agroforst 1199

Naturland International

Haushaltskürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit sind ein fatales Signal. Nachbesserungen sind dringend erforderlich

SAM 1129 350x233Gräfelfing/Berlin – Der Öko-Verband Naturland und das Forum Fairer Handel kritisieren die geplanten Kürzungen im Haushalt des Entwicklungsministeriums als kurzsichtig. Damit werde die Glaubwürdigkeit des entwicklungspolitischen Engagements der Bundesregierung massiv beschädigt.

„Die Bundesregierung hat sich auf die Nachhaltigkeitsziele der UN-Agenda 2030 verpflichtet. Dafür braucht es eine ambitionierte Entwicklungszusammenarbeit, die sich auch den Folgen der Klimakatastrophe stellt. Dass Bundesfinanzminister Olaf Scholz nun ausgerechnet hier den Rotstift ansetzt, zeigt, dass er offensichtlich nicht verstanden hat, worum es geht“, sagte Steffen Reese, Geschäftsführer des Öko-Verbands Naturland und Mitglied im Vorstand des Forums Fairer Handel, am Donnerstag in Gräfelfing.
Der Geschäftsführer des Forums Fairer Handel, Manuel Blendin wies darauf hin, dass die am Mittwoch im Bundeskabinett beschlossenen Eckwerte die Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag in doppelter Hinsicht verletzen: „Vorgesehen war, dass die Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit und Verteidigung künftig immer eins zu eins steigen sollten. Wenn nun der Entwicklungsetat stagniert und künftig sogar schrumpft, rückt das selbst gesteckte Ziel, 0,7 Prozent des Bruttonational¬einkommens für Entwicklungszusammenarbeit auszugeben, in weite Ferne. Damit weigert sich Deutschland seinen fairen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung der Welt zu leisten.“
Haushalt gefährdet positive Ansätze des BMZ
Zudem gefährden die aktuellen Haushaltsplanungen der Bundesregierung die bereits bestehenden positiven Ansätze des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). „Es gibt viele hoffnungsvolle Ansätze“, betonte Naturland Geschäftsführer Reese und nannte als Beispiele die Förderung des Öko-Landbaus in den Grünen Innovationszentren im Rahmen der Sonderinitiative „Eine Welt ohne Hunger“, die Pläne zur Einrichtung von Öko-Wissenszentren in Afrika oder die Förderung des Fairen Handels.
Reese und Blendin forderten deshalb dringend notwendige Nachbesserungen am Haushalt „Die Bundesregierung hat bislang bereits ihre Klimaziele und auch die innerhalb der UNO vereinbarte 0,7 Prozent Quote bei der Entwicklungszusammenarbeit verfehlt. Sie muss jetzt endlich ihre Verantwortung zur Erreichung der globalen Nachhaltigkeitsziele übernehmen“, betonten beide.

Über Naturland – Verband für ökologischen Landbau e.V.
Naturland ist einer der größten Öko-Verbände in Deutschland und weltweit und als gemeinnützig anerkannt. 65.000 Bäuerinnen und Bauern in 56 Ländern der Erde zeigen, dass ein ökologisches, soziales und faires Wirtschaften im Miteinander ein Erfolgsprojekt ist. Allein in Deutschland gehören mehr als 3.700 Erzeuger dieser Gemeinschaft an. Weltweit ist die Mehrzahl der Naturland Bauern in Kleinbauernkooperativen und Erzeugergemeinschaften organisiert. Damit steht Naturland wie kein anderer Öko-Verband für den harmonischen Zweiklang von Regionalität und Internationalität in einer globalisierten Welt.

Über das Forum Fairer Handel e.V.
Das Forum Fairer Handel e.V. (FFH) ist der Verband des Fairen Handels in Deutschland. Sein Ziel ist, das Profil des Fairen Handels zu schärfen, gemeinsame Forderungen gegenüber Politik und Handel durchzusetzen und eine stärkere Ausweitung des Fairen Handels zu erreichen. Das FFH versteht sich als die politische Stimme der Fair-Handels-Bewegung in Deutschland und setzt sich für veränderte Regeln für Handel und Landwirtschaft weltweit ein. Das FFH erhebt jährlich umfangreiche Daten zu Umsätzen und Absatzmengen des Fairen Handels, auf deren Grundlage sich aktuelle Trends und Entwicklungen des Fairen Handels in Deutschland einschätzen lassen. Einmal im Jahr veranstaltet das Forum Fairer Handel die Faire Woche – die größte Aktionswoche des Fairen Handels in Deutschland. Die Mitglieder des Forum Fairer Handel sind Organisationen, die ausschließlich im Fairen Handel arbeiten, und Akteure, die die Förderung des Fairen Handels als einen der Schwerpunkte ihrer Arbeit ansehen: die Fair-Handels-Importeure GEPA – The Fair Trade Company, EL PUENTE, dwp – die WeltPartner, BanaFair e.V. und GLOBO – Fair Trade Partner; der Weltladen-Dachverband e.V., außerdem Naturland – Verband für ökologischen Landbau e.V., FAIR BAND – Bundesverband für fairen Import und Vertrieb e.V. sowie Dr. Bronner's Europe als vorläufiges Mitglied. Ein breites Netzwerk von Partnerorganisationen arbeitet in den Arbeitsgruppen des Forum Fairer Handel mit. www.forum-fairer-handel.de

Ansprechpersonen

Naturland e.V. , Steffen Reese, Geschäftsführer, Tel.: 089 - 89 80 82-13, Email:

Forum Fairer Handel, Manuel Blendin, Geschäftsführer, Tel.: 030 - 280 40 599, E-Mail:

 file ico Die Pressemitteilung zum Download.