postkarte lieferkettengesetz Bild Delegierte 350Berlin, 22.04.2021 – Die Einigung der Großen Koalition auf ein Lieferkettengesetz ist ein wichtiger Schritt für mehr Gerechtigkeit in globalen Lieferketten. Um wirklich wirksam werden zu können, muss der vorliegende Gesetzentwurf allerdings dringend noch nachgessert werden, fordert das Forum Fairer Handel (FFH) anlässlich der ersten Lesung am Freitag im Bundestag. 

„Unternehmen müssen Verantwortung für die Arbeiter*innen entlang ihrer gesamten Lieferkette übernehmen. Entsprechend müssen die Sorgfaltspflichten vollumfänglich für die gesamte Lieferkette und nicht nur, wie derzeit im Gesetzentwurf vorgesehen, für direkte Zulieferer – also Vertragspartner – gelten", sagte die FFH-Vorstandsvorsitzende Andrea Fütter am Freitag in Berlin. Zugleich kritisierte sie "rückwärtsgewandte Unternehmensverbände", die den Gesetzentwurf schon in seiner jetzigen Form als nicht umsetzbar ablehnen. "Globale Lieferketten können durchaus so gestaltet werden, dass sie menschenrechtlichen und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten Rechnung tragen. Das ist eine Frage des Willens, nicht der Machbarkeit", betonte Fütterer. Das zeigen Fair-Handels-Unternehmen seit fast 50 Jahren und rufen in einem gemeinsamen Statement mit anderen Unternehmen dazu auf, ein wirkungsvolles Lieferkettengesetz zu verabschieden.

Nur vollumfängliche Sorgfaltspflichten entlang der gesamten Lieferkette können Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung effektiv und präventiv bekämpfen. Unternehmen hatten zehn Jahre Zeit, die Sorgfaltspflichten in den Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte der Vereinten Nationen umzusetzen. Wir reden hier also nicht von völlig unvorhersehbaren Anforderungen, sondern von einem internationalen Standard, der mit Blick auf ausbeuterische Kinderarbeit, Hungerlöhnen und anderen Menschenrechtsverletzungen in globalen Lieferketten eine Selbstverständlichkeit sein sollte.

"Die Bundestagsabgeordneten müssen den Entwurf zum Lieferkettengesetz dringend nachbessern, damit Deutschland nicht hinter internationalen Standards zurückbleibt. Menschenrechtliche und umweltbezogene Sorgfalt darf in globalen Lieferketten nicht länger die Ausnahme sein, sondern muss zur Norm werden“, fügte die FFH-Vorstansvorsitzende abschließend hinzu.

Naturland ist Mitglied im Forum Fairer Handel, dem Verband des Fairen Handels in Deutschland. Sein Ziel ist, das Profil des Fairen Handels zu schärfen, gemeinsame Forderungen gegenüber Politik und Handel durchzusetzen und eine stärkere Ausweitung des Fairen Handels zu erreichen.

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