agroforst 1199

Naturland International

Naturland fordert zum Welttag der Schokolade am 7. Juli ein Umdenken im Kakaoanbau

Kakaobauer gross116 Tafeln Schokolade verdrückt jeder Deutsche im Durchschnitt pro Jahr. Gerade einmal rund zweieinhalb Tafeln davon sind Öko und Fair. Die Kleinbauern, die über 90 Prozent des weltweit erzeugten Kakaos anbauen, leben zumeist in bitterer Armut. Schlagzeilen wie süße Schokolade und bittere Bohnen haben die Verbraucher aufgeschreckt und daher wird Schokolade immer häufiger mit verschiedenen konventionellen Nachhaltigkeitssiegeln beworben. Eine wirkliche Alternative bietet aber nur der ökologische Anbau in Verbindung mit fairem Handel.

„Nachhaltig ist Kakaoanbau erst dann, wenn das Anbausystem ökologisch ist und der Kakao fair gehandelt wird, so dass die Bauern von den paar Hektar Land, das sie haben, leben können. Alles andere ist Augenwischerei und führt Verbraucher in die Irre,“ betont Naturland Präsident Hans Hohenester anlässlich des Welttages der Schokolade am 7. Juli. Weltweit bewirtschaften gut 2.500 Naturland Bauern mehr als 6.000 Hektar Öko-Kakao. Darüber hinaus berät Naturland in Zusammenarbeit mit dem Fairhandelshaus GEPA derzeit eine weitere Kleinbauernkooperative in Kamerun zur Umstellung auf ökologische Landwirtschaft.


Naturland Kakao – ein vielfältiges Anbausystem fördert Produktivität
Ein Beispiel für die erfolgreiche Kombination von Öko-Landbau und Fairem Handel ist die Kleinbauernkooperative El Ceibo in Bolivien. Sie ist seit bald 30 Jahren Naturland Partner. 1.200 Naturland Bauern kultivieren die Exportfrucht Kakao in einem diversifiziertem, umweltfreundlichen Anbausystem mit einer Vielzahl von Schattenbaumarten. Diese schützen den Kakao vor zu viel Sonne, den Boden vor Erosion und stabilisieren den Wasserhaushalt. Der stetige Anfall von Biomasse ist positiv für das Bodengefüge und die Nährstoffversorgung der Kakaopflanze. Das naturnahe Anbausystem bietet einer Vielzahl von Nützlingen Lebensraum und trägt so zur Schädlingskontrolle bei.
Die in Mischkultur angepflanzten Zitrusfrüchte, Bananen, Avocados und auch Bäume für Brenn- und Bauholz dienen der Selbstversorgung oder sind durch den Verkauf auf dem lokalen Markt eine zusätzliche Einkommensquelle für die Kleinbauernfamilien. Für die Exportfrucht Kakao bieten verlässliche langjährige Kooperationen mit Partnerorganisationen des Fairen Handels Planungssicherheit und faire Einkommen für die Bauern. El Ceibo zählt heute zu einer der erfolgreichsten und größten Kakao-Organisationen in Lateinamerika.


Naturland Fair setzt höchsten Standard
Dass nur die Verbindung von Öko und Fair wirklich nachhaltig ist, hat auch die Stiftung Warentest unlängst einmal mehr bestätigt. Die Tester bewerteten sechs verschiedene Nachhaltigkeitssiegel und kamen dabei zu dem klaren Ergebnis: „Den höchsten Standard setzt das Siegel Naturland Fair.“ Rainforest Alliance und UTZ Certified, die im Handel am häufigsten anzutreffen sind, wurden dagegen von den Prüfern als die Siegel mit den „geringsten Ansprüchen“ bzw. „wenig anspruchsvollen Kriterien“ bewertet.

 

file ico Zur Druckversion