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Naturland International

Ausweitung des Pilotprojekts auf 15 weitere Kooperativen in Burundi

Fair Handeln Burundi grossBildquelle: SEZ / Markus KarlAm Eröffnungstag der Fair Handeln Messe überreichten Staatsministerin Theresa Schopper und Ministerialdirektorin Grit Puchan vom Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg einen Scheck in Höhe von 185.000 Euro für das Agroforst-Projekt in Burundi. Thomas Hoyer, Geschäftsführer der WeltPartner eG und Hans Bartelme, Naturland Vize-Präsident freuen sich mit dieser neuen Förderung das Öko-Kaffeeprojekt in Burundi auszuweiten und auf die zukünftige enge Kooperation mit der Hochschule Rottenburg.

Naturland unterstützt den Kaffeegenossenschaftsverband COCOCA seit 2014 in der Umstellung auf ökologischen Kaffee. Jetzt wird das Pilotprojekt, das in enger Kooperation mit WeltPartner eG läuft und vom Land Baden-Württemberg finanziell gefördert wird, auf 17 Basisgenossenschaften ausgeweitet und wissenschaftlich begleitet.

Forschung und Praxis Hand in Hand

In dem neuen Projekt, dass von 2019 bis voraussichtlich Juni 2021 läuft, sind nun erstmals die Hochschule für Forst in Rottenburg sowie die Landwirtschaftsfakultät der burundischen Universität im Boot. In dem angewandtem Forschungsprojekt, werden sie vor allem den Auf- und Ausbau von Agroforstsystemen begleiten und beraten. Die gewonnenen Öko-Erfahrungen aus der Kooperation mit den beiden Basisgenossenschaften sollen nun auf 15 weitere Genossenschaften von COCOCA übertragen werden. Darüber hinaus wird die landwirtschaftlichen Beratung von COCOCA ausgebaut, mit Schwerpunkt auf partizipative Beratungsmethoden, farmer field schools, Demoflächen und anderen. Dazu sollen weitere 10 Agrarberater eingestellt werden.
Naturland unterstützt im Projekt weiter die Umstellungsberatung, um den Kaffeeanbau weg von der Monokultur zu einem nachhaltigen, vielseitigen Mischanbau in Agroforstsystemen zu bringen. Dabei wird der Kaffee in Mischkultur mit Bäumen wie Bananen, Zitrus und andere Obstbäume, oder Nutzholzbäumen kultiviert. Das erhört die Flächenproduktivität der kleinen Betriebe. Die Bäuerinnen ernten nicht nur Kaffee, sondern auch Obst und andere Produkte wie Bau- und Brennholz, die dem Eigenkonsum dienen oder auf lokalen Märkten verkauft werden. Das trägt zur Ernährungssicherung bei und schafft zusätzliches Einkommen.
Die neu hinzugekommene wissenschaftliche Begleitung und Beratung des Projekts ist ein großes Plus. Bislang liegen nur wenig umfassende wissenschaftliche Forschungen vor, die diese generellen Aussagen mit konkreten empirischen Daten belegen könnten. Hierzu bietet die wissenschaftliche Begleitforschung eine einmalige Chance, da der Aufbau eines Agroforstsystems von Beginn an wissenschaftlich evaluiert werden kann.

  • "Das Projekt wird aus Mitteln des Landes Baden-Württemberg über die Stiftung Entwicklungs-Zusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) gefördert."
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