Naturland e.V.

Naturland Präsident: Klöckner soll sich in Brüssel für Kurswechsel in Agrarpolitik stark machen

Naturland Präsident Hubert HeiglNaturland Präsident Hubert Heigl

Im Kampf gegen das dramatische Insekten- und Artensterben fordert Naturland eine konsequente Ökologisierung der Landwirtschaft. „Wir brauchen endlich eine europäische Agrarpolitik, die dabei hilft, die Landwirtschaft umwelt-, tier- und klimafreundlicher zu machen“, sagte Naturland Präsident Hubert Heigl auf der Delegiertenversammlung des Öko-Verbands am Donnerstag in Gräfelfing:

„Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner sollte auf ihre eigenen Experten in den wissenschaftlichen Beiräten des Landwirtschaftsministeriums hören, und sich in Brüssel für einen echten Kurswechsel stark machen“, forderte Heigl. Am Freitag wollte der Bundestag in einer Aktuellen Stunde über die "Haltung der Bundesregierung zu den Kommissionsvorschlägen zur gemeinsamen Agrarpolitik im Hinblick auf den Arten- und Natur-, insbesondere auch den Insektenschutz" debattieren.

Nach Ansicht von Heigl bieten die bisherigen Vorschläge von EU-Kommissar Paul Hogan für die GAP nach 2020 noch keine ausreichende Grundlage für den dringend benötigten Kurswechsel. „Wer Umwelt und Klima schützen und die Artenvielfalt effektiv stärken will, muss Bäuerinnen und Bauern dafür entlohnen, dass sie naturnah wirtschaften. Die bisherige GAP mit ihren pauschalen Flächenzahlungen hat hierbei versagt“, betonte der Naturland Präsident.

Mit der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik werden jedes Jahr fast 60 Milliarden Euro in die Landwirtschaft Europas investiert, davon fließen alleine rund sechs Milliarden nach Deutschland. Der größte Teil davon (4,8 Milliarden Euro) wird für Flächenprämien ausgegeben, nur der kleinere Teil für Umweltmaßnahmen. Die nun vorliegenden Pläne der EU-Kommission könnten dazu führen, dass dieses Missverhältnis sogar noch größer wird.