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Naturland International

Kakaobohnen 350Kakaobohnen nach dem Trocknen

Und täglich grüßt ein Täfelchen im Adventskalender. Zur Adventszeit hat Schokolade wieder Hochkonjunktur. Aber auch sonst ist sie bei uns äußerst beliebt. Übers Jahr verteilt isst jeder Bundesbürger im Schnitt 11kg. Damit wird umgerechnet ca. jede achte weltweit geerntete Kakaobohne in Deutschland verzehrt. Die Hauptanbauregion von Kakao liegt in Westafrika, Hauptexporteur ist die Elfenbeinküste.

Was für uns ein süßes Extra bedeutet, ist für viele Kleinbauern die Lebensgrundlage. Doch die meisten Kakaobauern leben in bitterer Armut. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe, allen voran die an den Weltmarkt gebundenen niedrigen und schwankenden Kakaopreise. Aber auch mangelnde Organisation der Bäuerinnen und Bauern, unsichere Landrechte, unzureichende Infrastruktur und geringer Zugang zum Markt und zu Marktinformationen erschweren die Situation der Erzeuger. Vielfach arbeiten Menschen, darunter auch Kinder unter menschenunwürdigen Bedingungen auf den Kakaoplantagen.

Eine gute Alternative bietet der Faire Handel. Faire Preise und partnerschaftliche Handelsbeziehungen ermöglichen den Erzeugern, ihre Situation zu verbessern. Die Kombination aus ökologischem Anbau und fairem Handel sowie die technische Unterstützung der einzelnen Bauern ermöglicht es vielen, sich von extremen Preisschwankungen und einer nicht-partizipativen Handelsstruktur zu befreien. Der Verzicht auf synthetische Spritzmittel macht sie zudem unabhängig von Agro-Chemiekonzernen. Langfristige Verträge verhelfen den Kakaobauern zu einer besseren Planungssicherheit. Bio-Kakaoanbau spielt in Westafrika bisher eine untergeordnete Rolle. Gerade berät Naturland gemeinsam mit der GEPA eine Kooperative in Kamerun zur Umstellung auf ökologische Landwirtschaft.
Traditionell stärker verbreitet ist der Öko-Anbau in Süd- und Mittelamerika. Die Kleinbauernkooperative Cooproagro in der Dominikanischen Republik beispielsweise produziert Bio-Kakao nach Naturland Richtlinien unter anderem für die GEPA. Durch die Fair-Prämie konnten sie in Infrastruktur investieren: das Straßennetz ausbauen, die Dörfer mit Strom versorgen, Vereinsgebäude sowie eine Schulkantinen errichten. Ausbeuterische Kinderarbeit spielt hier keine Rolle. Mitglieder haben Zugang zu Darlehen oder Krediten zu niedrigen Zinssätzen.

Bei Naturland ist der Kakaoanbau in Agroforstsystemen mit einer Vielzahl von Schattenbaumarten vorgeschrieben, darunter oft Nutzhölzer und Fruchtbäume. Dieses artenreiche System spendet dem Kakao den nötigen Schatten, stabilisiert den Wasserhaushalt und schützt den Boden vor Erosion. Zudem dienen die beigemischten Zitrusfrüchte, Bananen, Avocados und Kokosnüsse der Selbstversorgung oder können durch den Verkauf auf dem lokalen Markt das Einkommen der Kleinbauern verbessern.

Öko-faire Schokolade ist nicht nur zum Fest die bessere Alternative, sondern aus Respekt vor der Natur und vor dem Menschen.

 

Mehr zum Thema Kakaoanbau:

Südwind-Institut_Kakaobarometer2015

Naturland Nachrichten International II_2014