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Naturland International

Am Montag den 17.9 waren Maribel Rosales Soto, Geschäftsführerin der Naturland Kaffee-Kooperative Cosatin – Tierra Nueva und die Naturland Bäuerin Esmeralda Martinez bei Naturland zu Gast. Sie berichteten  über die jahrzehntelange erfolgreiche Arbeit der Kooperative, die Bedeutung der ökologischen Kaffee-Produktion und darüber, wie der Klimawandel ihre Existenz bedroht.

COSATIN hat seinen Sitz im Städtchen Boaco im gleichnamigen Department, nordöstlich der Hauptstadt Managua. Schon 1987 haben sich über 400 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern zusammengetan um ihre Ernte gemeinsam zu bestmöglichen Preisen zu vermarkten. Heute können die Mitglieder rund 40 Prozent ihrer Ernte über Fair-Partner wie MITKA, einem der großen alternativen Kaffeeimporteure Deutschlands, exportieren. Der Kaffee wird dann in Deutschland von dwp - die Weltpartner vertrieben.
Die Bauern produzieren für den Export Kaffee und Honig. Beides stammt aus ökologischem Anbau. Daneben werden Bohnen, Mais, Zitrusfrüchte, Bananen und Kakao für den Eigenbedarf angebaut und zum Teil auch für den lokalen Markt. Auch wenn der ökologischen Anbau in den von Naturland für Kaffee und Kakao geforderten Agroforstsystemen Klimaextreme abpuffern kann, beeinträchtigt der Klimawandel die Bauern zunehmend.

Esmeralda Martinez berichtet, dass der Sommer kein Sommer mehr ist und der Winter kein Winter mehr. Das heißt es regnet, wenn es eigentlich nicht regnen soll und wenn die Kaffeepflanzen regen brauchen, dann ist es oft trocken. Das bedeutet unregelmäßige Blütephasen und Erntephasen, oft nur kleine Kaffeebohnen, wenn es zu wenig regnet und lange Trockenphasen im Sommer erschweren die Pflege, denn der Krankheits- und Schädlingsdruck steigt.
Um sich gegen diese negativen Auswirkungen zu wappnen, sucht COSATIN nach Möglichkeiten der Diversifizierung und hat bereits einige Erfolge mit Honig, Ingwer und Kurkuma erzielt. Auch in Anpassung der Kaffeesorten an die jeweilige Zone liegt einiges an Potential. Mit Klimastationen versucht man die Wetterveränderungen zu erfassen und zu systematisieren, um dem Phänomen besser begegnen zu können. Vor kurzem hat eine Gruppe von Frauen angefangen, Pilze als biologisches Bekämpfungsmittel gegen die Broca, dem Käfer der die Kaffeekirsche schädigt, zu züchten.

Am 22. September besuchen die Vertreterinnen aus Nicaragua den Erlenhof in Unterjoch. Es ist ein Naturland Bergbauernhof mit 25 Milchkühen und 40 Hektar Wiesen und Weiden im Allgäu. Milch meets Kaffeebohne heißt es dann.