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Naturland International

Naturland Kaffeeproduzent aus Uganda zu Besuch bei Naturland Milchbauer in Oberbayern

Naturland Bauern Maniragaba Schlickenrieder 350Naturland Bauern Maniragaba und Schlickenrieder

Zwei Bauern, zwei Kontinente, eine gemeinsame Überzeugung: Die Zukunft unserer Ernährung liegt in der Verbindung von Öko-Landbau und Fairem Handel. Darüber waren sich Stanley Maniragaba, Betriebsleiter der Naturland Kaffeekooperative Ankole Coffee Producers‘ Co-operative Union (ACPCU) in Uganda, und Georg Schlickenrieder, Naturland Milchbauer aus Oberbayern, schnell einig. Im Rahmen der diesjährigen Fairen Woche besuchte Maniragaba seinen Naturland Kollegen Schlickenrieder am Montag (18.09.) auf dessen Betrieb in Otterfing.

Beim Hofrundgang tauschten sich die beiden Öko-Erzeuger über die jeweiligen Perspektiven aus, die sie auf und durch den Fairen Handel haben. „Durch den Fairen Handel können wir unseren Farmern einen guten Preis zahlen. Nur so können sie es sich leisten, ihre Kinder zur Schule zu schicken“, sagte Stanley Maniragaba. Darüber hinaus habe der Faire Handel den Bau einer Krankenstation ermöglicht, wo die Bauern und ihre Familien aus der Region regelmäßige medizinische Dienste in Anspruch nehmen können.

Um Schulbildung und Gesundheitsversorgung muss sich in Deutschland zwar niemand sorgen, doch auch hier sind bäuerliche Betriebe auf faire Bezahlung und partnerschaftliche Handelsbeziehungen angewiesen. „Der Handel sichert seine Marktmacht gerne durch Preissenkungen, die er nach unten weitergibt. Die Naturland Fair Zertifizierung schützt Bauern und Verarbeiter davor und garantiert ihnen Erlöse, die Kosten decken und Gewinne ermöglichen“, sagte Naturland Bauer Schlickenrieder.

Öko und Fair für Mensch und Natur

Mehr als 2.000 ugandische Kleinbauern der Kooperative bauen Kaffee nach Naturland Richtlinien an. Der Anbau in diversifizierten Agroforstsystemen ist nicht nur ökologisch nachhaltiger, sondern erlaubt den Bauern überdies, in ihren Kaffeegärten parallel auch Bananen, Ananas, Avocados und verschiedene Wurzelpflanzen für den lokalen Markt und die Selbstversorgung anzubauen. Die Umstellung auf ökologischen Anbau macht die Kleinbauern zudem unabhängig von teurer Agro-Chemie und beschert ihnen zugleich bessere Erträge.

Dank des Fairen Handels können die Bauern ihre Ernte dann zu garantiert hohen Preisen verkaufen. Die Fair-Handelsorganisation GEPA als Handelspartner von ACPCU zahlt überdies noch einen zusätzlichen Bio-Aufschlag und gegebenenfalls weitere Zuschläge für besonders hohe Qualitäten.

Georg Schlickenrieder bewirtschaftet mit seiner Familie einen Betrieb mit 70 Hektar Fläche und Direktvermarktung nach Naturland Richtlinien. Der Betrieb ist ein Arche-Hof und hat sich der Zucht und Haltung alter, gefährdeter Haustierrassen verschrieben, so auch des Murnau-Werdenfelser Rindes. Er ist ein Demonstrationsbetrieb des ökologischen Landbaus und Mitglied der Initiative „Lernort Bauernhof“. Die Milch liefert Schlickenrieder an den Naturland Fair Partner Milchwerke Berchtesgadener Land.

Perspektiven schaffen

Im Anschluss an den Termin auf dem Naturland Betrieb besuchte der Gast aus Uganda noch den Weltladen in Holzkirchen. Die Besuchstour fand statt im Rahmen der Fairen Woche, die jedes Jahr im September vom Forum Fairer Handel in Kooperation mit TransFair und dem Weltladen-Dachverband organisiert wird, um auf den Fairen Handel aufmerksam zu machen und die Perspektiven der Bauern darzustellen. Die bundesweit mehr als 2.000 Veranstaltungen stehen in diesem Jahr unter dem Motto „Fairer Handel schafft Perspektiven für die Produzent*innen im Globalen Süden“. Naturland ist Mitglied im Forum Fairer Handel, das sich als die politische Stimme der Fair-Handels-Bewegung in Deutschland versteht.

 

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