Naturland e.V.

 Öko-Landbau stärkt Kleinbauern im Kampf gegen den Welthunger
Welternhrung 250Gräfelfing - Naturland warnt davor, die Lösung des Hungerproblems im Export von Lebensmitteln und agrochemiebasierter Landwirtschaft in die armen Regionen der Welt zu suchen. „70 Prozent der weltweiten Ernte wird von Kleinbauern erwirtschaftet. Erfolgreiche Konzepte zur Ernährungssicherung müssen diese Kleinbauern stärken. Ein wesentlicher Aspekt dabei ist der Öko-Landbau, weil er die Kleinbauern unabhängig macht von teurem Dünger und Pestiziden“, sagte Hans Hohenester, Öko-Bauer und Naturland Präsidiumsvorsitzender, anlässlich des Welternährungstags am 16. Oktober. Damit ist die Unterstützung von Kleinbauern bei der Umstellung auf eine ökologische Wirtschaftsweise ein wesentlicher Beitrag zur Sicherung der weltweiten Ernährungssouveränität.
Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO sind weltweit 805 Millionen Menschen akut von Hunger betroffen. Knapp zwei Milliarden Menschen leiden an Fehl- oder Mangelernährung. Das erste Millenniums-Entwicklungsziel der Vereinten Nationen, die Zahl der Hungernden bis 2015 zu halbieren, wird nicht erreicht werden. Das neue Ziel, beschlossen vom G8-Gipfel 2012 in Camp David, ist deutlich weniger ehrgeizig: Bis 2020 will man 50 Millionen Menschen aus Hunger und Armut befreien. Das ist weniger als der jährliche Zuwachs der Weltbevölkerung.
Leider schlägt diese „Neue Allianz für Ernährungssicherheit“ zudem offenbar erneut einen Weg ein, der auf industrielle Landwirtschaft setzt und darauf, weitere Absatzmärkte für die Agro-Chemie zu erschließen. Mitglieder der Allianz sind unter anderem  Vertreter der Agrar- und Lebensmittel-industrie. Verschiedene Nichtregierungsorganisationen kritisieren, die Allianz sei von einer Stärkung der Kleinbauern weit entfernt.
Auf die Bedeutung von Kleinbauern für die Welternährung hatte Naturland bereits in der Kampagne „Öko + Fair ernährt mehr!“ gemeinsam mit dem Weltladen-Dachverband hingewiesen. Eine der Ursachen des Hungers ist laut dem Weltagrarbericht die extreme Vernachlässigung von ländlicher Entwicklung. Denn Dreiviertel der hungernden Menschen leben in ländlichen Regionen, ausgerechnet dort, wo die meisten Lebensmittel produziert werden. „Die Bauern in den ärmsten Regionen der Welt haben kein Geld für Saatgut, Dünger und Spritzmittel. Ökologische Landwirtschaft macht sie unabhängig von multinationalen Agrarkonzernen und gibt ihnen so die Möglichkeit, die Ernährungsgrundlage in ihren Ländern selbst zu sichern“, sagte Hohenester.

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