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Naturland International

Naturland zum Weltwassertag am 22.März

Weltwassertag 2019 350x233Die Landwirtschaft ist weltweit der größte Wasserverbraucher. Nach Schätzungen des WWF verbraucht sie rund 70 Prozent der Wasserressourcen, in Entwicklungsländern sogar bis zu 90 Prozent. Am 14. März hatte Naturland zur Versammlung der spanischen Mitgliedsbetriebe und Partner eingeladen. Mit 23 TeilnehmerInnen war die Veranstaltung sehr gut besucht. Zentrales Thema der Veranstaltung: Wasser.

Alexander Koch von der internationalen Abteilung bei Naturland ging in seinem Vortrag insbesondere auf die Naturland Richtlinienanforderungen bezüglich einer nachhaltigen Wassernutzung ein. Betriebe in Regionen mit knappen Wasserressourcen, zu denen die meisten Regionen in Südspanien zählen, müssen diese nachweisen. Dazu gehören Nachweise über der Legalität ihrer Wasserquellen, einer effizienten Bewässserungstechnik und der Nutzung von Regenwasser. Darüber hinaus müssen die Betriebe einen Wassermanagementplan erstellen, das heißt den Wasserverbrauch dokumentieren, eine Risikoanalyse durchführen und einen Maßnahmenplan dazu entwickeln, wie Risiken vermieden bzw. reduziert werden. Damit schafft Naturland für seine Betriebe einen Ordnungsrahmen für eine nachhaltige Wassernutzung beziehungsweise auch für den möglichen Ausschluss von Betrieben, die diese Anforderungen nicht erfüllen und diesen auch nicht nachkommen.
Nachhaltige Wassernutzung braucht politische Rahmenbedingungen

So richtig und wichtig die Naturland Richtlinien bezüglich einer nachhaltigen Nutzung von Wasserressourcen sind – klar ist auch, dass der einzelbetriebliche Ansatz für eine Lösung der komplexen Herausforderung Wasser nicht ausreicht. Entscheidend für eine nachhaltige Wassernutzung sind vor allem der politische Wille und die politischen Rahmenbedingungen. Auf politischer und administrativer Ebene gibt es diesbezüglich aber einige Mängel, sowohl in Spanien als auch auf Ebene der EU-Agrarpolitik.
Dies wurde im darauffolgenden Vortrag von Felipe Fuentelsaz vom WWF Spanien und in der anschließenden Diskussion mit den Teilnehmerinnen deutlich. Kulturen wie Olive, Mandel oder Wein, die in Spanien traditionell im Trockenfeldbau ohne Bewässerung angebaut wurden, werden heute zunehmend bewässert. Oliven haben zwischenzeitlich den größten Wasserverbrauch aller landwirtschaftlichen Kulturen in Andalusien. Diese Intensivierung wird auch durch EU-Agrarsubventionen gefördert – die Subventionen in Trockenregionen nicht an eine nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen bindet.
Felipe Fuentelsaz ging in seinem Vortrag auch detailliert auf die gesetzlichen Vorgaben bezüglich Bewässerung und der Legalität der Wassernutzung ein.
Neben dem Schwerpunktthema Wasser waren die Arbeitsverhältnisse und sozialen Bedingungen auf den Betrieben ein weiteres großes Thema der Versammlung. Alexander Koch sensibilisierte die Mitglieder einmal mehr für die Brisanz dieses Themas.IMG 20190314 1405592Naturland Versammlung in Spanien Darüber hinaus präsentierte Alexander Koch den Mitgliedern die positiven Entwicklungen im Naturland Verband wie das kontinuierliche weltweite Wachstum. Koch nutzte die Versammlung auch um Folker Cantalapiedra vorzustellen. Er wird zukünftig für die Naturland Qualitätssicherung und als Ansprechpartner vor Ort zuständig sein. Cantalpiedra löst Ulf Struve ab, der sich aus Altersgründen aus dem operativen Geschäft zurückzieht, Naturland aber mit seiner Fachkompetenz weiter zur Verfügung stehen wird.