Naturland e.V.

Langjähriger Naturland Wegbegleiter und Kämpfer für das Tierwohl

Postler 350Dr. Günter Postler (Quelle: Herrmannsdorfer Landwerkstätten)Die Öko-Tierzucht war sein Lebensthema. Mehr als drei Jahrzehnte lang hat Dr. Günter Postler die Entwicklung einer speziellen Tierzucht für den Öko-Landbau propagiert und aktiv vorangetrieben, insbesondere im Bereich der Rinderzucht und darüber hinaus. Praktisch ebenso lang bestand seine enge Verbindung mit Naturland, die bereits kurz nach der Gründung des Öko-Verbands 1983 ihren Anfang nahm und über die Jahre immer enger wurde.

Geboren und aufgewachsen in Trier, studierte Postler Anfang der 1980er Jahre Landwirtschaft in Kassel-Witzenhausen und an der Universität Göttingen. 1983 holte ihn Naturland Mitgründer Richard Storhas als seinen Nachfolger als Wissenschaftlicher Assistent an das damalige Institut für Haustiergenetik der Ludwig Maximilians-Universität, München. Storhas selbst übernahm damals die Geschäftsführung des gerade erst gegründeten Naturland Verbands.

Vorsitzender der Naturland Anerkennungskommission

Es war der Beginn einer lebenslangen Freundschaft und Zusammenarbeit. Der Leiter des Münchner Forschungsinstituts, Professor Frederik Bakels, war der Begründer des Konzepts der Rinderzucht auf Lebensleistung, das Storhas und Postler gemeinsam weiterentwickelten und verbreiteten. Zudem band Storhas Postler auch bei Naturland in die Arbeit ein, als 1990 mit der Gründung der Naturland Anerkennungskommission (AKK) bewusst auch Vertreter gesellschaftlicher Interessen in die Zertifizierung mit einbezogen wurden. Günter Postler gehörte der AKK seit ihrer Gründung an – als Vertreter der Wissenschaft, des Tierwohl und als ihr Vorsitzender.

Parallel dazu hatte Postler zuvor bereits die Geschäftsführung der „Arbeitsgemeinschaft Rinderzucht auf Lebensleistung“ übernommen, die er ebenfalls bis zuletzt innehatte. Auch in der „Europäischen Vereinigung für Naturgemäße Rinderzucht“, die diese Arbeit auf die europäische Ebene heben sollte, war Postler von Anfang an in zentralen Positionen beteiligt. Daneben arbeitete er auch eng mit dem Gründer der Herrmannsdorfer Landwerkstätten, Karl Ludwig Schweisfurth, zusammen. Postler hatte sein Büro in Herrmannsdorf und beriet Schweisfurth u.a. bei der Entwicklung von dessen Idee einer „symbiotischen Landwirtschaft“.

Trauerfeier am 12. Oktober in Gut Sonnenhausen

Günter Postler hat Tierwohlinteressen schon vertreten lange bevor es diesen Begriff überhaupt gab. Als Mitglied der Naturland Anerkennungskommission hat er diese Interessen auch in die praktische Verbandsarbeit eingebracht und so die Entwicklung von Naturland in vielfältiger Weise mitgeprägt.

Am 9. September 2018 ist Günter Postler völlig überraschend im Alter von 60 Jahren verstorben. Mit seinem treuen Hund Timmi, der ihn auch bei seinen regelmäßigen Sitzungsterminen in der Naturland Zentrale in Gräfelfing immer begleitete, wird Günter uns sehr fehlen. Eine Trauerfeier für Freunde und Wegbegleiter wird am Freitag, 12. Oktober um 15.00 Uhr in Gut Sonnenhausen bei Glonn stattfinden. Anmeldung unter post EP_AT schweisfurth EP_DOT de ist erforderlich.