Naturland e.V.

Geplante Änderungen in EU-Öko-Verordnung vervielfachen Zertifizierungskosten für Kooperativen – Gemeinsamer Brief von Fairhandelsakteuren

Kakao Qualitaetskontrolle SaoTome 250Gräfelfing, 15.09.2020 – Ob Kaffee, Kakao, Bananen oder Rohrzucker: Viele Bio-Produkte unseres täglichen Bedarfs werden von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in den Ländern des globalen Südens erzeugt. Faire Preise sind für sie ebenso wichtig, wie eine sichere und kostengünstige Zertifizierung.

Genau hier drohen geplante Änderungen im Kontrollsystem der EU nun aber ausgerechnet die kleinbäuerlichen Betriebe finanziell massiv zu belasten. In einem gemeinsamen Brief appellieren Naturland, das Forum Fairer Handel, das Fairhandelshaus GEPA und Fairtrade Deutschland deshalb an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, sich in Brüssel für praktikablere Lösungen einzusetzen.

Impfung gegen Ebergeruch im Öko-Landbau weiter ermöglichen

ebermast 250Zum Ende dieses Jahres tritt der gesetzlich beschlossene Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration in Deutschland in Kraft. Durch den Beschluss einiger Bundesländer, die seit 2010 für den Öko-Landbau zugelassene Impfung gegen Ebergeruch zu verbieten, ist der gesamte Ausstieg gefährdet.

Naturland, die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz und PROVIEH fordern die Bundesländer auf, ihren unkoordinierten Ausstieg aus der Impfung gegen Ebergeruch im Öko-Landbau bis zur endgültigen Klärung mit der EU-Kommission zurückzunehmen.

Zurück auf Anfang: Gemeinsame Europäische Agrarpolitik braucht Neustart statt Bürokratieübung

demo koblenz 250Vom 30. August bis zum 1. September 2020 treffen sich die europäischen Agrarminister, auf Einladung von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner in Koblenz. Anlässlich dieses Treffens fordert Naturland Präsident und Öko-Landwirt Hubert Heigl von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, sich für einen radikalen Neustart der Verhandlungen zur Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) einzusetzen.

Das Bündnis "Wir haben es satt, in dem sich auch Naturland engagiert, ruft am 30. August in Koblenz zu einer Demonstration für einen echten Systemwechsel in der europäischen Agrarpolitik auf. Das Bündnis fordert, dass Fördergelder nur noch für insektenfreundliche und klimaschonende Landwirtschaft ausgegeben werden.

Impfverbot für Öko-Betriebe würde Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration gefährden

Ferkel 250Zum Ende dieses Jahres tritt der gesetzlich beschlossene Ausstieg aus der betäubungslosen Ferkelkastration in Deutschland in Kraft. Kurz vor diesem Datum droht nun die Entscheidung der Länderarbeitsgemeinschaft Ökologischer Landbau (LÖK), die seit 2010 für den Öko-Landbau zugelassene Impfung gegen Ebergeruch zu verbieten, den gesamten Ausstieg zu gefährden.

Deshalb appellieren Naturland, die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz und der Tierschutzverband PROVIEH sowie die REWE Group gemeinsam an die AgrarministerInnen der Länder, das Verbot zu stoppen und an Bundesministerin Klöckner, die deutsche EU-Ratspräsidentschaft dazu zu nutzen, sich in Brüssel aktiv für das Tierwohl einzusetzen.

BIOFRUITNET verbindet europäische Öko-Obstbauern

BiofruitNet HD kleinIm Bio-Obstanbau ist der Schutz vor Schädlingen und Krankheiten von großer Bedeutung, da es sich in der Regel um empfindliche Kulturen handelt. Viele Biobäuerinnen und -bauern in Europa haben ihre eigenen Praktiken und Verfahren entwickelt, um den Herausforderungen im ökologischen Pflanzenschutz erfolgreich zu begegnen.

Dieses wertvolle Praxiswissen verbleibt jedoch oft auf lokaler Ebene, statt es mit Obstbäuerinnen und -bauern in anderen Regionen, die mit den gleichen Problemen konfrontiert sind, zu teilen. Das BIOFRUITNET-Projekt zielt darauf ab, Praktiker im ökologischen Obstbau in ganz Europa besser zu vernetzen und diese erfolgreichen Methoden des Pflanzenschutzes für alle zugänglich zu machen.

Praxistag Biodiversität von Naturland und LBV

Betrieb Gck Streuobst 250Beilngries, 06.07.2020 – Das größte Lob hat Florian Gäck von einer alten Frau aus dem Dorf bekommen. „So habe das in ihrer Kindheit auf den Feldern bei uns überall ausgesehen, hat sie geschwärmt“, erzählt der 40-jährige Naturland Bauer aus Beilngries. Stolz lenkt er die Blicke der BesucherInnen auf die bunte Vielfalt unterschiedlichster Ackerwildkräuter auf dem Getreidefeld hinter ihm.

Zwischen Öko-Roggen mit Wintererbse, die er dort im Gemenge anbaut, blühen nicht nur roter Mohn und weiße Kamille, sondern auch zahlreiche als gefährdet eingestufte Arten: So sind zum Beispiel der gelbblühende Ackerhahnenfuß, der violette Frauenspiegel und die weiße Ackerlichtnelke zu sehen. „Und das hier ist Ackerrittersporn, der hat sich besonders gut etabliert“, sagt Gäck und weist auf die in kräftigem Lila leuchtenden Blüten.

Stellungnahme zur Öko-Test-Bewertung Naturland Wildfisch zertifizierter Fischstäbchen

fish fingers 4498838 640 250In der aktuellen Ausgabe des Magazins Öko-Test werden Naturland Wildfisch zertifizierte Fischstäbchen der Marke Alnatura mit „mangelhaft“ bewertet. Dabei wird der falsche Eindruck erweckt, dass der darin verarbeitete Seelachs mit Methoden gefischt worden sei, die den Meeresboden im Fanggebiet aufwühlen und zerstören. Außerdem behauptet Öko-Test, der befischte Bestand in der Nordsee und im Skagerrak sei bedroht und stehe „auf Rot“. Das ist nachweislich falsch!

Tatsächlich liegt der Bestand vollständig im grünen Bereich. Und das staatliche Thünen Institut für Seefischerei bestätigt, dass die Gebietsauflagen der Fischerei eingehalten werden und besonders sensible Lebensräume ausgespart werden: „Berichte unser Fangbeprobungen zeigen keine Auffälligkeiten bezüglich Beifang von Bodenorganismen, was auf eine geringe Bodenberührung schließen lässt,“ betont Institutsleiter Gerd Kraus, der das Fischereiprojekt wissenschaftlich begleitet.

Urlaub auf Bio-Bauernhöfen in Deutschland

Urlaub Grossrachlhof 250Gräfelfing – Im Heu spielen, Kühe füttern, Öko-Landwirtschaft live erleben, das alles und noch viel mehr können Familien deutschlandweit auf einem der über 300 Naturland Urlaubshöfe erleben.

In Bayern, dem beliebtesten Reiseziel für Urlaub auf dem Bauernhof, dürfen nach den Beschränkungen durch Corona ab dem 30. Mai wieder Urlaubsgäste auf den Höfen übernachten. In anderen Bundesländern wie Baden-Württemberg und Thüringen haben die Urlaubshöfe schon etwas länger wieder geöffnet.