Naturland e.V.

 

Wichtiges Signal gegen Brüsseler Pläne zur Reform der EU-Öko-Verordnung

3PM 250Gräfelfing/Potsdam – Naturland begrüßt das klare Nein der deutschen Länderagrarminister zu den Plänen der EU-Kommission für eine Total-Revision der EU-Öko-Verordnung. „Jetzt kommt es darauf an, dass Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt sich bei den Verhandlungen in Brüssel genauso klar und unmissverständlich an die Seite der Öko-Bauern stellt, damit dieser unsinnige Kommissionsentwurf vom Tisch gewischt werden kann“, sagte Hans Hohenester, Öko-Bauer und Naturland Präsidiumsvorsitzender, am Freitag in Gräfelfing. „Wir brauchen keine neue Verordnung, sondern eine gezielte Weiterentwicklung des bestehenden Rechtsrahmens, um Öko zugleich klarer und einfacher sowie noch sicherer zu machen. Vorschläge hierfür hat die Öko-Branche längst vorgelegt“, unterstrich Hohenester.

Der Entwurf der EU-Kommission hingegen genügt diesen Ansprüchen in keinster Weise und hätte weniger statt mehr Öko zur Folge. Die von Brüssel geplante Einführung eigener Öko-Grenzwerte wäre eine Abkehr vom Grundprinzip der Öko-Kontrolle: Statt des gesamten Prozesses der Lebensmittelerzeugung vom Acker bis zum Teller stünde dann nur noch das Endprodukt im Mittelpunkt. Darüber hinaus würde eine Total-Revision auf Jahre hinaus für Rechtsunsicherheit sorgen. „Damit mehr Bauern auf Öko umstellen, brauchen wir stabile und verlässliche Rahmenbedingungen“, forderte Hohenester. Die derzeitige EU-Öko-Verordnung ist aber erst 2010 in Kraft getreten – ebenfalls nach einer Totalrevision. „Wenn nun der gleiche Prozess nach nur vier Jahren schon wieder von vorne beginnt, dann ist dies das Gegenteil von Planungssicherheit für die Bauern“, warnte Hohenester. „Wir brauchen keine Revolution von oben, sondern müssen gemeinsam daran arbeiten, Öko weiter voranzubringen“, fügte der Naturland Präsidiumsvorsitzende hinzu. Diese gemeinsame Überzeugung habe die Agrarministerkonferenz in Potsdam mit ihrem aktuellen Beschluss noch einmal eindrucksvoll untermauert. Nun sei es die Aufgabe von Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt, in Brüssel für die notwendigen Mehrheiten zu sorgen, um den Vorschlag der EU-Kommission für eine erneute Total-Revision zu stoppen.

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