Naturland e.V.

 50.000 Menschen demonstrieren für eine umfassende Agrarwende

WirHabensSatt2015Berlin – 50.000 Menschen haben zur Internationalen Grünen Woche in Berlin gegen Gentechnik, gegen das Freihandelsabkommen TTiP und für eine umfassende Agrarwende demonstriert. Sie forderten einen Kurswechsel in Richtung einer Landwirtschaft, die Bauern eine Zukunft gibt, damit sie ihrer Verantwortung gegenüber Verbrauchern, Tieren, Umwelt und Klima gerecht werden können. Das machten bei der Abschlusskundgebung am Samstag vor dem Bundeskanzleramt zahlreiche Redner unterschiedlicher Organisationen deutlich, darunter auch Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und langjähriges Naturland Präsidiumsmitglied.

Löwenstein warnte, dass die nun vom EU-Parlament beschlossene Opt-out-Regelung keinen wirklich sicheren Schutz vor Gentechnik biete. Was hier drohe, sei ein europäischer Flickenteppich und in der Folge „Gentechnik durch die Hintertür”. Um dies zu verhindern, müsse die Bundesregierung alles dafür tun, dass es schon auf europäischer Ebene erst gar nicht zur Zulassung von Gentech-Pflanzen (GVO) komme, forderte Löwenstein. Die Opt-out-Regelung sieht vor, dass einzelne EU-Mitgliedsstaaten aus der generellen Zulassung von GVO aussteigen können. Die Teilnehmer einer bäuerlichen Parallel-Demonstration rief der BÖLW-Vorsitzende auf, sich anzuschließen: „Zu ‘Wir haben es satt!’ sind tausende von Bäuerinnen und Bauern aus ganz Deutschland gekommen. Uns geht um das gleiche wie Euch: Wir brauchen eine Zukunft für die Bauernhöfe und für die Ernährung der Weltbevölkerung – und die kann das agrarindustrielle Modell mit seiner Ressourcen-Übernutzung und seinen Schäden für Umwelt und Natur nicht bieten.” Naturland gehört zu den Trägern der bundesweiten „Wir haben es satt!“-Demonstration, die bereits im fünften Jahr in Folge zum Beginn der Grünen Woche, der weltweit größten Landwirtschaftsmesse, stattfand. Den Auftakt der Proteste machte am Morgen ein Korso mit 90 Traktoren durch die Stadt, an dem auch mehrere Naturland Bauern mit ihren Schleppern teilnahmen. Nach der Kundgebung auf dem Potsdamer Platz setzte der Demonstrationszug sich dann in Richtung Kanzleramt in Bewegung, wo die Abschlusskundgebung stattfand.

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