Naturland e.V.

Wir ackern für Öko: Anne Reinsberg vom Naturland Hof „Määhgut“ in Brandenburg

Wieviel Arbeit steckt eigentlich in den Öko-Lebensmitteln, die wir im Laden kaufen? Und welche Arbeiten liegen grade an: auf Acker, Weide und im Stall oder auch in der Backstube, Käserei oder Metzgerei? Unter dem Motto "Wir ackern für Öko - So kommt Gutes auf den Tisch" fragen wir nach und lassen die Öko-PraktikerInnen im Naturland selbst von ihrer Arbeit erzählen.

Digitaler Ortstermin auf dem Naturland Hof "Määhgut" in Brandenburg, rund 60 Kilometer östlich von Berlin: Hier bewirtschaftet Anne Reinsberg gemeinsam mit ihrem Mann Jörn einen Familienbetrieb mit rund 600 Legehennen und 30 Hektar Acker- und Grünland. Was in der Zeit kurz vor Ostern alles ansteht auf ihrem Betrieb, erzählt uns Anne im Interview.

Naturland: Welche Arbeiten haben Euch in der letzten Zeit beschäftigt?

Anne: Also, in der letzten Märzwoche haben wir beispielsweise Hafer gedrillt, außerdem Wiesen abgeschleppt und das Wintergetreide – genauer gesagt: Gerste und Weizen – gestriegelt.

Naturland: Gedrillt, gestriegelt, abgeschleppt – könntest Du das genauer erklären?

Anne: Drillen ist der Fachbegriff für das Säen mit dem Traktor und einer angehängten Sämaschine. Beim Striegeln wird das Getreide mechanisch von Unkraut befreit. Der Striegel, ein Gerät ähnlich einer Egge, wird über den Acker gezogen und reißt mit seinen Metallhaken das junge Unkraut aus dem Oberboden, während die stärkeren Getreidepflanzen stehen bleiben. Die Wiesen wiederum befahren wir im Frühjahr, wenn es trocken ist, mit einer Egge, um Maulwurfhügel einzuebnen und den Boden zu lüften.

Naturland: Und mit der Ernte füttert ihr Eure Hühner?

Anne: Die Hühner weiden auf den Kleegrasflächen und bekommen auch unser eigenes Getreide. Einen Teil Getreides verkaufen wir an die Naturland Marktgesellschaft und beziehen dann Mischfutter.

Naturland: Welche Hühner hältst Du und wie leben die?

Anne: Wir halten zurzeit 600 Legehennen in Mobilställen. Das sind bewegliche Ställe, die wir alle drei Wochen weiterziehen, so dass die Hühner immer frisches Grün nutzen können. Die Eier vermarkten wir nach Berlin.

Die Hennen, die wir halten, sind sogenannte Zweinutzungshühner einer alten, französischen Landrasse namens „Les Bleues“. Es sind also keine spezialisierten Hybridtiere, die entweder fürs Eierlegen oder für die Mast gezüchtet wurden, sondern die „Les Bleues“-Hühner können beides. Entsprechend werden auch die Brüder unserer Legehennen aufgezogen und das Fleisch vermarktet. Das machen aber nicht wir selbst, sondern Partnerbetriebe. Denn wir sind Teil des regionalen Zweinutzungshuhn-Projekts „ei care“, das die Marktgesellschaft der Naturland Bauern und der Bio-Großhändler Terra Naturkost im Raum Berlin-Brandenburg-Mecklenburg gemeinsam organisieren.

Naturland: Jetzt um Ostern herum ist die Nachfrage nach Eiern wahrscheinlich besonders hoch. Legen die Hühner dann mehr?

Anne: Nein, leider kennen die Hühner Ostern nicht. Die Legeleistung hält vielmehr mit dem Alter der Hennen zusammen. Unsere Hühner legen seit Januar und sind nun glücklicherweise zu Ostern in Hochform!