Naturland e.V.

Naturland Mitgliederversammlung NRW: Bundesminister Schmidt muss endlich einlenken

KeineGentechnik 01Bad Sassendorf – Naturland fordert Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt auf, seinen unsinnigen Widerstand gegen ein bundeseinheitliches Anbauverbot für gentechnisch manipulierte Pflanzen endlich aufzugeben. „Ein konsequentes nationales Anbauverbot kann nur auf Bundesebene geregelt werden. Andernfalls droht ein Gentechnik-Flickenteppich in Deutschland“, sagte der Naturland Landesvorsitzende in Nordrhein-Westfalen, Harald Nutt, auf der Mitgliederversammlung der Naturland Bauern in NRW am Montag in Bad Sassendorf.

Auf der Agrarministerkonferenz am vergangenen Freitag hatten die 16 Landesminister Schmidt deshalb erneut einstimmig aufgefordert, das Verbot bundeseinheitlich zu regeln. „Wenn der Bund dagegen die Verantwortung für das Verbot auf die Länder abwälzt, so wie Schmidt das will, dann müsste jede neue Sorte künftig 16 Mal verboten werden“, warnte Nutt. „Damit hätten Monsanto & Co. jedes Mal 16 Möglichkeiten zur Klage. Ganz abgesehen davon, dass Gen-Pollen natürlich nicht an Ländergrenzen halt macht“, betonte der Öko-Bauer. Der Naturland Landesvorsitzende wies darauf hin, dass die Rahmenbedingungen für eine positive Entwicklung des Öko-Landbaus auf Landesebene derzeit so gut seien wie lange nicht. Dies liege zum einen an der positiven Marktentwicklung, zum anderen aber auch an der kontinuierlichen Unterstützung durch die Landespolitik. „Die Verbraucher wollen mehr heimisches Bio. Die Bundesländer wollen es auch und haben ihre Förderrichtlinien entsprechend angepasst“, sagte Nutt. NRW liege mit 520 Euro pro Hektar für Betriebe in der Umstellungsphase sogar an der Spitze der Bundesländer. Positive Entwicklung im Land wird vom Bund ausgebremst „Dank dieses klaren Signals der Landesregierung zeigen sich immer mehr konventionelle Betriebe in NRW bereit, auf Öko-Landbau umzustellen“, sagte der Naturland Landesvorsitzende. „Aber die Bundesregierung muss endlich mit am gleichen Strang ziehen, statt die von den Ländern unterstützte positive Entwicklung des Öko-Landbaus ständig auszubremsen“, forderte er. Dazu gehöre unbedingt ein bundeseinheitliches Gentechnik-Anbauverbot, weil nur das den Öko-Bauern die nötige Rechtsicherheit gebe. Außerdem müssten bei der geplanten Überarbeitung der Düngeverordnung die Leistungen des Öko-Landbaus für den Grundwasserschutz stärker berücksichtigt werden. „Der derzeitige Verordnungsentwurf mit seinen neuen Regeln etwa für Festmist benachteiligt dagegen ausgerechnet die Öko-Bauern. Dabei sind sie es, die durch ihren Verzicht auf mineralische Stickstoffdünger und chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel schon heute den größten Beitrag zum Gewässerschutz leisten“, kritisierte Nutt. In Nordrhein-Westfalen gibt es derzeit 150 Naturland Betriebe, die zusammen über 7.000 Hektar bewirtschaften. Insgesamt werden rund sechs Prozent der Agrarfläche des Bundeslandes ökologisch bewirtschaftet.