Naturland e.V.

Mit 162 Litern pro Kopf ist der Kaffeekonsum in Deutschland hoch. Doch Kleinbauern und Kleinbäuerinnen, die den Großteil des weltweiten Kaffees produzieren, profitieren oft nicht davon. Der Faire Handel will die Lebensbedingungen der Menschen am Anfang der Lieferkette verbessern sowie Ausbeutung und Umweltzerstörung verhindern. Daher begrüßen das Forum Fairer Handel und TransFair den Vorstoß von Bundesminister Dr. Gerd Müller, fairen Kaffee von der Kaffeesteuer zu befreien.

Die Idee einer Förderung fairen Kaffeekonsums durch steuerliche Anreize ist nicht neu. Sie hat jedoch durch einen entsprechenden Vorstoß von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller Anfang April 2018 an politischer Aktualität gewonnen.

Am 26. Juni veranstalteten das Forum Fairer Handel und TransFair e.V. eine Podiumsdiskussion zu den Chancen und Herausforderungen einer Abschaffung der Kaffeesteuer für fair gehandelten Kaffee. Wie deren Umsetzung erfolgen könnte, diskutierten Prof. Dr. Bachmann (Rat für nachhaltige Entwicklung), Albert Darboven (J.J.Darboven GmbH & Co. KG), Johannes Grün (Brot für die Welt) mit den Veranstaltern in der Botschaft der Republik Kolumbien.

Prof. Dr. Bachmann vom Rat für nachhaltige Entwicklung konstatierte: „Die Kaffeesteuer für fair gehandelten Kaffee widerspricht dem Anliegen der globalen Nachhaltigkeitsziele und des nachhaltigen Konsums in den Industrieländern“.  

Bezüglich der Umsetzung einer Steuererleichterung für fair gehandelten Kaffee haben die Veranstalter konkrete Forderungen formuliert. So sollen nur Unternehmen entlastet werden, die sich zur Einhaltung hoher sozialer Standards, beispielsweise der Zahlung definierter fairer Preise, Vorfinanzierung und einer externen Überprüfung verpflichten.

Siehe dazu auch die gemeinsame Pressemitteilung von Forum Fairer Handel und TransFair