Naturland e.V.

Zurück auf Anfang: Gemeinsame Europäische Agrarpolitik braucht Neustart statt Bürokratieübung

demo koblenz 350Gräfelfing – Naturland Präsident und Öko-Landwirt Hubert Heigl fordert von Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, sich für einen radikalen Neustart der Verhandlungen zur Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik (GAP) einzusetzen. „Die EU-Kommission hat mit dem ´Green Deal´ die Richtung vorgegeben. Jetzt müssen die europäischen Agrarminister nachziehen und die GAP für die Landwirtschaft von morgen umbauen. Und das geht nur mit einem radikalen Neustart“, so Heigl.

Mit der ´Farm - to - Fork´ Strategie als Teil des ´Green Deals´ hat die EU-Kommission die Richtung für eine enkeltaugliche Landwirtschaft vorgegeben. 25 % Öko-Landbau und 50 % Pestizidreduktion sind nur zwei Punkte der ambitionierten Strategie. Doch der Vorschlag der EU-Kommission zur Reform der GAP ist ungeeignet, die ´Farm - to - Fork´ Strategie umzusetzen. Er wird zurecht von vielen Seiten als „Bürokratieübung“ ohne einen echten Mehrwert für Natur und Landwirtschaft kritisiert. „Frau Klöckner und ihre europäischen Kollegen müssen die Zeit nutzen, die durch die Fortführung der gegenwärtigen Fördersystematik bis Ende 2022 gewonnen wurde, um eine GAP zu entwickeln, die geeignet ist, die ´Farm - to - Fork´ Strategie umzusetzen“, fordert Heigl. „Wir benötigen eine GAP, die Umwelt und Landwirtschaft gleichermaßen dient. Der Dreiklang aus Ökologie, Ökonomie und gesellschaftlicher Akzeptanz muss dabei zum Leitsatz einer neuen Agrarpolitik werden“, so Heigl weiter.

Bündnis demonstriert in Koblenz für eine zukunftsfähige Landwirtschaft

Für den 30. August 2020 ruft Naturland – gemeinsam mit dem Bündnis „Wir haben es satt“ - in Koblenz zu einer Demonstration für einen echten Systemwechsel in der europäischen Agrarpolitik auf. Das Bündnis fordert, dass Fördergelder nur noch für insektenfreundliche und klimaschonende Landwirtschaft ausgegeben werden.

Über Naturland – Verband für ökologischen Landbau e.V.

Naturland ist einer der größten Öko-Verbände in Deutschland und weltweit und als gemeinnützig anerkannt. Mehr als 70.000 Bäuerinnen und Bauern in knapp 60 Ländern der Erde zeigen, dass ein ökologisches, soziales und faires Wirtschaften im Miteinander ein Erfolgsprojekt ist. Allein in Deutschland gehören rund 4.000 Erzeuger dieser Gemeinschaft an. Weltweit ist die Mehrzahl der Naturland Bauern in Kleinbauernkooperativen und Erzeugergemeinschaften organisiert. Damit steht Naturland wie kein anderer Öko-Verband für den harmonischen Zweiklang von Regionalität und Internationalität in einer globalisierten Welt.

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