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Nachhaltigkeit

Zahlreiche Höfe sterben, weil Erzeuger durch Preisverfall die Existenzgrundlage verlieren. In den Ländern des Südens und auch in den Industrieländern müssen Faire Partnerschaften entstehen beziehungsweise erhalten werden, damit die Basis unserer Ernährung fortbestehen kann. „Fair ist das neue Bio“: Zu diesem Ergebnis kommen aktuelle Trendstudien. Das klingt, als ginge es um verschiedene Trends. Tatsächlich aber geht es um zwei zentrale Säulen einer nachhaltigen, an Mensch und Natur ausgerichteten Wirtschaftsweise, die mit dem Naturland Fair Zeichen unter einem Dach zu finden sind.
Schon 1986 hat Naturland sein internationales Engagement mit GEPA gestartet. 2005 flossen die Erfahrungen aus dem Fairen Handel in die Formulierung von verbindlichen Sozialstandards ein, die seither für alle Naturland Erzeuger und Verarbeiter weltweit gelten. Die 2010 eingeführte Naturland Fair Zertifizierung geht diesen Weg weiter und bezieht erstmals auch die Bauern im Norden in den Gedanken des Fairen Handels mit ein.

 

Naturland Fair

Das freiwillige Angebot ist eine konsequente Weiterentwicklung der „Naturland Kriterien Faire Partnerschaften“, nach denen 2006 bereits die ersten Naturland Partner ausgezeichnet wurden. In Zusammenarbeit mit Fair Handelsorganisationen ist ein Regelwerk entstanden, das auf die Belange von Erzeuger- und Verarbeiterbetrieben sowohl in OECD-Ländern, aber ganz besonders auch in wirtschaftlich benachteiligten Regionen abgestimmt ist.

Diese sieben Richtlinienanforderungen müssen fair zertifizierte Naturland Mitglieder und Partner in Zukunft erfüllen:

  • Soziale Verantwortung: wie z.B. gerechte Bezahlung, Versammlungsfreiheit, Menschen- und Kinderrechte
  • Verlässliche Handelsbeziehungen: Langfristige, respektvolle Zusammenarbeit mit allen Handelspartnern
  • Faire Erzeugerpreise: Partnerschaftliche Preisfindung zur Deckung der Produktionskosten und angemessener Gewinn für Zukunftsinvestitionen
  • Regionaler Rohstoffbezug: Vorrang für Betriebsmittel und Rohstoffe aus der Region
  • Gemeinschaftliche Qualitätssicherung: Vertrauensvolle Zusammenarbeit der Handelspartner, auch im Problemfall
  • Gesellschaftliches Engagement: Investition in Arbeitsplätze, Umwelt-, Sozial-, Gesundheits-, Kultur- und Bildungsprojekte
  • Unternehmensstrategie und Transparenz: Fair-Gedanke im Leitbild und schriftliche Dokumentation der Umsetzung

 

Fair wird zum globalen Ziel

Mit weltweit mehr als 43.000 Bauern ist Naturland ein Öko-Verband, der nah dran ist an den Problemen in den ersten Gliedern der Lebensmittelkette. Weltweit stehen bäuerliche Existenzen auf dem Spiel. Die Naturland Fair Richtlinien machen daher kaum geographische Unterschiede. In OECD Ländern wird jedoch zum Beispiel auf Entwicklungsprämien oder Vorfinanzierungen verzichtet, da es in diesen Ländern die Infrastruktur sozialer Einrichtungen gibt und die Landwirte Zugang zum Bankensystem haben. Insgesamt sind durch die globale Fair Zertifizierung Synergieeffekte zu erwarten, die den Fairen Handel nach vorne bringen. Denn für Produkte mit dem Naturland Fair Zeichen müssen die Verarbeiter alle Rohstoffe aus Fairem Handel beziehen – zum Beispiel bei einem Mangojogurt gilt das für die Milch aus Deutschland ebenso wie für die Mangos aus Indien.

 

›Mehr zu Naturland Fair

›Mehr zum Fairen Handel beim Forum Fairer Handel (Netzwerk des Fairen Handels in Deutschland)