischen Landwirtschaftsministeriums, die das Projekt im Rahmen des Wettbewerbs „Landwirt.Imker.Miteinander“ mit einem Sonderpreis auszeichnete. Bei einem Pressetermin am 31. Juli wurden die Urkunden übergeben, anschließend ging es zum gemeinsamen Rundgang durch die blühenden und summenden Christbaumkulturen.

Dort konnte man sehen, dass von der Kooperation alle profitieren. Die Bienen finden in den vom Frühjahr bis in den Spätherbst reichlich Pollen und Nektar. Die Christbäume wiederum profitieren von den Honigbienen, weil diese den Honigtau aufnehmen, der dort von Läusen ausgeschieden wird. So bekämpfen die Bienen auf natürliche Weise die Gefahr des so genannten Rußtaupilzes, der die Bäume sonst unansehnlich und damit unverkäuflich machen könnte. Zum Konzept gehört auch, dass die Imker die blühenden Christbaumkulturen mit weniger Bienenvölkern anwandern, als dies vom Blütenangebot her eigentlich möglich wäre. Der Grund: Konkurrenz der Honigbienen zu Wildbienen und anderen blütenbesuchenden Insekten soll vermieden werden.

Bluehstreifen Christbaum 350Blütenvielfalt zwischen Christbäumen (Bilder: Naturland).Ein Leuchtturmprojekt auf der Suche nach Nachahmern, wie Bio- Imkerin Ursula Lenzing betonte: „Was wäre das schön, wenn es überall so aussehen würde, wie hier auf Gut Mergenthau.“ Immerhin gebe es bundesweit rund 75.000 Hektar an Christbaumkulturen, die allermeisten davon konventionell bewirtschaftet. Auch die könnten von dem „ökologischen Mehrnutzungssystem“ mit Christbäumen, Untersaaten und Bienen auf dem Naturland Betrieb lernen, wie Betriebsleiter Ulrich Resele betonte: „Das würde für konventionelle Betriebe genauso funktionieren.“

Wobei auf dem Naturland Betrieb die Bienen nicht die einzigen Nützlinge im Dienste des Bio-Weihnachtsbaums sind. Darüber hinaus gibt es noch 25 Shropshire-Schafe, die die Unkrautregulierung übernehmen und dabei zugleich die Wühlmäuse in Schach halten, deren Gänge sie mit ihren Hufen zertrampeln. Nur am Tag der Preisverleihung ließen die Schafe sich dann doch nicht zwischen dennoch jungen Christbäumen blicken. Bei Hochsommertemperaturen von über 30 Grad im Schatten blieben die die wolligen Unkrautbekämpfer lieber im schattigen Stall.