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Nachhaltigkeit

Wasser - Quelle allen Lebens

Wasser 350Das Weltwirtschaftsforum 2015 in Davos stufte Wasser als globales Wirtschaftsrisiko Nr. 1 ein. In einigen Regionen Südeuropas gehen laut Europäischer Umweltagentur 80 Prozent des Wasserverbrauchs auf die Landwirtschaft zurück. Stickstoff- und phosphorhaltige Dünger, Pestizide und Tiermedikamente verunreinigen Oberflächen-und Grundwasser.

Ökolandbau ist Gewässerschutz: Schädliche Einträge werden verringert, Auswaschungen von Nährstoffen vorgebeugt, Wasserspeicherkapazität der Böden erhöht. Naturland Landwirte sorgen in Wasserschutzgebieten, wie zum Beispiel dem Mangfalltal, für sauberes Trinkwasser.

 

Wasserkrisen

Das Wasser, die Quelle allen Lebens, wird mit Fokus Landwirtschaft weltweit durch zwei Hauptfaktoren bedroht:

  • zu hoher Wasserverbrauch durch intensive Bewässerungslandwirtschaft
  • Verunreinigung durch Auswaschung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sowie Tiermedikamenten

Falsche Bewässerungsmethoden besonders in Trockengebieten führt zur Versalzung von Böden, die zu starke Wasserentnahme von küstennahem Grundwasser hat die Versalzung von Grundwasserleitern zur Folge. Einige der ehemals größten Seen der Erde, der Baikalsee in Russland sowie der Aralsee in Kasachstan und Usbekistan trocknen aus. Am Aralsee trägt die starke Bewässerung der umliegenden Baumwoll- und Reisfelder die Hauptschuld. Eine Umweltkatastrophe von unvorstellbarem Ausmaß. Im deutschen Grundwasser steigen in Regionen mit nicht flächengebundener, industrieller Tierhaltung die Nitratgehalte. 16 Prozent der Ostsee gelten bereits als "Todeszone", da zu hohe Nitratgehalte das Algenwachstum angeregt haben. Ist durch die Algen der Sauerstoff aufgebraucht, bleibt keine "Luft" zum Atmen für Fische, Muscheln & Co. Eine aktuelle Studie aus Frankreich beziffert die zusätzlichen Kosten der privaten Haushalte durch Verunreinigung des Trinkwassers mit Stickstoffen und Pestiziden aus der Landwirtschaft auf 1-1,5 Milliarden Euro jährlich.

 

Ökolandbau ist Gewässerschutz

Naturland Bäuerinnen und  Naturland Bauern schützen in Deutschland wie auch international aktiv das Grund- und Oberflächenwasser:

  • sie verwenden organischen Dünger und halten nur so viel Tiere, wie die Fläche erlaubt. Das führt zu geringeren Nitratausträgen.
  • sie verzichten auf chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel. Das schützt vor dem Eintrag von langlebigen Chemikalien.
  • sie bauen die Humusschicht auf. Das führt zu einer höheren Wasserspeicherkapazität. Das Wasser verbleibt länger im Boden und steht damit den Pflanzen zur Verfügung.
  • sie sorgen für einen fruchtbaren, lebendigen Boden. Das Wasserrückhaltepotenzial von Ökoflächen ist um 39 Prozent höher als bei konventionell bewirtschafteten Flächen, was Hochwasserspitzen verringern kann. Diese Bodenvorsorge verhindert den Abtrag von Boden bei Starkregen, so dass über Jahrhunderte aufgebaute fruchtbare Bodenschichten nicht durch ein Wetterereignis zerstört werden.

 

Öko-Flächen in Trinkwasserschutzgebieten

Rund 150 Öko-Landwirte, darunter viele Naturland Bauern, bewirtschaften über 3.500 Hektar nach Öko-Richtlinien im Mangfalltal im Voralpenland. Die Stadtwerke München unterstützen den Öko-Landbau ganz bewusst: Das Mangfalltal ist Trinkwassereinzugsgebiet für den Großraum München. Aktiver Gewässerschutz geht hier Hand in Hand. Je weniger Fremdstoffe in das Grundwasser gelangen, desto weniger müssen rausgefiltert oder mit sauberem Wasser verschnitten werden. Eine Rechnung die auf allen Seiten aufgeht: Die Stadtwerke erhalten sauberes Trinkwasser, die Bürger müssen nicht für zusätzliche Wasserreinigungskosten aufkommen, die Natur freut sich über die umweltverträgliche Wirtschaftsweise und die Öko-Landwirte erhalten ein Obulus für ihre schonende Bewirtschaftung der Böden. 

Dieses Beispiel macht Schule, Landwirtschaftskammern bieten eine spezielle Wasserschutzberatung an, in Niedersachsen werden bereits 70 Betriebe in Trinkwassergewinnungsbieten betreut. Gerade in den Bundesländern mit hohem Tierbesatz müssen Politik, Verbände und landwirtschaftliche Institutionen den Öko-Landbau stärken, um die Wasserqualität zu verbessern. 

Weitere Informationen zum Wasserschutzgebiet Mangfalltal:

›http://www.swm.de/privatkunden/m-wasser/gewinnung/wasserschutz.html