Naturland e.V.

Öko-Betriebe erhalten NABU- und Alnatura-Umstellungsförderung

Preisverleihung ABBI 350Preisverleihung auf der BIOFACH 2020Nürnberg – Beim diesjährigen NABU Wettbewerb „Gemeinsam Boden gut machen“ konnten sich fünf Naturland Betriebe durchsetzen und erhalten ein Preisgeld von insgesamt 175.000 €. Drei der fünf Naturland Preisträger wurden am Donnerstag auf der BIOFACH in Nürnberg prämiert, die beiden anderen Betriebe werden im Juni auf dem Berliner Umweltfestival ausgezeichnet.

Der alljährlich stattfindende Wettbewerb wird von der Alnatura Bio-Bauern-Initiative unterstützt und soll Betriebe, die frisch auf Öko-Landbau umgestellt haben, bei der Finanzierung der Umstellung unterstützen und damit den Anteil ökologisch bewirtschafteter Flächen in Deutschland steigern. Besonders die Umstellungsphase ist für viele Öko-Betriebe mit hohen Investitionskosten verbunden. Zusammen mit zwei anderen Umstellern gehören die fünf Naturland Betriebe zu den insgesamt sieben prämierten Öko-Betrieben, die sich in diesem Jahr den Förderpreis teilen dürfen.
Naturland Präsidiumsmitglied Eberhard Räder gratulierte den Preisträgern auf der BIOFACH persönlich: „Mit ihrer Innovationskraft und ihrem herausragenden Engagement im Naturschutz konnten unsere Betriebe die Jury überzeugen,“ freute sich Räder. „Sie stehen damit beispielhaft für die über 200 deutschen Betriebe, die sich im vergangenen Jahr zur Umstellung auf Naturland entschieden haben.“

Erster Preis für Öko-Leuchtturmbetrieb in der Region Isarwinkel
Auf der BIOFACH wurde der bayerische Naturland Betrieb Orthererhof von Familie Schwaiger aus Jachenau im Tölzer Land mit dem ersten Förderpreis ausgezeichnet. Der Orthererhof ist der erste Betrieb aus dem Isarwinkel, der zukünftig Bio-Milch an Naturland Partner Milchwerke Berchtesgadener Land Chiemgau eG liefern wird. Die junge Familie geht somit als Vorbild für eine Ökologisierung in der Region voran. Schwaigers setzen auf ihrem Betrieb viele Naturschutzmaßnahmen um und fördern so die Biodiversität auf ihren Flächen.

Zweiter Platz geht an die Betriebsgemeinschaft Gsuk-Sedlmaier GbR
Gemeinsam mit seiner Mutter Maria Sedlmaier bewirtschaftet Johannes Gsuk im Chiemgau einen vielseitig aufgestellten Naturland Betrieb. So umfasst dieser neben dem Ackerbau, für den eine große Lagerhalle und Trocknung zur Verfügung steht, auch noch einen Pferdepensions-Betrieb mit Ferienwohnungen und ein Hofcafé. Mit der geplanten Investition in den Ausbau der Lagermöglichkeiten könnte der Betrieb zukünftig vielen Klein- und Kleinstbetrieben in der Region eine Chance zum Sprung in den Öko-Landbau ermöglichen.

Drei dritte Plätze für Naturland Betriebe aus NRW und Baden-Württemberg
Mit Gut Giffelsberg aus Kerpen im nordrhein-westfälischen Erftkreis, dem Biohof Wiehenglück von Familie Holzmeier aus Büttendorf und Familie Meier aus Frotheim im nordrhein-westfälischen Minden-Lübbecke-Kreis und dem Betrieb von Familie Leuser aus Assamstadt im Main-Tauber-Kreis in Baden-Württemberg konnten drei weitere Naturland Betriebe das Siegertreppchen besteigen.

Auf Gut Giffelsberg hat Gutsverwalter Jürgen Henschel 270 ha Ackerland und 80 ha extensives Grünland auf ökologischen Landbau umgestellt. Als einer von nur 14 Betrieben in Nordrhein-Westfalen gehört Gut Giffelsberg zu den „Leitbetrieben Biodiversität“, die exemplarisch die Umsetzung von Biodiversitätsmaßnahmen der Öffentlichkeit demonstrieren.

Der Biohof Wiehenglück ist im letzten Jahr aus dem Zusammenschluss der beiden Betriebe von Familie Holzmeier und Familie Meier entstanden. Die Familien haben sich mit verschiedenen Betriebszweigen vielseitig aufgestellt. Neben Legehennen und 35 Mutterkühen werden 900 Schweine gehalten sowie 340 ha Acker und 80 ha Grünland bewirtschaftet.

Bei Familie Leuser geht mit der Umstellung auf Öko-Landbau eine Neuausrichtung des gesamten Betriebes einher. Die konventionelle Milchvieh-Haltung wurde aufgegeben und im Rahmen der Umstrukturierung in eine Mutterkuhhaltung umgewandelt. Zusätzlich wird der neue Betriebszweig Bio-Hähnchenmast als zweites Standbein aufgebaut.

Über Naturland – Verband für ökologischen Landbau e.V.
Naturland ist einer der größten Öko-Verbände in Deutschland und weltweit und als gemeinnützig anerkannt. Mehr als 70.000 Bäuerinnen und Bauern in knapp 60 Ländern der Erde zeigen, dass ein ökologisches, soziales und faires Wirtschaften im Miteinander ein Erfolgsprojekt ist. Allein in Deutschland gehören rund 4.000 Erzeuger dieser Gemeinschaft an. Weltweit ist die Mehrzahl der Naturland Bauern in Kleinbauernkooperativen und Erzeugergemeinschaften organisiert. Damit steht Naturland wie kein anderer Öko-Verband für den harmonischen Zweiklang von Regionalität und Internationalität in einer globalisierten Welt.

Interview mit Preisträger Matthias Leuser:

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