Naturland e.V.

Öko-Betrieb Hof Eselsmühle aus Hessen mit dem CeresAward ausgezeichnet

Rinderhalter Hoffarth TJR 5597 350Felix Hoffarth mit seiner Angusrinder-Herde (© Timo Jaworr für agrarheute)

22.12.2020 Lohra – Beim diesjährigen CeresAward, der Wahl zum Landwirt des Jahres, wurde Felix Hoffahrt aus dem mittelhessischen Lohra zum besten Rinderhalter 2020 gekürt. Die Juroren waren vor allem vom gesamtbetrieblichen Konzept auf dem Naturland Hof Eselsmühle überzeugt, denn Öko-Bauer Hoffarth hat seinen Betrieb auf mehrere Standbeine gestellt. Neben Angusrindern züchtet er Welsh Cob-Ponys, hält Pensionspferde und Puten, betreibt Ackerbau und vermarktet sein Fleisch selbst.

Dass er gleich als bester Rinderhalter Deutschlands ausgezeichnet wird, damit hatte Felix Hoffarth nicht gerechnet, immerhin hat er den Hof Eselsmühle erst im vergangenen Jahr von seinen Eltern übernommen. „Zu erfahren, man hat es geschafft, war einfach ein Traum“, bedankt er sich bei der Jury: „Und ich bedanke mich bei meinen Eltern, Geschwistern und Mitarbeitern. Denn ohne sie funktioniert der Betrieb nicht.“ Dass der Betrieb gut funktioniert, haben schon seine Eltern Claudia und Dieter Hoffarth kurz vor der Betriebsübergabe bewiesen, denn 2019 wurde die Eselsmühle mit dem Bundespreis Ökologischer Landbau ausgezeichnet.

Rinder, Pferde, Puten und Ackerbau als Betriebsschwerpunkte

Seit 1991 wird die Eselsmühle in Lohra schon ökologisch betrieben, seit 2008 auch nach den ökologischen Richtlinien von Naturland. Wichtige Standbeine des Betriebs sind eine Pensionspferdehaltung sowie die Züchtung von Welsh Cob-Ponys und Angusrindern. Das Fleisch der Rinder wird direktvermarktet, genauso wie das der Bio-Puten, die in den Sommermonaten auf dem Betrieb gemästet werden. Ein optimales Tierwohl wird durch Offenställe und große Weideflächen ermöglicht.

Der Gedanke der ökologischen Bewirtschaftung ist in Felix Hoffarth fest verankert: „Uns sind die Kreisläufe wichtig. Dabei geht es nicht nur um eine ausgeglichene Fruchtfolge oder den Weideumtrieb unserer Angusrinder. Wir versuchen auch, die Arbeitsspitzen über das ganze Jahr zu verteilen“, erläutert der junge Betriebsleiter: „Wir fragen bei allem was wir tun: Dreht es sich im Betrieb?“ Hoffarth zufolge ist das alles nur zu schaffen, indem man Betriebsabläufe gut plant und schnell arbeitet. Stress baut der 28-Jährige beim Marathon laufen ab.

Großen Wert wird auch auf eine ressourcenschonende Bewirtschaftung der rund 300 Hektar Betriebsfläche gelegt. Ein Teil der Ackerflächen wurde im Auenbereich des Flüsschens Salzböde renaturiert und wieder in Grünland umgewandelt. In enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Naturschutzverbänden fördern die Hoffarths zudem gezielt die Artenvielfalt auf ihren Äckern, etwa durch die Aussaat von Blühflächen für Insekten, Lerchenfenster und eine spätere Mahd einzelner Wiesen.

Hintergrund zum CeresAward

Der CeresAward wird jährlich von agrarheute verliehen. Bewerben können sich alle landwirtschaftlichen Betriebe im deutschsprachigen Raum. Neben dem Gesamtsieger, dem Landwirt des Jahres, werden Sieger in den zehn Einzelkategorien Ackerbauer, Energielandwirt, Biolandwirt, Junglandwirt, Rinderhalter, Schweinehalter, Geflügelhalter, Manager, Unternehmerin und Geschäftsidee ausgezeichnet. Der Gesamtsieger erhält ein Preisgeld von 10.000 €, die Gewinner der Einzelkategorien erhalten jeweils 1.000 € Preisgeld.

Über Naturland – Verband für ökologischen Landbau e.V.

Naturland ist einer der größten Öko-Verbände in Deutschland und weltweit und als gemeinnützig anerkannt. Mehr als 70.000 Bäuerinnen und Bauern in 60 Ländern der Erde zeigen, dass ein ökologisches, soziales und faires Wirtschaften im Miteinander ein Erfolgsprojekt ist. Allein in Deutschland gehören rund 4.000 Öko-Betriebe dieser Gemeinschaft an. Weltweit ist die Mehrzahl der Naturland Bauern in kleinbäuerlichen Kooperativen und Erzeugergemeinschaften organisiert. Damit steht Naturland wie kein anderer Öko-Verband für den harmonischen Zweiklang von Regionalität und Internationalität in einer globalisierten Welt.

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