Naturland e.V.

Erster Naturland Agrarpolitik-Tag diskutiert Chancen des regionalen Öko-Marktes

Staatssekretärin Tappeser beim Naturland Agrarpolitik-TagDie Chancen für den Öko-Landbau in Deutschland stehen so gut wie lange nicht. Darin waren sich die Teilnehmer des ersten Naturland Agrarpolitik-Tages am Mittwoch (15.4.) in Fulda einig. „Die Nachfrage der Verbraucher nach mehr heimischem Öko ist da und die meisten Bundesländer haben ihre Förderbedingungen entsprechend angepasst“, sagte der Öko-Bauer und Naturland Präsidiumsvorsitzende Hans Hohenester zum Auftakt der Tagung. „Jetzt kommt es darauf an, gemeinsam Strategien für eine regionale Wertschöpfung zu entwickeln. Denn letztlich ist es vor allem eine klare Marktperspektive, die mehr Betriebe dazu bringt, auf Öko-Landbau umzustellen.“

Hohenester begrüßte in diesem Zusammenhang, dass in vielen Bundesländern entsprechende Öko-Initiativen entweder bereits auf den Weg gebracht oder in Planung seien. „Baden-Württemberg und Hessen gehen hier mit gutem Beispiel voran, weitere Bundesländer wollen folgen“, unterstrich der Naturland Präsidiumsvorsitzende. „Jetzt muss nur noch die Bundesregierung endlich mit am gleichen Strang ziehen“, fügte Hohenester hinzu.

Staatssekretärin Tappeser erläutert hessischen Öko-Aktionsplan

Die Staatssekretärin im Wiesbadener Landwirtschaftsministerium, Dr. Beatrix Tappeser, erläuterte in einem Gastvortrag, wie Hessen die heimischen Bauern unterstützen will, das Marktpotenzial regional erzeugten Öko-Produkte zu nutzen. „Die Kombination von regional erzeugten ökologischen Lebensmitteln ist für Umwelt, Klima und die biologische Vielfalt die beste Form der Lebensmittelproduktion. Wir wollen deshalb mit der Lebensmittelwirtschaft, mit den Verarbeitern, den Händlern aber auch mit den Direktvermarktungsbetrieben Strategien für regionale und ökologische Wertschöpfungsketten entwickeln”, sagte Tappeser. Für die Umsetzung dieses Öko-Aktionsplans stelle die Landesregierung bis zum Ende der Legislaturperiode jedes Jahr eine Million Euro zur Verfügung.

Amtschef Wolfgang Reimer (BaWü) warnt vor Unsicherheit durch Brüsseler Revisionspläne

„Die gesellschaftlichen Leistungen des Öko-Landbaus für gesunde Böden, mehr Artenvielfalt und eine lebenswerte Umwelt sind unverzichtbar”, betonte Wolfgang Reimer, Amtschef im baden-württembergischen Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, der in seinem Vortrag vor allem die Entwicklung der europäischen Rahmenbedingungen in den Blick nahm. „Jede Überarbeitung der EU-Öko-Verordnung muss das Ziel haben, dem Ökologischen Landbau eine noch bessere Basis zu geben. Die EU-Kommission geht leider gerade in die entgegengesetzte Richtung“, warnte Reimer.

Die Pläne der EU-Kommission waren auch Thema des anschließenden Podiumsgesprächs. Daran nahmen neben Hohenester und Reimer auch der Geschäftsführer der IFOAM-EU-Gruppe, Marco Schlüter, sowie der Geschäftsführende Vorstand der Assoziation ökologischer Lebensmittelhersteller (AöL), Dr. Alexander Beck, teil.

Der Naturland Agrarpolitik Tag bietet ein Forum für Politiker, Funktionäre und Naturland Bauern zum gemeinsamen Austausch über aktuelle agrarpolitischer Themen.

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