agroforst 1199

Naturland International

landraub 400 200Ackerland wird immer wertvoller und seltener. Nach der Finanzkrise 2008 hat das globale Finanzkapital die Äcker der Welt als Geschäftsfeld entdeckt. Mit dem Landraub wollen die Reichsten der Welt sich Zugriff auf die wichtigste Ressource dieser Welt sichern. Statt Bauern bestimmen dann Profitinteressen über die Böden.

Dieser Raubzug, der unsere Lebensgrundlagen zerstört, ist das Thema des Films „Landraub“, der am 8. Oktober in Deutschland in die Kinos kommt. In Österreich ist der Film schon vom 18. September an zu sehen. Regisseur Kurt Langbein porträtiert darin die Investoren und ihre Opfer: Die einen sprechen von gesundem Wirtschaften, Sicherung der Nahrungsversorgung und Wohlstand für alle. Die anderen erzählen von Vertreibung, Versklavung und vom Verlust der wirtschaftlichen Grundlagen.

Loewenstein in Film Landraub 250Felix Löwenstein im Film "Landraub"Beispiel Äthiopien: Allein im abgelaufenen Fiskaljahr hat das Land Langbein zufolge 2,3 Millionen Hektar Ackerland an Investoren vergeben. „Im ersten Durchgang des Kolonialismus sind wir mit Armeen im Gepäck gekommen und haben den Leuten ihr Land weggenommen. Jetzt nehmen wir es ihnen wieder weg“, sagt Öko-Bauer Felix zu Löwenstein im Film. „Das Schlimme ist, es wird dadurch das Land noch nicht einmal besser genutzt. Das hat soziale Folgen, die uns eines Tages teuer zu stehen kommen werden“, unterstreicht das langjährige Naturland Präsidiumsmitglied.

Eine industrielle Landwirtschaft, die nur auf Agrochemie und Produktionssteigerung setzt, wird das weltweite Hungerproblem nicht lösen, argumentiert Löwenstein auch in seinem Buch „Es ist genug da. Für alle.“ Der BÖLW-Vorsitzende plädiert stattdessen für eine ökologische Alternative, die Kleinbauern stärkt und es auf diese Weise erlaubt, alle Menschen auf diesem Planeten zu ernähren.

Dass ein anderer Weg möglich sein muss, ist auch der Antrieb, aus dem heraus Regisseur Langbein seinen Film gemacht hat. „Landraub soll betroffen machen“, sagt er: „Es sind die Rahmenbedingungen aus unseren Ländern, die das große Geld auf die Äcker lockt – und diese Rahmen können wir gestalten.“

Weitere Informationen zum Film finden Sie hier.