Naturland e.V.

Wir Ackern für Öko: Amadé „Mogli“ Billesberger vom Billesberger Hof in Bayern

Wieviel Arbeit steckt eigentlich in den Öko-Lebensmitteln, die wir im Laden kaufen? Und welche Arbeiten liegen grade an: auf Acker, Weide und im Stall oder auch in der Backstube, Käserei oder Metzgerei? Unter dem Motto "Wir ackern für Öko - So kommt Gutes auf den Tisch" fragen wir nach und lassen die Öko-PraktikerInnen im Naturland selbst von ihrer Arbeit erzählen.

Amadé Billesberger oder Biobauer Mogli, wie er sich selbst gerne vorstellt, bewirtschaftet in Moosinning einen echten Bio-Erlebnisbauernhof mit Vielfalt auf Acker, Weide und im Stall. Zusammen mit Bio-Bauern aus der Region bietet er Bio-Kisten an. Und das boomt gerade richtig. Wie er die Corona-Krise wahrnimmt und was bei ihm gerade ansteht, erzählt er uns im Interview.

Naturland: Der Billesberger Hof ist ja fast wie eine eigene kleine Welt. Ist Corona bei Euch schon angekommen?

Mogli: Klar, die Gastronomie, die wir sonst beliefern ist durch Corona und die Schließungen natürlich weggebrochen, aber das bestellen die Bio-Läden mehr. Was sich wirklich verändert hat ist, dass der Absatz im Hofladen rasant gestiegen ist. Die Leute kommen in Heerscharen an den Bauernhof und kaufen ganz viele Nudeln, Mehl, Eier und Kartoffeln. So viele Nudeln und Mehlpackungen wie in den letzten zwei Wochen haben wir noch nie abgepackt. Ansonsten hat sich für uns nicht viel verändert. Wir leben hier auf dem Billesberger Hof ja auch fast autark.

Naturland: Mit Ostern verbindet man ja auch Osterlämmer. Bei dir auf dem Hof leben auch Schafe, sind die denn schon fleißig am Ablammen?

Mogli: Genau, bei uns auf dem Hof leben Deutsche Bergschafe. Das sind super Landschaftspfleger und Kletterer. Jetzt im Frühjahr kommen die Lämmer auf die Welt. Wir hatten schon ganze viele Geburten, auch einige Zwillingsgeburten.

Naturland: Neben der Tierhaltung ist deine große Leidenschaft der Pflanzenbau. Was steht da gerade an?

Mogli: Jetzt im April steht natürlich die Frühjahrsaussaat an. Wir haben schon Kleegras gesät und Radieschen im Gemüsebeet. Dann ist natürlich das Walzen und die Bodenbearbeitung dran. Und nächste Woche werden wir wieder Kompost fahren, Sommergerste säen und Nacktgerste – daraus werden dann Graupen hergestellt.

Naturland: Was magst du an dieser Arbeit am liebsten?

Mogli: Ich liebe die Schafe, ich liebe den Balu – unseren Hund, die Katzen, die Pferde und die Hühner, ich mag die Tiere einfach alle sehr gern. Trotzdem ist für mich Landwirtschaft mehr Pflanzenbau. Selbst mit seinen Händen oder mit dem Traktor zu säen, die Pflanzen zu pflegen, sich darum zu kümmern, dann zu ernten und daraus etwas Leckeres zu kochen, ist für mich das schönste an der Landwirtschaft. Und wenn man das noch in einer großartigen Landschaft machen kann, mit einem tollen Team und einer tollen Freundin, macht das natürlich super viel Spaß.

Naturland: Dein Vater hat 1977 mit der Landwirtschaft aufgehört und du hast 2007 von Null aus wieder angefangen. Warum von Anfang an Öko?

Mogli: Wahrscheinlich hat das was mit der Erziehung von meiner Mutter zu tun, sie hat auf biologische Lebensmittel wert gelegt. Und auch mein Vater hat schon immer ökologisch gedacht und den Hof fast autark betrieben. Er hat zum Beispiel einen Hackschnitzelofen und ein Wasserkraftwerk gebaut. Für mich war klar, wenn ich die Landwirtschaft weiter mache dann ökologisch. Ich bin jetzt seit 12 Jahren Naturland Mitglied. Die letzten 11 Jahre war ich hier im Dorf der einzige Bio-Bauer. Jetzt hat zum Glück noch ein Zweiter umgestellt. Ich finde einfach Ökolandbau ist der richtige Weg umso nachhaltig wie möglich produzieren zu können.