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Nachhaltigkeit

Biologische Vielfalt - wertvoller Schatz der Natur

Der Wert der biologischen Vielfalt als Lebensgrundlage des Menschen wird allgemein unterschätzt. Die Roten Listen bedrohter Tier- und Pflanzenarten machen die intensive Landwirtschaft als einen Hauptverursacher für den Artenverlust in der Kulturlandschaft aus. Der Öko-Landbau steht für Vielfalt. Öko-Betriebe weisen mehr naturnahe Flächen auf und beherbergen 30 Prozent mehr Arten als konventionelle Betriebe. Naturland Landwirte setzen sich darüber hinaus für aussterbende Haustierrassen ein oder beteiligen sich zum Beispiel an Aktionen zum Schutz der Feldlerche.

Pestizideinsatz, mineralische Stickstoffdünger, Flurbereinigungen, Drainagen und der Einsatz von schweren Maschinen tragen zum drastischen Rückgang der biologischen Vielfalt bei. Ehemals häufige Arten wie die Feldlerche, Feldhamster und der Feldhase stehen auf der Liste der bedrohten Arten in Deutschland. Alle drei Arten führen das Wort "Feld" in ihrem Namen, dies verdeutlicht deren natürlichen Lebensraum: Feld und Flur.

 

Vielfalt ist bedroht

Eine Kulturlandschaft, über Jahrhunderte von Menschenhand geschaffen und Lebensraum vieler Pflanzen und Tiere. Monokulturen, fehlende Ackerwildkräuter, Abholzen von Hecken und Feldgehölzen, ausgedünnte Fruchtfolgen und dichte Getreidebestände, behandelt mit Herbiziden, Insektiziden und Fungiziden führen zum Verlust der Artenvielfalt auf Feld und Flur - in Deutschland wie auch weltweit.

Die Erhaltung der Biodiversität ist jedoch von größter Bedeutung für das Funktionieren von Ökosystemen. Die biologische Vielfalt ist Grundlage für natürliche Prozesse, wie Nährstoffkreisläufen, der Schädlingsregulierung, der Bestäubung von Kulturpflanzen und den Auf-und Abbauprozessen im Boden. Verarmt die Vielfalt, gehen genetische Ressourcen verloren und Ökosysteme sind anfälliger bei Schadensereignissen.

 

Naturland Vielfalt

Der Öko-Landbau steht für biologische Vielfalt durch:

  • vielfältige Fruchtfolgen mit hohem Kleegrasanteil
  • schonende Bodenbearbeitung (Humuswirtschaft)
  • höheren Anteil naturnaher Flächen
  • geringere und rein organische Düngung
  • Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide
  • vielfältige Betriebsstruktur

Darüber hinaus engagieren sich Naturland Landwirte und Hersteller in einer Vielzahl von Projekten zur Förderung der Vielfalt. Hecken und Feldgehölze werden angelegt, Aktionen wie die Anlage von Lerchenfenster initiiert, alte, regional angepasste Landsorten  erhalten oder bedrohte Haustierrassen gefördert.
Die Methode des Lerchenfensters wurde in Großbritannien entwickelt. Der Landwirt stellt für die Anlage eines solchen Fensters bei der Getreideaussaat seine Sämaschine einige Meter lang ab. Dadurch entsteht inmitten des Getreideackers eine etwa zwanzig Quadratmeter große Stelle ohne Aussaat, auf der für eine Saison nur Wildkräuter wie Klatschmohn oder Acker-Rittersporn aufwachsen. Die Feldlerche und andere bodenbrütende Vögel legen dann ihr Bodennest im Fenster an. Auf den Ertrag der Lerchenfenster verzichtet der Landwirt zugunsten der Vögel.

Internationale Naturland Bauern sind verpflichtet, in tropischen Dauerkulturen (Kaffee, Tee etc.) Schattenbäume anzulegen und mit Agroforstsystemen für Vielfalt zu sorgen. In den Naturland zertifizierten Öko-Wäldern müssen mindestens zehn Prozent der Waldfläche komplett unbewirtschaftet sein.