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Naturland International

Der Soja-Boom mit riesigen Monokulturen und dem Anbau von genveränderten Pflanzen hat Argentinien in den letzten Jahren zu einem der größten Agrar-Exporteure der Welt gemacht. Aber dazu gehört ein massiver Einsatz an Pestiziden wie Glyphosat und anderen. Am Donnerstag, den 4. Oktober waren der argentinische Jurist Juan Ignacio Pereyra und der Arzt Damián Verzeñassi zusammen mit der Münchner Öko-Aktivistin Christiane Lüst von der „Aktion Gen-Klage zu Gast bei Naturland.

Die argentinischen Aktivisten berichteten von den verheerenden Folgen, die Glyphosat und die Aussaat von Gensoja in ihrer Heimat auf die dort lebende Bevölkerung und die Umwelt hat. Der Rechtsanwalt Pereyra hat schon viele Glyphosat Opfer vor Gericht vertreten, und die Langzeituntersuchungen des Mediziners Verzeñassi zeigen den massiven Anstieg von Krebserkrankungen, Fehlgeburten und Fehlbildungen bei Babys und anderen gesundheitlichen Schäden unter der lokalen Bevölkerung auf. Die beiden Argentinier, die auch aus verschiedenen Fernsehdokumentationen bekannt sind, und schon beim Monsanto Tribunal 2016 und 2017 in Den Haag zu den Fällen in Argentinien ausgesagt hatten, berichteten über ihre Erfahrungen im Kampf gegen Monsanto/Bayer.

In dieser Sache haben beide auch am 24. September beim UN-Ausschuss für wirtschaftliche, soziale und kulturelle Menschenrechte in Genf über die Menschenrechtsverletzungen ausgesagt. Die argentinische Regierung muss sich dort für die Menschenrechtsverletzungen in seinem Land verantworten. Übrigens musste auch Deutschland seine Menschenrechtspolitik dort rechtfertigen. Denn es geht auch um die Einhaltung der Menschenrechte in den Erzeugerländern bei den Aktivitäten deutscher Konzerne im Ausland.
Im Vor- und Nachfeld der Anhörung, sind die Aktivisten auf Vorträgen und Gesprächen durch Deutschland und Österreich getourt. Pereyra und Verzeñassi ist es ein großes Anliegen, dass die Europäer, die das Soja für ihre Futtermittel importieren, erfahren, dass die Produktion die heimische Landbevölkerung krank macht.

Die beiden berichteten, dass in Argentinien das Interesse an ökologischem Landbau wächst, denn die Bauern suchen eine Alternative zur industriellen Produktion. Dabei suchen sie nach Unterstützern, um die ökologische und regionale Produktion gesunder Lebensmittel im Land voranzubringen. Naturland sagte den beiden die Unterstützung des Verbands zu und wird entsprechende Kontakte die schon nach Argentinien bestehen, vermitteln. Die Einladung zu einem für 2019 geplanten Kongress über die Entwicklung des ökologischen Landbaus in Argentinien, wurde gerne angenommen.
Mehr Infos: http://www.stopptgennahrungsmittel.de/