Naturland e.V.

EU-Projekt: Tierwohl-Prüfkonzept für Bio-Betriebe auf Zielgeraden

aware 350Göttingen, 10.02.2017. Bio-Tiere haben es besser. Sie bekommen Auslauf, Einstreu und haben doppelt so viel Platz wie ihre Artgenossen in konventionellen Ställen. Dafür sorgen die EU-Öko-Verordnung und Verbands-Standards. Doch die regelmäßigen Kontrollen können bisher nur diese technischen, also die „ressourcenbasierten“ Vorgaben prüfen. Ob es dem Tier wirklich besser geht, ließ sich bisher nicht mit europaweit vereinbarten Methoden prüfen.

Deshalb haben sich Projektpartner aus der Bio-Branche, darunter Naturland, zusammengeschlossen. Im EU-Projekt AWARE arbeiten sie unter Koordination der Kontrollstelle GfRS aus Göttingen zusammen. „Mit Prüfmethoden zu tierbezogenen Kriterien wollen wir Tierschutzkontrollen verbessern und einen Beitrag zu einer besonders artgerechten Öko-Tierhaltung leisten“, sagt GfRS Geschäftsführer Dr. Jochen Neuendorff.

Der erste Teil des Projekts ist abgeschlossen und als Studie auf der AWARE-Homepage www.organic-animal-welfare.eu veröffentlicht. Roberto Maresca von der CCPB, sagt: „Einige am Projekt beteiligte Zertifizierungsstellen haben ausgefeilte Prüfkonzepte zu tierbezogenen Indikatoren entwickelt und in die Kontrollpraxis eingeführt. Mit unserer Studie haben wir alle Konzepte zusammengefasst und ausgewertet.“

Steffen Reese, Geschäftsführer des Naturland Verbands, ergänzt: „Die deutschen Anbauverbände nutzen ein eigenes Kontrollverfahren für das Öko-Tierwohl. Das Wohlergehen von Öko-Tieren hat jedoch für die ganze Bio-Branche höchste Priorität. Damit das Vorhaben Erfolg hat, stellen wir unser Know-how gern zur Verfügung.“

Jetzt entwickelt der englische Verband Soil Association einen Vorschlag für ein einheitliches, europäisches Prüfkonzept für das Tierwohl im Öko-Landbau. Schulungen für Bio- Kontrolleure folgen.

Weitere Informationen: AWARE; Dr. Jochen Neuendorff, Prinzenstraße 4, D-37073 Göttingen, Telefon: +49-551-58657, Fax: +49-551-58774

Dieses Projekt wurde mit Unterstützung der Europäischen Kommission finanziert. Die Verantwortung für den Inhalt dieser Veröffentlichung trägt allein der Verfasser, und die Kommission kann nicht für die weitere Verwendung der darin enthaltenen Angaben haftbar gemacht werden.

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