Naturland e.V.

Naturland fordert eine Ausweitung des Fruchtfolgeprogramms für Hessen

Ferber Hinz Foerster 350Christoph Förster (rechts) und Umweltministerin Priska Hinz bei der Eröffnung der Öko-Kartoffelsaison 2014 auf der Hessischen Staatsdomäne Marienborn (Quelle: Naturland)„Je mehr Wetterextreme wir erleben, umso mehr müssen wir auf unsere Böden achten“, kommentiert Rainer Vogel, Naturland Landwirt aus Nidderau, das trockenste Frühjahr in der Wetterau seit dem Beginn der Wetteraufzeichnungen. Kombiniert mit dem heißen Juli 2015 lässt sich aktuell bei der Ernte sehr gut beobachten, dass je nach Bodenqualität und Bodenverdichtung die Erträge von gut durchschnittlich bis zum Totalausfall variieren können.

Ein ausgeklügeltes Fruchtfolgesystem und der Einsatz bodenschonender Technik baut Humus auf und gibt den Pflanzen die Chance, auch aus tieferen Bodenschichten Wasserreserven zu erreichen. Naturland fordert deshalb eine Neuauflage des Fruchtfolgeprogramms in Hessen, um alle Landwirte zu mehr Vielfalt auf dem Acker zu bewegen.

„Diese extremen Wetterbedingungen fordern jeden Landwirt heraus, den Boden als Wasser- und Kohlendioxidspeicher stärker in den Fokus zu rücken“, sagt Christoph Förster, Naturland Landesvorsitzender in Hessen und Betriebsleiter auf dem Gut Marienborn in Büdingen. Eine sechs- bis siebenjährige Fruchtfolge, wie im Öko-Landbau üblich, hilft dabei, den Auswirkungen solcher Wetterextreme gegenzusteuern: durch Humusaufbau, höhere Bodenfruchtbarkeit und eine verbesserte Bodenstruktur. Pflanzen mit unterschiedlicher Wurzeltiefe sowie Regenwürmer lockern den Boden, sodass Wasser besser eindringen kann und auch länger gehalten wird.

Monokulturen und enge Fruchtfolgen führen zur Bodenverarmung

Eine weite Fruchtfolge, also viele verschiedene Feldfrüchte auf dem gleichen Acker hintereinander, ist im Öko-Landbau deshalb selbstverständlich. In der konventionellen Landwirtschaft geht der Trend dagegen in eine andere Richtung: Zu enge Fruchtfolgen bis hin zu Maismonokulturen für die Biogasanlagen strapazieren zunehmend den Boden. Zudem fördern immer größere Bewirtschaftungseinheiten den Einsatz großer und schwerer Maschinen, die den Boden zusätzlich verdichten.

Der Naturland Landesvorsitzende fordert deshalb eine Neuauflage des hessischen Fruchtfolgeprogramms mit ausreichender finanzieller Ausstattung, nach dem Vorbild der Nachbarländer Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen. „Ein solches Programm für alle hessischen Landwirte, ökologisch wie konventionell, würde Vielfalt auf allen Ebenen schaffen und wäre ein wichtiger Beitrag im Sinne der Nachhaltigkeit“, sagte Förster.

In Hessen bewirtschaften 125 Naturland Betriebe eine Fläche von über 10.700 Hektar. Insgesamt werden zwölf Prozent der Fläche des Bundeslandes ökologisch bewirtschaftet – mit steigender Tendenz, wie die aktuellsten Umstellerzahlen zeigen.

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