Naturland e.V.

2015 07 10 Saarland Treffen 350Meinungsaustausch im Ministerium: Minister Jost (3.v.l.) mit Naturland Vertretern (Quelle: Naturland)Eine Revision der EU-Öko-Verordnung darf nur dann beschlossen werden, wenn sie tatsächlich eine Verbesserungen gegenüber dem Status quo mit sich bringt. So müsse die Bundesregierung sich beispielsweise für eine pragmatische Lösung der Importregelung von Öko-Produkten einsetzen, betonten der saarländische Umweltminister Reinhold Jost und Naturland Präsidiumsmitglied Hans Bartelme im Anschluss an ein gemeinsames Treffen am Freitag (10. Juli) im Saarbrücker Ministerium. Der Minister lud Naturland zur Mitarbeit an einer Stellungnahme zum aktuellen Stand der EU-Revision ein, die das Saarland gemeinsam mit Rheinland-Pfalz und Luxemburg plant.

Bartelme wies im Gespräch mit Umweltminister Jost und Staatssekretär Roland Krämer darauf hin, dass es für Naturland als internationaler Verband ein besonderes Anliegen ist, den Öko-Landbau auch weltweit weiterzuentwickeln. EU-Kommission und EU-Rat hingegen wollen durchsetzen, dass die EU-Öko-Verordnung künftig auch in Entwicklungs- und Schwellenländern 1:1 umgesetzt werden muss, obwohl die Bauern dort unter völlig anderen klimatischen Voraussetzungen als in Europa produzieren. „Die Bauern in diesen Ländern würden dadurch von den europäischen Märkten abgeschnitten werden. Das hätte negative Folgen für deren Einkommenssituation und würde die Umweltleistung in den betroffenen Ländern konterkarieren“, warnte Bartelme.

Mit Blick auf die Entwicklung des heimischen Öko-Landbaus hob der Naturland Landesvorsitzende in Rheinland-Pfalz/Saarland, Michael Lahnert, die Bedeutung der Ausbildung in den Landwirtschaftsschulen hervor: „Um die nächste Generation an Landwirten von der ökologischen Wirtschaftsweise zu überzeugen, spielt die Ausbildung in den Berufsschulen eine Schlüsselrolle. Es ist wichtig, den Öko-Landbau verpflichtend für alle Landwirtschaftsschüler in den Lehrplänen der Berufsschulen fest zu verankern“, sagte Lahnert.

An dem Meinungsaustausch im saarländischen Umweltministerium nahmen außerdem der agrarpolitische Referent von Naturland, Sebastian Mittermeier, sowie der der für das kleinste deutsche Flächenland zuständige Naturland Fachberater, Michael Morawietz, teil.