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Nachhaltigkeit

Der Weltdachverband der Öko-Landbaubewegungen (IFOAM) plädiert in seinem Papier zur Ernährungssicherheit für einen Paradigmenwechsel in der Landwirtschaft. Hin zu einer neuen Strategie für Produktionssysteme, die unabhängig von industriell erzeugten Inputs sind. Sie nutzen auf intelligente Weise die Vielfalt der Natur und die Lösungen, die sie bietet. Sie berücksichtigt die Verschiedenheit der Kulturen und integriert deren Kenntnisse und praktischen Erfahrungen.
70 Prozent der weltweit erzeugten Lebensmittel stammen von Kleinbauern. Lösungen mit dem Ziel der Ernährungssouveränität einzelner Staaten müssen bei ihnen ansetzen. Beratung und Forschung für Kleinbauern muss personell und finanziell besser ausgestattet werden. Traditionelles Wissen wird um neueste Kenntnisse zu ökologischen Zusammenhängen, Bodenschutz und Vielfalt ergänzt. Gemeint sind hierbei allgemein ökologische Methoden und nicht allein der zertifizierte Öko-Landbau.


Betriebe müssen in der Lage sein, dass sie:
- genug Erträge erwirtschaften, um ganzjährig die Familie ernähren zu können
- Überschüsse erwirtschaften, um Notlagen abfedern zu können und Investitionen zu ermöglichen
- durch eigene Ressourcen, wie Energie, Saatgut und Nähstoffe unabhängig von Betriebsmittellieferanten sind
- durch Vielfalt der Produkte, Anbauverfahren und Vertriebswege Notlagen aufgrund des Wetters oder aufgrund unsicherer Vermarktung verkraften können

 

Internalisierung von Kosten

Wenn Gemeingüter wie Boden oder Wasser ausgebeutet beziehungsweise verschmutzt werden, entstehen Kosten für die Allgemeinheit. Naturland fordert, diese Kosten umzulegen und somit zu internalisieren. Dazu könnte zum Beispiel eine Stickstoff- und Pestizidabgabe für die Anwender zählen. So erhalten bisher „kostenlose“ Naturgüter ihren Wert zurück. Erst dann würden die Preise die ökologische und soziale Wahrheit sprechen. Öko-Produkte, die umweltschonender hergestellt wurden, hätten am Markt gerechte Chancen.

 

Naturland Beratung

Naturland unterstützt seine Mitglieder, darunter viele Kleinbauerngenossenschaften in Entwicklungsländern in Anbau- und Zertifizierungsfragen sowie der Betriebsentwicklung. In Ägypten, Ecuador, Indien und Tansania ist Naturland mit einem Vertreter vor Ort präsent. Naturland Mitarbeiter besuchen regelmäßig die internationalen Mitglieder vor Ort und schulen die Betriebe zu den Themen Umstellung auf ökologische Wirtschaftsweise und Zertifizierungsablauf.
Neben der Umstellungsberatung bietet Naturland auch Seminare und Fortbildungen zu Fragen der Organisationsentwicklung und Vermarktung im Ökolandbau. Naturland unterstützt neben den Mitgliedern, Kontrollstellen und Entwicklungshilfeorganisationen auch die Entwicklung nationaler Anbau- und Zertifizierungsorganisationen.