30 Prozent Öko-Landbau spart jährlich vier Milliarden Euro Umweltkosten

Naturland-Präsident Hubert Heigl
„Die Ergebnisse der Studie sind eindeutig: Bio rechnet sich! Der Ausbau des Öko-Landbaus ist ein Gebot der ökologischen und auch der ökonomischen Vernunft", sagt Naturland Präsident Hubert Heigl.
Januar 24, 2023

Naturland fordert null Prozent Mehrwertsteuer auf Bio-Lebensmittel

Der geplante Ausbau des Öko-Landbaus auf 30 Prozent ist nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch dringend geboten. Das geht nach Einschätzung von Naturland Präsident Hubert Heigl aus einer auf der Internationalen Grünen Woche vorgestellten Langzeitstudie der TU München zu den „Umwelt- und Klimawirkungen des ökologischen Landbaus“ hervor.

„Die Ergebnisse der Studie sind eindeutig: Bio rechnet sich! Der Ausbau des Öko-Landbaus ist ein Gebot der ökologischen und auch der ökonomischen Vernunft. Denn so schützen wir Umwelt und Klima – und sparen der Gesellschaft zugleich sehr viel Geld. Es kann es daher auch nur eine einzige ökologisch sinnvolle Mehrwertsteuersenkung geben, nämlich null Prozent auf alle Bio-Lebensmittel“, sagte der Naturland Präsident am Dienstag in Berlin.

Öko-Landbau klimaeffizienter bezogen auf die Fläche und aufs Produkt

Hintergrund ist eine am Montag von Prof. Dr. Kurt-Jürgen Hülsbergen vom Lehrstuhl für Ökologischen Landbau und Pflanzenbausysteme erstmals vorgestellte Studie. Demnach werden auf ökologisch bewirtschafteten Äckern und Weiden 50 Prozent weniger Treibhausgase pro Hektar emittiert als auf konventionellen Flächen. Bezogen auf das einzelne Produkt reduziere sich dieser Vorteil aufgrund der im Öko-Landbau häufig niedrigeren Erträge zwar etwas. Dennoch emittiere der Öko-Landbau auch bezogen aufs Produkt im Schnitt 20 Prozent weniger Klimagase als die konventionelle Landwirtschaft.

Die durch die geringeren Emissionen eingesparten Umweltkosten des Öko-Landbaus werden 750 bis 800 Euro pro Hektar beziffert. Je schneller die Umstellung erfolge und je größer die Öko-Anbaufläche sei, umso größer seien auch die Umweltentlastung und die Kosteneinsparung für die Gesellschaft, heißt es. Hochgerechnet auf 30 Prozent Bio könnten jedes Jahr vier Milliarden Euro eingespart werden.

Für die Studie wurden Daten zu den Umwelt- und Klimaauswirkungen von je 40 ökologischen und konventionellen Betrieben aus ganz Deutschland über einen Zeitraum von mehr als zehn Jahren miteinander verglichen. Die Treibhausgas- und Stickstoffemissionen wurden monetär bewertet, um auf dieser Basis die entsprechenden Umweltkosten zu berechnen.

Eine kostenlose PdF-Version der Studie zum Download finden Sie hier: pfeil weiterleitung Lehrstuhl für Ökologischen Landbau und Pflanzenbausysteme: Aktuelles (tum.de) Lehrstuhl für Ökologischen Landbau und Pflanzenbausysteme: Aktuelles (tum.de) 

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